SPD-Politikerinnen werfen der Union vor, die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz zu blockieren. „Entgelttransparenz ist kein bürokratisches Hindernis, sondern ein Instrument für Gerechtigkeit, faire Aufstiegschancen und gleiche Bezahlung in unserem Land“, sagte die Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der „SPD Frauen“, Carmen Wegge, dem „Spiegel“ laut Vorabmeldung vom Sonntag. Die Blockade der Union sei „ein Affront gegenüber Millionen Frauen“.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie muss bis 7. Juni in nationales Recht umgesetzt werden. Ihr Ziel ist es, durch verpflichtende Angaben Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern zu verringern und so für mehr Fairness am Arbeitsmarkt zu sorgen. Arbeitgeber müssen demnach unter anderem Gehaltsspannen in Stellenanzeigen angeben.
Wer die Richtlinie als Bürokratiemonster diffamiere, verschweige zudem, dass es längst konkrete Vorschläge für eine bürokratiearme Umsetzung gebe, sagte Wegge weiter. „Wer jetzt weiter bremst, nimmt billigend in Kauf, dass Frauen in Deutschland weiter schlechter bezahlt werden, später weniger Rente bekommen und häufiger von Altersarmut betroffen sind.“
Auch Jasmina Hostert, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, forderte eine schnelle Umsetzung. „Der Gesetzentwurf muss jetzt endlich auf den Tisch, damit wir zügig in das parlamentarische Verfahren kommen“, sagte Hostert dem „Spiegel“. Es sei nicht gut, dass die Richtlinie nicht fristgerecht umgesetzt werde. Diese sei eine echte Chance, den Arbeitsmarkt gerechter zu machen und die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu minimieren. (AFP)

vor 2 Tage
2










English (US) ·