Das Städel Museum in Frankfurt, seit Kurzem mit „Endowment“ ausgestattet, ist um ein Altmeistergemälde reicher und kann nun ein römisches Barockporträt sein Eigen nennen. Zum Preis von 355.600 Dollar inklusive Aufgeld hat es bei Christie’s in New York ein Werk des italienischen Barockmalers Guido Reni ersteigert. Angetreten war das Bildnis, das aus einer Privatsammlung eingeliefert wurde, mit einer Schätzsumme von 100.000 bis 150.000 Euro.
Das 65,5 Zentimeter hohe Ölgemälde auf Leinwand zeigt im Dreiviertelprofil Kardinal Giacomo Sannesio und gilt als einziges sicher identifiziertes Porträt, das aus Renis erster römischer Schaffensperiode (1601 bis 1614) erhalten blieb. Datiert ist es auf 1609: Im November dieses Jahres erhielt, wie das Rechnungsbuch des Künstlers belegt, Reni den Betrag von achteinhalb Scudi für die Anfertigung eines Auftragsbildnisses des Geistlichen.
Die Urheberschaft des Gemäldes war lange Zeit unklar. Im 18. Jahrhundert gelangte es dem Katalog von Christie’s zufolge aus Rom in die Sammlung des Genfer Patriziers Jean de Sellon und wurde Annibale Carracci zugeschrieben. Sehr viel später, im Jahr 2004, tauchte es mit der Bezeichnung „Römische Schule“ in einer Auktion wieder auf und wurde von dem Kunsthistoriker Erich Schleier durch Vergleich mit einer frühen Kopie des Bildes, die im Heimatort des Dargestellten im Rathaus aufbewahrt wird, als Arbeit Renis identifiziert.
Giacomo Sannesio wurde 1604 von Papst Clemens VIII. zum Kardinal ernannt. In Rom trug er eine anspruchsvolle Kunstsammlung zusammen, unter anderem mit Gemälden Caravaggios.

vor 12 Stunden
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