Die US-Justiz wirft der Gruppe Verschwörung zum Mord vor. Der jüngste der fünf Angeklagten ist erst 19 Jahre alt. Seine Mutter hatte die Polizei benachrichtigt.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, vsp 17. Juni 2026, 7:21 Uhr
Das US-Justizministerium hat fünf Männer wegen mutmaßlicher Anschlagspläne auf den Käfigkampf zum Geburtstag von US-Präsident Donald Trump angeklagt. Der jüngste von ihnen soll erst 19 Jahre alt sein. Zu den Anklagepunkten gehört unter anderem die Verschwörung zum Mord, wie das Ministerium mitteilte. Die Bundespolizei FBI hatte die Verdächtigen bereits vergangene Woche vor dem Spektakel in Washington festgenommen und damit nach eigenen Angaben den Anschlag verhindert.
Die fünf Verdächtigen im Alter zwischen 19 und 32 Jahren hatten laut Justizministerium geplant, mit Sprengstoff bestückte Drohnen auf Trumps Geburtstagsveranstaltung fliegen zu lassen, um eine Evakuierung auszulösen. In der Folge sollten Scharfschützen demnach auf »hochrangige Ziele« in der fliehenden Menge schießen. Die Verdächtigen hätten es dabei auch auf andere Regierungsmitglieder abgesehen, teilte das Ministerium mit.
Mehrere Festnahmen hätten die mutmaßlich geplanten Anschläge »im Keim erstickt«, schrieb FBI-Chef Kash Patel auf der Plattform X. Demnach gab es zwei Festnahmen im Bundesstaat Kalifornien und jeweils eine in Ohio, Missouri und Nebraska.
Mutter des 19-Jährigen alarmierte Polizei
Zu den Verdächtigen zählt der Mitteilung zufolge auch ein 19-Jähriger. Er sei in Ohio festgenommen worden, nachdem seine Mutter die Polizei im Bezirk Knox informiert hatte, dass ihr Sohn mit einer extremistischen Gruppe Kontakt habe. Der Teenager soll »Feuerwaffen, Tausende Schuss Munition und Kampfausrüstung in seinem Zuhause in Ohio angehäuft« haben, hieß es in der Mitteilung des Justizministeriums. Außerdem habe er »potenzielle Anschlagsziele identifiziert, darunter zahlreiche Kongress-Mitglieder«.
Das FBI und die Strafverfolgungsbehörden seien bereits am 10. Juni auf eine »potenzielle Bedrohung« für die Veranstaltung aufmerksam geworden, schrieb FBI-Chef Patel. Interims-Justizminister Todd Blanche lobte die »schnelle Reaktion« und Wachsamkeit der Polizei. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt rühmte im Onlinedienst X die Dankbarkeit des US-Präsidenten und seiner Regierung für die »heldenhaften Mitglieder der Sicherheitskräfte«, die sich für die Sicherheit des Landes einsetzten.
Tausende besuchten das Käfigkampfspektakel
Trump hatte seinen 80. Geburtstag am Sonntag mit einem Mixed-Martial-Arts-Spektakel vor dem Weißen Haus gefeiert. Dafür war eigens eine Freiluftarena errichtet worden. Rund 4.000 Gäste waren eingeladen, die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses zu verfolgen. Zu den Anwesenden zählten neben Trump und seiner Familie auch mehrere Kabinettsmitglieder sowie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. In einem nahegelegenen Park verfolgten etwa 100.000 Menschen das schätzungsweise 60 Millionen Dollar teure Spektakel auf einer Großleinwand.
Die Attentatsversuche auf den US-Präsidenten häufen sich. Im April hatte ein Schütze versucht, ein Presse-Galadiner mit Trump in Washington zu stürmen, der Präsident blieb aber unverletzt. Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Pennsylvania im Juli 2024 war Trump von einem Schützen am rechten Ohr verletzt worden. Mitte September 2024 ereignete sich ein anderer Zwischenfall, als sich am Rand von Trumps Golfplatz ein Mann mit einem Gewehr in einem Gebüsch versteckte.

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