Die Spatzen pfiffen es schon seit 2024 von den Dächern, nun war es so weit: Nvidia-Chef Jensen Huang enthüllte auf seiner Computex-Keynote den Notebook-Prozessor mit dem Codenamen N1X. Er firmiert jetzt unter dem Markennamen RTX Spark. Damit bekommen Qualcomms Snapdragon-X-Prozessoren erstmals Konkurrenz bei Windows-on-ARM-Geräten – und auch AMD und Intel haben jetzt einen weiteren Mitbewerber, der Prozessoren für Windows-Geräte anbietet.
Mit 20 ARM-CPU-Kernen (je 10-mal Cortex-X925 und -A725) und 6144 Shader-Kernen (Blackwell-Architektur) entspricht der N1X-Prozessor einer Endnutzer-Version des System-on-Chip (SoC) GB10. Letzteren stellte Nvidia schon Anfang 2025 für seinen KI-Mini-PC DGX Spark vor.
Wegen Fehlern im Chipdesign dauerte es allerdings bis zum Herbst 2025, bis DGX Spark tatsächlich bei ersten Kunden ankam. DGX Spark läuft zudem unter Nvidias Linuxderivat DGX OS, nicht unter Windows. Letzteres soll sich nun ändern: Huang verspricht eine neue Ära des Windows-PCs mit KI-Agenten, die Nvidia gemeinsam mit Microsoft beschreiten wolle. Details dazu gab es am Veranstaltungsort in Taipeh nicht; sie sollen aber in den nächsten Tagen folgen. Huang will gemeinsam mit Microsoft-Chef Satya Nadella bei Microsofts Entwicklerkonferenz Build 2026 auftreten, die am 2. Juni in San Francisco beginnt.
Gerätereigen
Huang kündigte in seiner Keynote an, dass etliche Hersteller an Notebooks mit N1X beziehungsweise RTX Spark arbeiten, darunter Acer, Asus (ProArt P14 und P16), Dell (XPS), Lenovo (Legion, IdeaPad, Yoga), Microsoft (Surface Laptop Ultra) und MSI. Einige Hersteller wie Microsoft haben bereits begonnen, ihre Geräte in eigenen Blogs und auf Social Media anzuteasern, doch konkrete technische Details sind bei keinem darunter. In den Messehallen, die noch nicht geöffnet sind, könnte es zwar Mockups zu sehen geben, aber keine lauffähigen Geräte.
Die meisten RTX-Spark-Notebooks gab es während Nvidias Präsentation nur zugeklappt zu sehen.
(Bild: Mark Mantel / heise medien)
Das liegt daran, dass die Geräte noch nicht startklar sind. Hersteller teilten uns unter der Hand mit, dass sie hoffen, noch vor Jahresende mit dem Verkauf beginnen zu können. Offiziell nannte Huang auf der Bühne den Herbst 2026 als Starttermin; manche Hersteller gehen konkreter von September oder Oktober aus.
In Stein gemeißelt ist dieser Zeitplan aber nicht: Dem Vernehmen nach knirscht es unter der Haube von Windows weiterhin gewaltig – was denn auch die anfangs angesprochene lange Verzögerung erklärt. Die technischen Probleme sind wohl auch ein Grund, warum Microsoft für ausgewählte Systeme die von der restlichen Entwicklung abgekoppelte Windows-Version 26H1 (Build 28000) aufgelegt hat. Sie läuft derzeit bereits auf allen Notebooks, die mit Qualcomms Snapdragon X2 verkauft werden.
Microsofts Surface Laptop Ultra gehört zur ersten Welle mit Nvidias RTX-Spark-Prozessor.
(Bild: Microsoft)
(mue)











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