News: Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker, Antisemitismus-Bericht, G7-Gipfel in Évian

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Bis der Arzt kommt

Sollten Sie zu jenen Menschen zählen, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als Whisky-Cola zu trinken und dabei eine Zigarette nach der anderen zu rauchen, dann versuchen Sie bitte, sich jetzt nicht allzu lebensgefährlich aufzuregen. Wir wollen ja nicht, dass Sie der Schlag trifft, wenn Sie erfahren: Tabak, Schnaps und Zuckertrank – alles soll teurer werden. Geht es nach dem Willen von Gesundheitspolitikern aus SPD und CSU, dann sollen die Abgaben auf diese ungesunden Produktgruppen deutlich steigen. Das damit eingenommene Geld soll dazu beitragen, die steigenden Kosten im Gesundheitswesen aufzufangen.

Schnaps und Zigaretten, fehlt nur noch ein zuckerhaltiger Softdrink zum Mixen

Schnaps und Zigaretten, fehlt nur noch ein zuckerhaltiger Softdrink zum Mixen

Foto: Monkey Business 2 / Shotshop / picture alliance

Es sei schwer vermittelbar, dass Beitragszahler »immer höhere Lasten tragen, während gesundheitsschädlicher Konsum volkswirtschaftliche Folgekosten in Milliardenhöhe verursacht«, zitiert mein Kollege Christian Teevs den gesundheitspolitischen Sprecher der SPD, Christos Pantazis. Ähnlich sieht es Emmi Zeulner, CSU-Abgeordnete und Obfrau der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss. Eine stärkere Anhebung der »Lenkungssteuern für Spirituosen, zuckerhaltige Getränke und Tabak« hätte aus ihrer Sicht zwei Vorteile: »Zum einen nehmen wir zusätzliches Geld ein, das wir für die Beitragsstabilisierung nutzen müssen, zum anderen leisten wir damit einen Beitrag zur Prävention.« (Mehr über Zeulners Ideen hier im Interview mit ihr .)

Bevor Sie nun die Fäuste gegen die da oben schütteln, die einem auch noch die letzten Freuden verbieten wollen, bedenken Sie bitte: Pantazis und Zeulner wollen doch nur den Kollaps des Gesundheitssystems verhindern. Und Ihren dazu.

Moderne Antisemiten

Wenn heute in Berlin der »Jahresbericht Antisemitische Vorfälle in Deutschland« für das Jahr 2025 vorgestellt wird, dann wird darin von Schmierereien an öffentlichen Orten die Rede sein, von pöbelnden Kommentaren in Internetforen und von Aufrufen auf Demonstrationen zur Zerstörung Israels. Zuletzt hatte etwa Deborah Schnabel, die Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank, vor einer Überschwemmung der sozialen Medien mit judenfeindlichen Äußerungen gewarnt (mehr hier): »Welche Langzeitauswirkungen die Flut antisemitischer Codes in Social-Media-Kommentarspalten, Wehrmachtskitsch auf Instagram oder holocaustverharmlosende Posts auf das Geschichtsbild junger Menschen haben, ist noch nicht mal ansatzweise erforscht«, sagte Schnabel der Katholischen Nachrichtenagentur.

Protestplakat gegen Antisemitismus

Protestplakat gegen Antisemitismus

Foto: Sven Kaeuler / dpa

Der Antisemitismus, von dem der Schriftsteller Rafael Seligmann berichtet, ist leiser, wird höflich vorgetragen, gern als Frage: Wie er denn noch schlafen könne, angesichts der Verbrechen Benjamin Netanyahus an palästinensischen Kindern? Nur weil er Jude ist, soll sich Seligmann regelmäßig zu den Taten der israelischen Regierung erklären, und wenn er erklärt, er sei weder deren Sprecher noch Verteidiger, löse das Befremden aus. »Die modernen Antisemiten verbergen ihre Unehrlichkeit hinter dem Popanz Netanyahu«, schreibt Seligmann in einem Gastbeitrag für den SPIEGEL und bekennt: »Es ist die Summe der antijüdischen Anfeindungen über Jahrzehnte hinweg, die mich und andere Juden zermürbt.«

