Giorgia Meloni habe ihn angebettelt, sagte Donald Trump, sie habe unbedingt ein Foto mit ihm gewollt. Er, der US-Präsident, hätte eigentlich keines gemacht. Aber sie, die italienische Ministerpräsidentin, habe ihm leidgetan.
Die Aussagen Trumps in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 sorgen jetzt für diplomatische Spannungen zwischen Washington und Rom. Die Aussagen seien frei erfunden, schreibt Meloni bei X. »Ich und Italien betteln nie.«
Und Meloni legte nach: Es sei enttäuschend, dass Trump gegenüber den gemeinsamen Feinden nicht dieselbe Entschlossenheit zeige. »Deren Anführer behandelt er stattdessen mit weitaus größerer Nachsicht«, schreibt sie. »An eine Sache sollte er sich erinnern: Weder ich noch Italien treten jemals als Bittsteller auf.«
Die Beziehungen zwischen den einstigen Verbündeten Trump und Meloni sind schwierig geworden . Der italienische Außenminister Antonio Tajani von Melonis Koalitionspartner Forza Italia sagte eine für kommende Woche geplante Reise in die Vereinigten Staaten ab.
Scharfe Reaktionen aus Rom
Tajani schreibt bei X, Trumps Äußerungen seien ein Schlag ins Gesicht für das ganze Land: »Die schweren und beleidigenden Worte von Präsident Trump gegenüber Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verletzen ganz Italien.« Der Staatssekretär im Büro der Ministerpräsidentin, Giovanbattista Fazzolari, zeigte sich in einer Erklärung verwundert, ob Trump »vorsätzlich oder aus Unvermögen« die Beziehungen zwischen Washington und Europa zerstöre.
Nach Trumps Amtsantritt im Januar 2025 hatte sich Meloni zunächst als Vermittlerin zwischen dem US-Präsidenten und den anderen Europäern inszeniert. Doch das Verhältnis der beiden rechtsgerichteten Politiker trübte sich schnell ein. Ein Streitpunkt war unter anderem die verbale Auseinandersetzung zwischen Trump und Papst Leo XIV. , bei der Meloni das katholische Kirchenoberhaupt verteidigte.
Beim G7-Gipfel, der zuletzt in Frankreich stattfand , schien sich das Verhältnis wieder zu entspannen. Zum Abschluss des Gipfels am Mittwoch hatte Meloni noch von einem »sehr positiven Klima« gesprochen, mit Trump habe es »keine Reibereien« gegeben. Und dann folgte das Interview bei La7.

vor 1 Stunde
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