Nach Protesten: Meta lockert Mitarbeiter-Tracking für KI-Training

vor 16 Stunden 1

Meta passt seine Tracking-Software an, die auf Arbeitsrechnern von US-Mitarbeitern Mausbewegungen, Klicks, Tastenanschläge und gelegentlich Bildschirmaufnahmen für KI-Training erfasst. In einem Memo kündigt das Unternehmen zusätzliche Datenschutzmaßnahmen an, erweitert Ausnahmeregelungen und ermöglicht Mitarbeitern, die Datenerfassung auf ihren Computern für 30 Minuten zu pausieren. Die Änderungen folgen auf wochenlangen internen Widerstand.

Die 30-minütige Pause soll Mitarbeitern laut Memo erlauben, „etwas Persönliches nachzusehen“. Anschließend setzt die Datenerfassung automatisch wieder ein.

Meta erweitert zudem bestehende Ausnahmen: Künftig sollen Mitarbeiter, die sensible Inhalte bearbeiten, bei der Arbeit von zu Hause Bandbreitenprobleme befürchten oder im Außendienst nur begrenzten Zugang zu Strom haben, eine Ausnahme beantragen können, berichtet The Information. Zuvor hatten Mitarbeiter über hohen Daten- und Akkuverbrauch geklagt.

In dem Memo verweist Meta zudem auf zusätzliche Datenschutzmaßnahmen: So würden Aktivitäten zusammengefasst, statt exakt eingegebene Wörter zu erfassen. Nach Angaben des Unternehmens haben aufgrund strenger Zugriffskontrollen nur wenige Ingenieure Zugriff auf die Rohdaten.

Meta hat die „Model Capability Initiative“ (MCI) genannte Tracking-Software im April eingeführt. Damals versicherte Meta, dass die gesammelten Daten nicht für die Überwachung oder Leistungsbewertung von Mitarbeitern genutzt würden, sondern dazu dienen, agentische KI-Modelle beim Umgang mit Computern zu trainieren. Dazu zählt etwa die Nutzung von Tastenkürzeln oder die Navigation durch Dropdown-Menüs. Die Initiative ist Teil eines umfassenden KI-Umbaus des Unternehmens.

Nicht alle Mitarbeiter akzeptierten das Tracking widerspruchslos. Einige ignorierten wiederholt die erforderliche Zustimmung, andere fanden Wege, das Programm über Geräteeinstellungen abzuschalten. Der Protest wurde auch öffentlich sichtbar: An mehreren US-Standorten verteilten Mitarbeiter Flugblätter gegen die Software und warben für eine Online-Petition.

Während ein derartiges Tracking in Deutschland und der EU rechtlich erhebliche Hürden hätte, gibt es in den USA auf Bundesebene keine vergleichbaren Beschränkungen für die Überwachung von Arbeitnehmern. Einige Bundesstaaten schreiben allerdings vor, dass Beschäftigte über solche Maßnahmen informiert werden müssen.

(tobe)

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