Als Steigbügelhalter für den Diktator Adolf Hitler ging Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (1847-1934) in die Geschichte ein. Das Andenken des ehemaligen Reichspräsidenten der Weimarer Republik ist entsprechend besudelt; schon länger denkt man darüber nach, den Hindenburgdamm, der die nordfriesische Insel Sylt mit dem Festland verbindet, umzubenennen. Bereits im Jahr 2019 forderten Grüne und SPD in Schleswig-Holstein, den Namen zu ändern.
Nun, im Vorfeld des 100. Geburtstags der Trasse, hat die Gemeinde Sylt einen entsprechenden Beschluss gefasst. Der am 1. Juni 1927 von Hindenburg selbst eingeweihte, über elf Kilometer lange, zweigleisige Eisenbahndamm soll nur noch Syltdamm heißen. Dies entschieden die Gemeinde und das Organisationsteam für das Jubiläumsjahr 2027 am Montagabend im Wenningstedter Saal am Kliff. So berichtet es unter anderem die »Schleswig-Holsteiner Zeitung« (shz).
»Nummer 2010« ist kein Tunnel
Die Deutsche Bahn allerdings führt die Bahntrasse offiziell weiter unter der Bezeichnung »Nummer 2010«. Denn die einzigen Eisenbahnwerke, die laut Vorschrift einen offiziellen Personennamen tragen dürfen, sind Tunnel.
Berlin hatte den ehemaligen Reichspräsidenten Hindenburg schon 2020 von der Liste der Ehrenbürger gestrichen. Der damalige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) setzte damit einen Beschluss des Abgeordnetenhauses um. Zur Begründung wurde angeführt, Hindenburg habe Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler berufen und später Notverordnungen und Gesetze unterzeichnet, die den Reichstag entmachteten, die Grundrechte aufhoben und den Nationalsozialisten zu Macht verhalfen.

vor 10 Stunden
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