Ab Juli 2026: MS Office auf älteren Macs kann nur noch lesen und drucken

vor 15 Stunden 1

Am 13. Juli 2026 läuft ein digitales Zertifikat ab, mit dem Microsoft die Lizenzen seiner Office-Programme prüft. Die Folge: Ältere Office-Versionen für macOS und iOS schalten automatisch in einen eingeschränkten Modus. Anwender können Dokumente dann nur noch öffnen, ansehen und drucken. Bearbeiten, speichern oder neu erstellen lässt sich nichts mehr. Besonders trifft das Nutzer älterer Mac-Versionen von Office, für die kein passendes Update mehr existiert.

In einer Mitteilung an Administratoren beschreibt Microsoft die Umstellung zunächst nur für Microsoft-365-Apps auf macOS und iOS. Als Mindestversionen nennt das Unternehmen Office für Mac 16.83 und Office für iOS 2.93. Wer ältere Versionen einsetzt, landet nach dem Stichtag im sogenannten „Reduced Functionality Mode“. Die Details erläutert Microsoft in seiner Dokumentation zur Zertifikatsaktualisierung für Microsoft-365-Apps auf macOS und iOS.

Brisant wird die Ankündigung vor allem für Käufer der Einmallizenzen. Auf einer separaten Support-Seite nennt Microsoft ausdrücklich auch Office 2019 und Office 2021 für Mac als betroffene Produkte. Was Anwender konkret tun müssen, erklärt das Unternehmen in seinen Hinweisen zum Aktualisieren von Microsoft 365 oder Office auf macOS und iOS.

Zwischen den beiden Kaufversionen macht Microsoft einen entscheidenden Unterschied. Office 2021 für Mac erhält noch Support und bekommt weiterhin Updates. Wer sein Office 2021 aktuell hält, bekommt das neue Zertifikat automatisch mitgeliefert und kann das Paket auch nach dem 13. Juli 2026 uneingeschränkt nutzen. Allerdings erreicht Office 2021 für Mac am 13. Oktober 2026 das Ende seines Supports.

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Office 2019 für Mac dagegen hat Microsoft bereits im Oktober 2023 aus dem Support genommen. Eine Version mit dem neuen Zertifikat gibt es für diese Generation nicht und wird es laut Microsoft auch nicht geben. Die Software startet zwar weiterhin, taugt nach dem Stichtag aber nur noch zum Lesen und Drucken. Änderungen lassen sich nicht mehr speichern, neue Dokumente nicht mehr anlegen.

Microsoft betont, dass es sich nicht um ein Sicherheitsproblem handele. Das Zertifikat diene ausschließlich der Lizenzprüfung, Kundendaten seien zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Bei unterstützten Versionen genüge ein Update, um den vollen Funktionsumfang zu erhalten.

Diskussionen dürfte trotzdem vor allem das Vorgehen bei Office 2019 auslösen. Microsoft hatte die Software als unbefristete Kauflizenz verkauft. Sie läuft technisch weiterhin auf den betroffenen Macs. Der Funktionsverlust entsteht nicht etwa durch eine inkompatible neue Betriebssystemversion, sondern allein dadurch, dass Microsoft das Lizenzzertifikat auslaufen lässt. Aus einem vollwertigen Office-Paket wird damit faktisch ein Leseprogramm.

Verschärfend kommt hinzu, dass Microsoft seine Office-Programme grundsätzlich nur auf den drei aktuellen Hauptversionen von macOS unterstützt. Wer einen älteren Mac nutzt, der keine neuere macOS-Version mehr bekommt, kann die geforderten Office-Versionen oft gar nicht mehr installieren. Anwendern rät Microsoft, das Betriebssystem zu aktualisieren, neue Hardware anzuschaffen oder auf Microsoft 365 im Browser auszuweichen. Für die erforderlichen Office-Updates werden mindestens macOS 12 (Monterey) für Macs und iOS 17 für iPhones und iPads benötigt.

Als Alternative kommt für viele Betroffene jedoch auch LibreOffice infrage: Die freie Office-Suite läuft auf macOS 11 (Big Sur) und neuer, unterstützt die gängigen Microsoft-Office-Formate und benötigt keine regelmäßige Online-Lizenzprüfung. Auch an einer iOS-App arbeitet die Document Foundation ab sofort. Windows- und Android-Versionen von Office sind nach Angaben des Unternehmens explizit nicht betroffen. Dort prüft Microsoft die Lizenzen auf anderem Weg.

(fo)

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