Speisen wie Trump in Frankreich

Schon ganz schön schlau, diese Einladung: Heute um 19 Uhr sind Emmanuel Macron und Donald Trump zum Abendessen im Schloss Versailles verabredet. Und wer Trumps Hang zu Prunk und Protz kennt (also jeder), weiß, dass sich der US-Präsident diesen Termin vor pompöser Kulisse auf keinen Fall entgehen lassen wird. Somit kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich Trump nicht vorzeitig vom G7-Gipfel im französischen Évian verabschiedet und gen Washington entschwebt – weil es ihm entweder zu langweilig wurde unter den anderen westlichen Staatenlenkern oder weil womöglich jemand Widerworte gewagt haben könnte.

Präsident Macron vor der Schlossfassade in Versailles (am 1. Juni)

Präsident Macron vor der Schlossfassade in Versailles (am 1. Juni)

Foto: Blondet Eliot / ABACAPRESS / IMAGO

Sicher ist: Der deutsche Bundeskanzler steht nicht im Verdacht, gegen Trump aufzumucken. Erst gestern überreichte Friedrich Merz dem 80-Jährigen ein Deutschlandtrikot als verspätetes Geburtstagsgeschenk. Er wirkte dabei »wie der Klassenstreber, der dem Lehrer ein Geburtstagsgeschenk überreicht hat, bezahlt vom eigenen Taschengeld«, so beobachteten es meine Kollegen Christoph Hickmann und René Pfister, die für den SPIEGEL aus Évian berichten.

Heute stehen noch zwei Arbeitssitzungen an, eine zum Thema »Ausgewogenes, gemeinsames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum im Dienste aller vorantreiben«, eine zweite soll »Den sicheren, schnellen und effizienten Einsatz von KI gewährleisten«. Sollten Trump am Konferenztisch die Äuglein zufallen, hat Merz gewiss ein weiches Kissen parat.

Und bei der WM?

Auch mit 38 Jahren schreibt Lionel Messi noch Geschichte: Fast im Alleingang verhilft er seinen Argentiniern zum Auftaktsieg gegen Algerien. Und: Erling Haaland feiert ein gelungenes WM-Debüt. Alles Wichtige zur WM finden Sie hier im Blog .

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Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games.

Demonstration für Herausforderer Dan Sullivan in Juneau, Alaska (12. Juni)

Demonstration für Herausforderer Dan Sullivan in Juneau, Alaska (12. Juni)

Foto: Becky Bohrer / AP

…ist der US-Amerikaner Dan Sullivan. Allerdings ist Dan Sullivan in derselben Angelegenheit auch Verlierer. Tatsächlich geht es um zwei verschiedene Dan Sullivans: Der eine ist republikanischer Senator aus Alaska. Der andere wollte es werden und deshalb bei der kommenden Wahl gegen den gleichnamigen Amtsinhaber antreten. Sullivan wirft Sullivan allerdings Wählertäuschung vor, und die Wahlbehörde entschied nun: Dan Sullivan darf nicht antreten. Welcher? Das entnehmen Sie bitte dieser sehr amerikanischen, sehr seltsamen Geschichte:

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Offenbar fließt doch Steuergeld in den Ballsaal – und Trump soll davon gewusst haben: Den neuen Ballsaal am Weißen Haus spendieren er und seine reichen Gönner – das hat Donald Trump stets verkündet. Ein Medienbericht offenbart nun Zahlen, die eine andere Rechnung nahelegen.

  • Bundeswehr plant mehr Projekte mit Tierversuchen: Seit Jahrzehnten setzt die Bundeswehr für Forschungszwecke auf lebende Tiere. In Zukunft soll es noch mehr Projekte geben, in denen sie verwendet oder getötet werden – auch wegen der »veränderten geopolitischen Lage«.

  • 16-Jähriger stellt sich nach Schuss auf Polizisten in Göttingen: Zwei Großfamilien waren aneinandergeraten, am Ende des Streits landete ein Göttinger Polizeibeamter angeschossen auf der Intensivstation. Nun hat sich ein Verdächtiger gemeldet – und seinen Anwalt gleich mitgebracht.

Heute bei SPIEGEL Extra: Steuererklärung mit einem Klick – so funktioniert es

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Abraham Gonzalez Fernandez / Getty Images

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