Stanley Cup und Pokémon: Die Sammelleidenschaft der Vegas Golden Knights

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Aberglauben, Rituale oder Glücksbringer spielen bei vielen Sportlern eine große Rolle. Daher ist es vielleicht nicht weiter verwunderlich, dass die Hoffnungen des Eishockeyteams Vegas Golden Knights auf den Sieg im Stanley Cup teilweise auf Pikachu, Schiggy und Glurak ruhen.

Der tschechische Nationalspieler Tomáš Hertl, 32, glaubt offenbar sogar, dass das Sammeln der Pokémon-Karten ihm geholfen hat, seine Torflaute in der NHL zu beenden, wie »The Athletic« berichtet .

Angefangen hat laut dem Bericht alles mit dem Kanadier Ben Hutton, 33. Der Verteidiger hatte während der Coronapandemie seine Sammelleidenschaft aus Kindheitstagen neu entfacht, wie er »The Athletic« erzählte. Als Hutton dann im Jahr 2021 zu den Knights wechselte, steckte er laut dem Bericht einige Spieler des Teams mit dem Sammelfieber an.

Aufreißen, sammeln, aber nicht spielen

Mittlerweile ist offenbar vor allem das Aufreißen der noch verpackten Karten zum Mannschaftsevent geworden. Die Sammler aus dem Team nutzen die Freizeit bei Auswärtsspielen teils, um in lokalen Geschäften nach bestimmten Karten zu suchen.

Es sei eine Möglichkeit, mal aus dem Hotel zu kommen, sagte Hutton »The Athletic«. »Man geht spazieren, schnappt sich ein paar Karten, fühlt sich wieder wie ein Kind und reißt sie auf.« Die gekauften, noch verpackten Karten bringen die Spieler dann zurück ins Teamhotel und öffnen sie vor der Gruppe. Das gemeinsame Erlebnis des Kartenentdeckens und die Gespräche rund um Pokémon beschreiben Spieler aus dem Team als mentale Auszeit und Teambuilding-Maßnahme zugleich.

Gespielt wird mit den Karten übrigens nicht. Die Profis beschränken sich darauf, Sammelsätze zu vervollständigen und seltene, oft wertvolle Karten zu finden.

»Seit ich angefangen habe, selbst zu spielen, habe ich wieder Tore geschossen, also kann ich jetzt nicht mehr aufhören.«

Zurück zu Tomáš Hertl: Der tschechische Nationalspieler hatte die Sammelarie lange nur aus der Ferne beobachtet, dann aber während der Playoffs beschlossen, es doch mal zu probieren. Der Grund: eine Torflaute.

»Als ich hier ankam, habe ich immer gehört, wie sie darüber gesprochen haben«, sagte Hertl »The Athletic«. Interesse am Sammeln entwickelte Hertl aber erst, als andere Versuche scheiterten, seine Torflaute zu beenden. »Seit ich angefangen habe, selbst zu spielen, habe ich wieder Tore geschossen, also kann ich jetzt nicht mehr aufhören.«

Hertl ist nun auch Mitglied der »Pokémon Masters«, wie sich die Sammler in ihrer eigens dafür gegründeten Chatgruppe nennen.

Im Stanley-Cup-Finale treffen Hertl und Co. am Dienstagabend im ersten von maximal sieben Duellen auf die Carolina Hurricanes. Vor der Partie werden sicher wieder einige Sammelkarten ausgepackt.

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