Die Bundesregierung bereitet die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten vor, um dort gestrandete deutsche Touristen nach Hause zu holen. Die Maschinen sollen nach Maskat im Oman und in die saudische Hauptstadt Riad geschickt werden, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul in Berlin.
Dort seien die Lufträume noch geöffnet, Sicherheit gehe bei der Entsendung allerdings vor. Er habe mit Lufthansa-Chef Carsten Spohr gesprochen, und die Airline habe grundsätzlich Kapazitäten.
Konzentration auf „vulnerable Personen“
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte zuvor: „Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor, wie wir eine Ausreise ermöglichen können.“ Das Auswärtige Amt würde sich auf „vulnerable Personen“ konzentrieren, wenn für sie keine anderweitige Hilfe möglich wäre. Das schließt vor allem Kinder, Kranke und Schwangere ein.
Das Auswärtige Amt geht von einer mittleren fünfstelligen Zahl von betroffenen Bundesbürgern aus. Die von der Reiseindustrie genannte Zahl von etwa 30.000 Menschen sei „eine einigermaßen verlässliche Größe“. „Uns geht es darum, gemeinsam Lösungen für unsere Landsleute zu finden.“ Der Krisenstab im Auswärtigen Amt habe inzwischen dreimal getagt.
Verteidigungsministerium sieht zunächst Reiseindustrie in der Pflicht
Die Bundeswehr sieht das Verteidigungsministerium indes nicht in der Pflicht, sondern zunächst die Reiseveranstalter und Fluglinien. „Die Bundeswehr ist wirklich das letzte Mittel der Wahl“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in der Bundespressekonferenz in Berlin.
Die Region habe eine sehr gut ausgebaute Luftverkehrsinfrastruktur mit vielen Flughäfen und Fluggesellschaften, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Rund um den Iran gebe es befreundete Länder, die eine zivile Ausreise zuließen, wenn der Luftraum offen sei. Es seien jetzt in allererster Linie die Airlines und die Reiseveranstalter zuständig.
Über neue Entwicklungen informierten das Auswärtige Amt und die deutschen Auslandsvertretungen in der Region auf ihren Internetseiten und Social-Media-Kanälen sowie mit sogenannten „Landsleutebriefen“. Dazu sollten sich Betroffene bei der Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts anmelden. Wo die Angriffe erfolgten, müsse die Devise lauten, sich an einem sicheren Ort oder in der Nähe eines Schutzraums aufzuhalten, sagte der Sprecher. (Reuters, dpa)

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