Die US-amerikanische Datenanalyseplattform Neo4j hat die Londoner Firma GraphAware übernommen, die mit Hume eine Analysesoftware für Sicherheits- und Ermittlungsorganisationen anbietet. Die beiden Firmen kündigen an, damit eine Konkurrenz zum umstrittenen Überwachungstool Palantir zu schaffen.
Laut den Ankündigungen von Neo4j und GraphAware soll die Verknüpfung der etablierten Ermittlungssoftware Hume mit den KI-Funktionen von Neo4j in Zukunft als „vertrauenswürdige, standardoffene Alternative zu vorhandenen proprietären Blackbox-Tools wie Palantir Gotham“ dienen.
Viel mehr Details zu den geplanten Funktionen gibt es in den Ankündigungen ebenso wenig wie zur Frage, wie offen die Palantir-Alternative sein wird, denn beide Firmen haben sowohl Open-Source- als auch kommerzielle Komponenten im Angebot. Neo4j schreibt nur dazu: „Nichts Wichtiges ist hinter proprietärer Logik verborgen.“
Unternehmen und Behörden können die Software jedenfalls mit ihren eigenen Daten und in ihrer eigenen Umgebung verwenden. Sie haben im Gegensatz zu Palantir auch Zugriff auf die zugehörige Logik und die Datenverarbeitung. Dabei kann die Plattform in der Cloud oder on premises zum Einsatz kommen. Inwieweit amerikanische Strafverfolgungsbehörden Zugriff auf Daten hätten, hat heise developer bei der Firma angefragt.
Palantir intransparent
Hume nutzt schon länger Neo4j und ist auf die Arbeit von Strafverfolgungsbehörden, Militär und Finanzermittlern spezialisiert. Die Software führt komplexe und verstreute Daten zu einem vernetzten Lagebild zusammen und zeigt Zusammenhänge sowie Kontext. Im Einsatz ist sie bei der australischen Polizei, beim US-Kriegsministerium und bei einer Behörde für Cyberabwehr eines nicht näher genannten europäischen Landes.
Das US-Unternehmen Palantir steht vielfach in der Kritik, insbesondere wegen Intransparenz der Software, mangelnder Souveränität durch Abhängigkeit von einem US-Anbieter, Datenschutz und der Rolle des umstrittenen Investors Peter Thiel. Eine europäische Alternative kommt auch aus Frankreich.
Vorerst bleiben Neo4j und GraphAware in ihrer Struktur erhalten, der Abschluss der Übernahme soll im 3. Quartal dieses Jahres erfolgen und hängt unter anderem von der Bestätigung eines australischen Investors ab.
(who)











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