Für Israel ist die Vereinbarung, die der Iran und die Vereinigten Staaten zur vorläufigen Beilegung ihres Konflikts getroffen haben, eine Enttäuschung. Und ein Grund zur Sorge. Statt dass es, wie die Israelis gehofft und angestrebt hatten, zu einem Regimewechsel in Teheran kommt, hat die Führung der Islamischen Republik eine Art Legitimitätsbescheinigung erhalten, weil sie nun Partner in den bevorstehenden Friedensverhandlungen sein wird.
Niemand in Israel dürfte glauben, dass die Machthaber in Teheran auf ihr Nuklearprogramm verzichten werden. Ebenso wenig steht zu erwarten, dass Donald Trump eventuelle iranische Täuschungs- und Verzögerungsmanöver mit einer Wiederaufnahme des Krieges sanktionieren könnte. Von den ballistischen Raketen des Iran, die für Israel eine besonders akute Bedrohung darstellen, ist in den Absprachen, die der US-Präsident bisher mit der iranischen Führung getroffen hat, überhaupt nicht die Rede. »Trump hat im Grunde gesagt: Amerika ist nicht bereit, zu kämpfen«, erklärt der israelische Strategieexperte Dan Schueftan, der an der Universität Haifa lehrt. Aus israelischer Sicht ist das ein beunruhigender Einblick in die politische Gemütsverfassung des wichtigsten Verbündeten.

vor 2 Stunden
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