Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht. Insgesamt erhielten 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das waren 14 Prozent mehr als 2024 und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2000.
Die meisten Eingebürgerten stammten erneut aus Syrien. Ihre Zahl sank jedoch um 21 Prozent auf 65.600. Dahinter folgten türkische und russische Staatsangehörige, deren Zahl mit 34.100 beziehungsweise 19.700 jeweils um 51 Prozent stieg.
Die Statistiker erklären die anhaltend hohe Zahl an Einbürgerungen von Syrern damit, dass viele der zwischen 2014 und 2016 zugezogenen Schutzsuchenden inzwischen die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 7,9 Jahren.
Der deutliche Anstieg bei türkischen und russischen Staatsangehörigen ist den Angaben zufolge maßgeblich auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts zurückzuführen. Seit dessen Inkrafttreten Ende Juni 2024 ist die mehrfache Staatsangehörigkeit generell möglich, während zuvor die Aufgabe der bisherigen Nationalität in der Regel Voraussetzung war. Bei Türken lag die Aufenthaltsdauer vor der Einbürgerung im Schnitt bei 24,1 Jahren, bei Russen bei 14,1 Jahren.
Besonders stark stieg zudem die Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus Bosnien-Herzegowina mit einem Plus von 126 Prozent auf 8800 und aus den USA mit einem Plus von 100 Prozent auf 6600. Gleichzeitig brach die Zahl der Einbürgerungen aufgrund besonderer Integrationsleistungen ein.
Lediglich 1500 Personen wurden 2025 auf dieser Grundlage eingebürgert, nachdem es im Vorjahr noch 19.100 waren. Hintergrund sind Gesetzesänderungen, die diese Form der verkürzten Einbürgerung Ende Oktober 2025 wieder aufhoben. (Reuters)

vor 15 Stunden
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