Pace Gallery: Ist weniger jetzt mega?

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Auktionsrekorde sorgten zuletzt wieder für Schlagzeilen in der Kunstmarktberichterstattung, und in London kommt bald die vermutlich nach ihrer Auktion teuerste je in Europa versteigerte Privatsammlung unter den Hammer. Dass Kunstverkauf aber selbst im Spitzensegment – obwohl die Anzahl der Hochvermögenden seit Jahren stetig steigt – kein Selbstläufer ist, zeigt jetzt die Pace Gallery.

Gegründet 1960 von dem Kunsthändler und Filmproduzenten Arne Glimcher in Boston, ist sie in New York heimisch und unterhält internationale Dependancen unter anderem in London, Paris, Hongkong und Seoul, ist also so breit aufgestellt wie die Konkurrenz auf diesem Niveau, die Gagosian Gallery, Hauser & Wirth und David Zwirner. Spezialisiert auf moderne und zeitgenössische Kunst, wird Pace inzwischen von Arne Glimchers Sohn Marc Glimcher geleitet und vertritt so prominente Künstler wie den kürzlich verstorbenen David Hockney oder Yoshimoto Nara, die Nachlässe von Alexander Calder, Mark Rothko oder Agnes Martin. Zuletzt hat Pace Gegenwartskünstler wie Alicja Kwade oder Elmgreen & Dragset hinzugewonnen.

Ein Drittel der Künstler muss gehen

Doch nun geht es in die entgegengesetzte Richtung: Pace trennt sich von 50 Künstlern und 50 Mitarbeitern, also einem Drittel respektive einem Fünftel des Bestands. Das hat Marc Glimcher der „New York Times“ verraten und zugleich den Grund genannt: „Das ganze Kunstgaleriensystem ist zu groß, zu kommerziell, zu unpersönlich und zu unternehmerisch geworden“, sagte er der Zeitung. Alle wüssten es, nun sei die Zeit für Veränderungen gekommen.  „Downsizing“, Verkleinerung, ist das Gebot der Stunde, nach Jahrzehnten der Expansion. Zu den ersten prominenten Namen auf der Streichungsliste gehören der Wiener Aktionist Hermann Nitsch und der Fotograf Richard Avedon. Der Standort in London soll verkleinert werden.

Auf der heute Abend schon teilweise für das VIP-Publikum öffnenden Art Basel in der Schweiz, der wichtigsten Kunstmesse der Welt, wird Pace in Zusammenarbeit mit den Kunsthändlern Emmanuel Di Donna und David Schrader auftreten, als Pace Di Donna Schrader Galleries. Kooperationen sind, das zeigen auf der Messe auch weitere Beispiele, für Galeristen eine attraktive Alternative zur Expansion geworden.

Die Gründe für die Grenzen des Wachstums sind mit Händen zu greifen: steigende Mieten in den besten Lagen der Metropolen; steigende Transportkosten und hohe Standmieten bei den Messen, die Galeristen rund um den Globus wie einen Wanderzirkus bespielen; eine insgesamt unsichere Welt- und Wirtschaftslage mit Hin und Her, was Zinsen, Zölle oder auch nur verlässliche Flugrouten betrifft. Vor diesem Hintergrund sucht Pace sein Heil in der Konzentration.

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