Microsoft hat seinen neuen Intelligent Terminal vorgestellt, einen experimentellen Open-Source-Fork des Windows Terminal. Die Anwendung bindet KI-Agenten direkt in die Terminaloberfläche ein und soll Entwicklern und Administratoren den Wechsel zwischen Shell, Browser und KI-Assistent ersparen. Der Intelligent Terminal läuft als eigenständige Anwendung neben dem regulären Windows Terminal und ersetzt dieses nicht.
Für Windows gibt es bereits mehrere Terminals. Neben dem klassischen Konsolenfenster und dem moderneren Windows Terminal von Microsoft nutzen viele Entwickler Drittanbieterprogramme wie WezTerm, Hyper, Tabby, ConEmu oder MobaXterm.
Mit dem Aufkommen von KI-Agenten sind zudem neue Terminalprojekte entstanden, die KI-Funktionen direkt in die Oberfläche integrieren. Zu den bekanntesten Vertretern zählt Warp. Microsoft verfolgt mit Intelligent Terminal jedoch einen anderen Ansatz: Statt einen neuen Terminal zu entwickeln, erweitert das Unternehmen das vielen Nutzern bereits vertraute Windows Terminal um Agentenfunktionen. Im Mittelpunkt steht ein andockbarer Bereich namens Agent Pane, der dauerhaft Zugriff auf die laufende Shell-Sitzung hat.
Offen für verschiedene Agenten
Intelligent Terminal ist nicht auf einen einzelnen KI-Anbieter festgelegt. Die Anwendung unterstützt Agenten, die das Agent Client Protocol (ACP) beherrschen. Standardmäßig kommt die GitHub Copilot CLI zum Einsatz, daneben erkennt die Software laut Dokumentation auch CLI-Agenten auf Basis von Claude, Codex oder Gemini. Den Agenten und das Modell wählen Anwender in den Einstellungen aus.
Eine zentrale Neuerung ist die automatische Fehlererkennung: Schlägt ein Befehl fehl, weist das Terminal sichtbar darauf hin und übergibt dem Agenten den Fehlerkontext. Dieser liefert anschließend Erklärungen oder Lösungsvorschläge.
Die Grundidee ist nicht neu. Schon vor dem Aufkommen generativer KI gab es Werkzeuge, die fehlerhafte Shell-Befehle analysierten und korrigierte Varianten vorschlugen – etwa das verbreitete Kommandozeilen-Tool thefuck. Intelligent Terminal geht jedoch einen Schritt weiter und verknüpft die Fehleranalyse mit einem dialogfähigen Agenten. Statt nur einen korrigierten Befehl auszugeben, beantwortet dieser Rückfragen, erläutert verschiedene Lösungswege und kann Folgeaktionen vorbereiten.
Komplexere Aufgaben laufen bei Bedarf im Hintergrund. Mehrstufige Agentenaufträge lagert Intelligent Terminal in separate Tabs aus, sodass die aktive Shell nutzbar bleibt. Als Einsatzszenarien nennt Microsoft etwa die Analyse umfangreicher Logdateien, die Untersuchung von Build-Fehlern oder das Erstellen von Skripten.
Verwaltung und schneller Zugriff
Damit Nutzer mehrere parallele Agentenaufgaben im Blick behalten, bringt Intelligent Terminal ein eigenes Verwaltungsfenster mit. Dort lassen sich aktive und abgeschlossene Sitzungen einsehen und bei Bedarf wieder aufnehmen. Auch die Befehlspalette (Command Palette) hat Microsoft erweitert: Über ein vorangestelltes Fragezeichen starten Anwender Agentenaufträge direkt aus der Palette heraus, ohne ihre Arbeitsumgebung zu verlassen. Den Kontext der aktiven Shell übergibt das Terminal automatisch.
Für den schnellen Zugriff auf die neuen Funktionen führt Microsoft zudem eine Agenten-Statusleiste ein. Sie bündelt das Agentenfenster, die Fehlererkennung und die Sitzungsverwaltung an einer Stelle.
Datenschutz und Verfügbarkeit
Beim Datenschutz beschreibt Microsoft Intelligent Terminal als lokale Transportschicht zwischen Terminal und Agentensoftware. Die Anwendung selbst spricht laut Microsoft nicht mit Cloud-Diensten, sondern reicht Eingaben und Shell-Kontext an den gewählten Agenten weiter. Welche Daten dort verarbeitet werden, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Gesprächsverläufe speichert Intelligent Terminal nicht dauerhaft; Telemetrie- und Diagnosedaten kann es jedoch weiterhin an Microsoft übermitteln.
Microsoft bezeichnet Intelligent Terminal ausdrücklich als Experiment. Die Software erscheint als separate Anwendung und läuft parallel zum regulären Windows Terminal. Mit dem Release stellt Microsoft zudem Terminal Chat im Canary-Channel ein. Voraussetzung ist Windows 11 ab Version 22H2. Weitere Details nennt Microsoft in der Ankündigung zu Intelligent Terminal; Quellcode und technische Dokumentation liegen im GitHub-Repository des Projekts. Den Funktionsumfang der ersten Version beschreiben die Release Notes zu Version 0.1.0.
(fo)











English (US) ·