Strava: API-Zugang künftig nur noch bei kostenpflichtigem Abo

vor 1 Tag 1

Der Fitnessdienst Strava schließt den kostenfreien API-Zugang, kappt einige Endpunkte sogar ganz und begründet den Schritt mit dem rücksichtslosen Vorgehen von KI-Unternehmen beim Sammeln von Trainingsdaten. In einem Eintrag im Supportforum heißt es, dass die KI-Firmen nicht nur selbst „aggressiv“ Daten abgreifen würden. Sie stellten auch Werkzeuge bereit, mit denen Apps erstellt würden, die dann auf API-Zugänge eindreschen. Zusammen habe das die Performance der eigenen Dienste für alle verschlechtert, weshalb man nach reiflicher Überlegung Änderungen durchsetzen müsse. Diese wurden direkt kritisiert. Der Fitnessdienst, der kürzlich einen Börsengang angekündigt hat, versichert, dass Nutzer und Nutzerinnen ihre eigenen Daten weiterhin kostenfrei abrufen könnten – nur eben nicht per API.

Mit einem Standardzugang für eine Monatsgebühr von 12 US-Dollar soll man künftig Daten zu 10 Accounts abrufen können, eine Prüfung ist nicht nötig. Erst wenn man für eine Anwendung mehr Daten abrufen will, ist die nötig. Für den Zugriff auf Daten zu mehr als 10.000 Usern wird ein sogenannter „Extended Access Tier“ nötig. Preise nennt Strava auf der zugehörigen Seite nicht. Standard-Tier-Entwickler ohne aktives Strava-Abo verlieren ab dem 30. Juni den API-Zugang, kündigt Strava an. Bis September sollen zudem mehrere Endpunkte geschlossen werden, deren Nutzung rechtfertige den Betrieb nicht. Weitere Details gibt es in der Stellungnahme und einer FAQ. Für User mit einem Abo führt Strava einen neuen MCP-Server (Model Context Protocol) ein, über den sich die eigenen Daten per KI-Assistent auswerten lassen.

Laut Strava sind von den Änderungen mehr als 240.000 Entwicklerinnen und Entwickler betroffen, die die API inzwischen nutzen würden. Denen fühle man sich zutiefst verpflichtet, versichert das Unternehmen. Zumindest einige sehen das aber nicht so, gesammelt gibt es Kritik an dem Schritt beispielsweise auf Reddit. Dort wird darauf verwiesen, dass der Social-News-Aggregator selbst mit einem ähnlichen Schritt seine Community gegen sich aufgebracht hat. Gegenüber Techcrunch hat der Strava-CEO Michael Martin den Vergleich aber zurückgewiesen und darauf hingewiesen, dass man sich den API-Zugriff nicht pro Anzahl der Abrufe bezahlen lasse, sondern es mit einer festen Summe losgehe. Damit könne man eine Idee erst einmal ausprobieren, bevor man für einen breiteren Zugang mehr bezahlen müsse.

(mho)

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