Ärzte retten gesundes Gorilla-Baby per Kaiserschnitt

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Tierärzte im Woodland Park Zoo untersuchten die trächtige Gorilla-Dame Olympia routinemäßig. Dann stellte sich heraus: Die Geburt droht stillzustehen. Mithilfe eines Not-Kaiserschnitts bringen Ärzte Olympias Baby zur Welt.

Am 24. Mai ereignete sich eine Rarität im amerikanischen Woodland Park Zoo: Die Gorilla-Dame Olympia brachte ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Für den Zoo war es der erste Gorilla-Kaiserschnitt. Der seltene chirurgische Eingriff folgte auf eine routinemäßige Ultraschalluntersuchung, die plötzlich Komplikationen verriet.

Unbehandelt hätte das einen Geburtsstillstand bedeutet: In ihrer Fruchtblase befand sich zu wenig Fruchtwasser und der Muttermund war nicht weit genug geöffnet. Die Zoo-Tierärzte entschieden schnell: Eine natürliche Geburt ist nicht möglich.

Der Zoo-Krankenwagen brachte daraufhin die hochschwangere Gorilla-Dame ins nahegelegene Swedish Medical Center, dessen gynäkologische Station normalerweise menschliche Babys zur Welt bringt. Für den Transport narkotisierten die Ärzte das Tier. „Olympia hätte ihr Baby nicht ohne unsere Hilfe zur Welt bringen können, deshalb haben wir die wichtige Entscheidung getroffen, das Baby per Kaiserschnitt zu entbinden“, wird Tierarzt Tim Storms, Leiter der Tiergesundheit im Woodland Park Zoo, in einer Mitteilung zitiert.

In der Tierklinik bringen Chirurgen dann Olympias Baby zur Welt. Ein gesunder Gorilla-Junge mit einem Gewicht von 2,4 Kilogramm. Eine Kaiserschnittgeburt bei Gorillas ist extrem selten. Weltweit sind weniger als ein Dutzend Gorilla-Babys per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die Tragezeit von Gorillas beträgt etwa achteinhalb Monate. Gorilla-Babys wiegen kurz nach der Geburt im Durchschnitt 1,8 Kilogramm.

Zoo-Tierarzt Storm freut sich über die gelungene Geburt des Gorilla-Babys. Denn auch für Gorillas sind Maßnahmen wie die Ultraschalluntersuchung ungewohnt. „Ich schätze mich auch sehr glücklich, mit unseren engagierten und talentierten Gorillapflegern zusammenzuarbeiten, die Olympia geschickt darauf vorbereitet haben, freiwillig an diesen Ultraschalluntersuchungen teilzunehmen. Ohne sie wäre diese fortschrittliche Versorgung nicht möglich gewesen“, wird der Tierarzt zitiert.

Die ersten 72 Stunden eines Gorilla-Babys sind entscheidend. Daher beobachten die Tierärzte Olympias Gorilla-Baby rund um die Uhr. „Dadurch, dass das Baby in unmittelbarer Nähe zu Olympia war, konnte sie es die ganze Zeit sehen, hören und riechen.

Da Olympia gerade einen größeren chirurgischen Eingriff hinter sich hatte, wollten wir ihr die erste Nacht Ruhe gönnen, ohne dass sie sich um ihr Baby kümmern musste“, erklärte Ramirez. „Wir werden sie in den nächsten Wochen weiterhin auf mögliche Komplikationen sowie ihren allgemeinen Gesundheitszustand und ihr Wohlbefinden während ihrer Genesung überwachen.“

Einen Tag nach der Operation wurde die frisch gebackene Gorilla-Mama gemeinsam mit ihrem Baby zurück in ihre Gruppe gebracht. Tatsächlich freuten sich auch die anderen Gorillas der Gruppe. Eine Gorilla-Dame namens Jamani, die ebenfalls Mutter eines kleinen Gorillas ist, kümmerte sich um Olympias Baby, während die noch immer erschöpfte Olympia sich ausruhte. Jamani säugte sogar das Neugeborene.

„Während Olympia sich vom Kaiserschnitt erholt, soll Jamani weiterhin Olympias Sohn betreuen und sich gleichzeitig um ihren eigenen Sohn kümmern, solange beide Jungtiere gesund bleiben – das hat für uns oberste Priorität“, wird Martin Ramirez, Mitarbeiter im Woodland Park Zoo, zitiert.

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