Die britische Luxusmarke Rolls-Royce hat das Modellupdate seines batterieelektrischen Coupés vorgestellt. Der Spectre Series II soll vor allem bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit zulegen, bleibt beim Verbrauch aber weiterhin hinter der Konkurrenz zurück.
Rolls-Royce steigert die WLTP-Reichweite des Spectre auf bis zu 628 km, entsprechend einem Plus von bis zu 18 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Die Ladezeiten sollen sich um bis zu 14 Prozent verkürzen. Als technische Basis für beide Verbesserungen nennt der Hersteller eine „überarbeitete Batterie-Zelltechnik“. Details zur genauen Zellchemie, zu Elektrodenformulierungen oder Zulieferern nennt Rolls-Royce allerdings nicht. Auch konkrete Leistungen für AC- oder DC-Laden werden noch nicht genannt.
Rolls Royce Spectre II
(Bild: Rolls Royce)
Mehr Leistung, viel Drehmoment
Die Antriebseinheit wurde laut Rolls-Royce neu abgestimmt und leistet in der Standardvariante 442 kW. Das Drehmoment liegt bei 1015 Nm Drehmoment. Die Black-Badge-Version stellt im sogenannten Infinity Mode bis zu 500 kW bereit, im Spirited Mode bis zu 1100 Nm Drehkraft. Der Hersteller spricht von mehr „Unmittelbarkeit“ durch den überarbeiteten Antriebsstrang, ohne jedoch konkrete Änderungen an Software, Rekuperation oder Steuerungslogik zu benennen.
Beim Energieverbrauch gibt Rolls-Royce für den Spectre Series II 20,2 bis 21,7 kWh/100 km nach WLTP an, für die Black-Badge-Variante 20,2 bis 21,8 kWh/100 km. Werte, die selbst im Vergleich zu anderen Luxus-Elektrofahrzeugen hoch ausfallen. Der Mercedes EQS 400 Premium kommt frisch überarbeitet auf 16,4 kWh/100 km, der Porsche Taycan je nach Version auf 16,7 bis 19,7 kWh/100 km und der BMW i7 xDrive60 auf 18,5 bis 22,3 kWh/100 km. Der Spectre liegt damit am oberen Ende des Feldes.
Rolls Royce Spectre II
(Bild: Rolls Royce)
Inkrementelle Verbesserungen
Der moderate Effizienzgewinn mit 18 Prozent mehr Reichweite deutet eher auf Weiterentwicklungen bei Zelltechnik und Antriebsabstimmung als auf grundlegende technische Änderungen hin. Rolls-Royce bezeichnet den Spectre als eines der wichtigsten Modelle der modernen Markengeschichte. Firmenchef Chris Brownridge zitiert bei der Vorstellung den Gründer Sir Henry Royce: „Kleine Dinge machen Perfektion aus, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit.“ Der Spectre sei 2025 das zweitmeistverkaufte Modell der Marke weltweit gewesen.
Neue Farben und Materialien
Neben der Antriebstechnik hat Rolls-Royce auch am Design gearbeitet. Neue 23-Zoll-Felgen, die Außenfarbe Ethereal Blue und im Innenraum Materialien wie das Bambusgewebe Duality Twill gehören zu den Änderungen. Letzteres sei ein Rayon-Stoff, bei dem eine Ausführung bis zu 2,6 Millionen Stiche, rund 16 Kilometer Garn und bis zu 25 Stunden Fertigungszeit erfordern könne. Hinzu kommt eine beleuchtete Armaturentafel mit 8108 einzelnen Lichtpunkten. Die Black-Badge-Variante erhält darüber hinaus geschwärzte Außendetails und eigene Raddesigns.
(fpi)











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