Ich bin entsetzt darüber, wie gering das Wissen einiger Journalisten über die derzeitige Beschaffenheit des Tempelhofer Feldes ist und die daraus resultierende Bedeutung des Feldes für uns, die nicht so wohlhabende Bevölkerung, die sich keine klimatisierten Hallen zum Tennis spielen leisten kann.
Kostenlos können wir hier gleichzeitig Laufen, Radfahren, Gymnastik, Kricket, Basketball betreiben, Boulen, Boßeln, Tanzen, Skaten, Windsurfen, Theater spielen, Gärtnern, Imkern, Musizieren, Grillen, Hochseil balancieren, Biergarten und Konzerte genießen, Drachen steigen lassen... Ruhen, Lesen, Träumen im Schatten unter hohen Bäumen in einem zirka zwei Kilometer langen Südrandstreifen des Feldes.
Eine Bebauung würde gerade diesen Schatten bietenden Rand vernichten und versiegeln. Als Folge davon gäbe es einen Temperaturanstieg des Feldes und der Umgebung, was Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigt.
Ein weiterer gravierender Einschnitt in unsere Lebensqualität wäre ein durch die Bebauung abgeschnittener Frischlufftstrom, der noch zurzeit die im Urstromtal liegende Innenstadt um einige Grade abkühlt.
Auch die unter Artenschutz stehenden Feldlerchen wären wieder gefährdet, ebenso die Turmfalken. Das hat alles nichts mehr mit klimagerechtem Bauen zu tun! Was geht in den Köpfen dieser Architekten vor?
Wohnungen für Priviligierte? Auch Genossenschaftswohnungen sind heute nicht mehr unter 50.000 Euro zu haben. Wer will sich hier ein Denkmal setzen, auf Kosten der Bevölkerung?
Mein Aufruf an alle Beteiligten: 100 Prozent THF. Es gibt noch genügend Brachflächen in Berlin auf denen Architekten sich beweisen könnten, bevor sie dieses einzigartige lebenswerte Gelände für sich vereinnahmen. Elisabeth Gier

vor 1 Tag
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