Mittwoch: Trumps neues KI-Dekret, Microsoft-Neuheiten von der Build-Konferenz

vor 19 Stunden 1

Geheimes Benchmarking von KI, Zugriff für die US-Regierung vor allen anderen, staatliche Suche nach Software-Bugs – das und mehr ordnet der US-Präsident an. Sein neues Dekret sieht die priorisierte Nutzung von KI für die IT-Abwehr bei Militär, Geheimdiensten, zivilen Behörden und deren Dienstleistern vor. Derweil hat Microsoft nach dem Surface Laptop Ultra auf der Konferenz Build einen Desktop mit RTX Spark speziell für Entwickler angekündigt. Die „Surface RTX Spark Dev Box“ soll klassische Kommandozeilen-Tools aus der Linux-Welt wie grep bieten und wie das Surface Laptop Ultra im Herbst erhältlich sein. Auf der eigenen Entwicklerkonferenz hat Microsoft auch „Project Solara“ vorgestellt, mit dem der Konzern eine neue Gerätekategorie mit KI-Agenten statt Apps etablieren will. Fokus liegt auf dem Business-Bereich, denn die Idee ist im Consumer-Bereich angesichts früherer Versuche wie Rabbit R1 und Humane AI Pin bisher gescheitert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Nach einigem Hin und Her hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag doch einen Erlass zum Thema Künstliche Intelligenz veröffentlicht. Er richtet eine ganze Latte neuer Arbeitskreise ein, die sich Themen rund um KI und IT-Sicherheit widmen sollen. Klaffende Lücke bleibt Sicherheit der KI selbst. Zwar erklärt Trump die Förderung von KI-Innovation und Sicherheit zum offiziellen Ziel, ordnet dann aber keine konkreten zur Stärkung der KI-Sicherheit an. Erreicht werden soll das durch „Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft zwecks Modernisierung von IT-Systemen in Verwaltung und Privatwirtschaft und deren Härtung gegen Bedrohung von außen“. Tatsächlich stellen Insider grundsätzlich die größere Bedrohung, neben intern aufgesetzten KI-Agenten: Trump gibt sich exklusiven Zugriff auf neue KI vor allen anderen.

Das KI-Dekret Trumps zielt auch auf den US-Konzern Microsoft, der jetzt eine Desktop-Umgebung für die Softwareentwicklung mit Künstlicher Intelligenz angekündigt hat. Nachdem der kleine Ausblick auf das kommende Surface Laptop Ultra auf der Computex bereits für Aufsehen gesorgt hat, legt Microsoft mit einer Desktop-Variante auf Grundlage des neuen RTX Spark von Nvidia nach: Surface RTX Spark Dev Box. Microsoft-CEO Satya Nadella bezeichnete sie zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco als „Traummaschine“. Über die inneren Werte verrät Microsoft bisher noch nicht viel, aber sie hat laut Nadella „1 Petaflop Rechenkapazität für KI und verfügt über 20 CPU-Kerne sowie 128 Gigabyte geteilten Speicher“. Die Dev Box kommt mit Windows 11 Pro: Microsofts „Traummaschine” Surface RTX Spark Dev Box.

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Daneben hat Microsoft auf seiner Entwicklerkonferenz eine neue Software- und Hardware-Plattform namens „Project Solara“ vorgestellt. Die Plattform soll eine neue Gerätekategorie begründen, bei der KI-Agenten die zentrale Interaktionsschicht bilden – statt klassischer Apps. Ein wesentliches Merkmal von Project Solara ist nach Konzernangaben die Trennung von Endgerät und Intelligenz. Anders als etwa bei Microsofts gleichzeitig angekündigter Surface RTX Spark Dev Box, die lokale KI-Workloads mit erheblicher Rechenleistung ausführen soll, sind auf den Solara-Geräten keine Modelle lokal vorgesehen. Die Geräte sollen als schlanke Terminals fungieren – als Fenster in eine cloudbasierte Agenten-Infrastruktur auf Basis von Azure. Es ist die Vision der agenten-zentrierten Hardware: Microsoft „Project Solara“.

Auf der Build-Konferenz hat Microsoft auch seinen Quantenchip Majorana 2 angekündigt. Laut der Ankündigung sollen die Qubits nun 1.000-mal zuverlässiger sein als jene im Vorgängerchip – mit einer mittleren Qubit-Lebensdauer von 20 Sekunden und vereinzelten Werten von bis zu einer Minute. Andere gängige Ansätze messen Qubit-Lebensdauern in Mikrosekunden. Der entscheidende technische Unterschied zum Vorgänger liegt laut Microsoft im Materialmix: Majorana 2 ersetzt den in Majorana 1 verwendeten Supraleiter Aluminium durch Blei und aktualisiert die aktive Halbleiterregion auf eine Kombination aus Indiumarsenid und Indiumarsenidantimonid. Diese Änderung soll zu einer signifikant robusteren topologischen Phase führen: Microsoft Majorana 2 verspricht zuverlässigere Qubits – Skepsis bleibt.

Mit Amazon sieht sich ein anderer US-Konzern im US-Bundesstaat Seattle mit einer Sammelklage wegen Datenschutzverstößen konfrontiert. Grund ist die im letzten Jahr eingeführte Funktion „Bekannte Gesichter“ der Ring-Kameras, die für Videoaufnahmen an der Haustür verwendet werden. Nach Ansicht des Klägers würden damit Gesichtsbilder der aufgenommenen Personen ohne deren Einwilligung gespeichert. Der klageführende Charles Sigwalt aus Virginia fordert Schadenersatz in Höhe von insgesamt mindestens 5 Millionen US-Dollar für alle sich der Klage anschließenden Personen. Nach seiner Ansicht „gingen Millionen Amerikaner an einer Ring-Überwachungskamera vorbei und ihre Gesichtsbiometrie wurde unwissentlich erfasst“: Sammelklage in den USA gegen Amazon wegen Gesichtserkennung der Ring-Kameras.

Im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast, sprechen wir über die spannendsten Neuigkeiten von der Computex 2026 in Taipeh. Schon am Vortag setzte sich Nvidia-Chef Jensen Huang in Szene, der in Taiwan wie ein Popstar gefeiert wird. Er kündigte den lang erwarteten ARM-Prozessor für Windows-11-Notebooks an: RTX Spark. Außer auf PC-Spiele zielt er vor allem auf KI-Anwendungen. RTX Spark soll keine Eintagsfliege sein, sondern AMD, Intel, Qualcomm und letztlich auch Apple auf Dauer Konkurrenz machen. Für 2028 ist bereits ein Nachfolger geplant. Und außer Linux soll auch Windows auf dem dicken Workstation-Prozessor GB300 Spark laufen. Auch AMD, Intel, Qualcomm und viele andere Chiphersteller brachten Neuheiten zur Computex. Darüber sprechen wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: Heiße Neuigkeiten von der Computex 2026.

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(fds)

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