Computex: Neue Speichertechnologien für Desktop-PCs auf der Computex

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Der Trend zu immer schnellerem und größerem Arbeitsspeicher für Desktop-PCs zeigt sich auch auf der IT-Messe Computex in Taiwan: Der taiwanische Hersteller Dato präsentiert Clock Unbuffered DIMMs (CUDIMMs) mit DDR5-8000-RAM, die diese Geschwindigkeit ohne Übertaktungs-Profile wie EXPO und XMP und damit ohne erhöhte Spannung schaffen. Am Stand von Adata gibt es CUDIMMs mit DDR5-7200 – das Maximum, was die aktuelle Desktop-CPU-Generation Core Ultra 200S Plus von Intel laut Spezifikation schafft.

Dato produziert inzwischen DDR5-8000-CUDIMMs, die ohne erhöhte Spannung auskommen.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

CUDIMMs erreichen die hohen Taktfrequenzen durch aufgelötete Taktverstärker, die das Signal vom Speichercontroller in der CPU auffrischen. Derzeit unterstützt nur Intel bei LGA1851-Prozessoren diese Technik, also Core Ultra 200 alias Arrow Lake. AM5-CPUs von AMD der Serien Ryzen 7000, 8000 und 9000 können ausschließlich herkömmliche DDR5-Unbuffered-DIMMs (UDIMMs) ansteuern. Auf Nachfrage erklärte AMD in einem Gespräch mit c’t vor Ort in Taipeh, dass dies technisch bedingt sei. Der RAM-Controller im aktuellen I/O-Die tauge dafür nicht.

Für Mini-PCs und Notebooks gibt es CSODIMMs mit Taktverstärker, die wie hier von Apacer DDR5-7200-Tempo erreichen.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

Für höhere Kapazitäten hat das für Arbeitsspeicher zuständige Industriekonsortium JEDEC vor einigen Monaten die Modulvariante Clocked Quad-Ranked DIMMs (CQDIMMs) vorgestellt, die auch als 4R-DIMMs bezeichnet werden. Damit verdoppelt sich die maximale Kapazität von 64 GByte auf 128 GByte pro Modul, weil sie doppelt so viele Chips tragen. Übliche DIMMs und CUDIMMs haben ein oder zwei Ranks, in denen die Speicherbausteine organisiert sind. CQDIMMs haben derer vier. Die Module funktionieren aber nur auf Mainboards mit einem DIMM pro Kanal, also maximal zwei insgesamt. Die maximale Kapazität bleibt also bei 256 GByte. Interessant ist diese Technik etwa für Mini-ITX-Mainboards mit wenig Platz. Unter anderem zeigt uns Teamgroup CQDIMMs und ein Demosystem.

Die RAM-Krise beschäftigt Hersteller von Speichermodulen derzeit stark. Sie kaufen aktuell jeden Speicherbaustein, den sie angeboten bekommen. Preise spielen keine Rolle, denn die großen KI-Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft kaufen nahezu alles weg. Bislang bezogen die kleineren Hersteller ihren RAM vor allem von den Riesen wie Micron, Samsung und SK Hynix. Nun kommen verstärkt kleinere Hersteller wie Etron, Nanya und Winbond oder der chinesische Fertiger ChangXin Memory Technologies (CXMT) zum Zuge.

Teamgroup präsentiert CQDIMMs mit DDR5-8000-Geschwindigkeit und 128 GByte Kapazität pro Modul.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

Vor allem DDR4-RAM ist stark nachgefragt, weil viele Endkunden und kleinere Unternehmen verstärkt ältere CPU-Plattformen wie AMD AM4 und Intel LGA1700 für Neukäufe auswählen, weil DDR5-RAM so teuer ist. In China und Indien gibt es inzwischen einen Markt für Refurbished DIMMs aus stillgelegten Servern. Das spüren auch die CPU-Hersteller. Laut AMD hat sich das Verhältnis bei verkauften Prozessoren in Westeuropa und den USA von rund 80 Prozent AM5/DDR5 zu 20 Prozent AM4/DDR4 auf 60:40 verschoben. In China, Indien und Osteuropa, liegt der Anteil von AM4 noch höher. AMD kündigte erst kürzlich die Wiedereinführung des Ryzen 7 5800X3D für AM4-Mainboards an.

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(chh)

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