Sydney: Zuschauer springt für Pianist bei »La La Land«-Aufführung ein

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Konzert in Sydney Gibt es hier einen Pianisten? Zuschauer springt für Musiker bei »La La Land«-Aufführung ein

Es ist wohl der Traum eines jeden kleinen Musikers: Als Fan bei einem Konzert auf die Bühne gerufen werden. In Australien hat nun ein 21-Jähriger das Konzert seines Lebens gespielt.

01.06.2026, 13.13 Uhr

Werbung für die »La La Land«-Aufführung von Komponist Justin Hurwitz
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Foto: Klaudia Radecka / NurPhoto / picture alliance

Es ist, als würde sich Fußballstar Jamal Musiala verletzen und ein Fan von den Rängen würde für ihn eingewechselt. Der 21-jährige Sterling Nasa hat das erlebt, was wohl der Traum fast jeden Musikers ist: Weil beim Livekonzert zum Oscar-prämierten Filmmusical »La La Land« in Sydney der Pianist ausfiel, durfte Nasa aus dem Publikum einspringen. Und bekam Sonderapplaus.

Was war passiert? Am Samstagabend trat Komponist Justin Hurwitz, der für »La La Land« den Oscar gewonnen hatte, im Darling Harbour Theatre im australischen Sydney auf. Ein Orchester spielte die Musik live zum Film. Das Problem: Mitten in der Show fiel der Pianist aus. So berichten es mehrere Medien. Der Pianist sei zu krank gewesen, um weiterzuspielen.

Hinter den Kulissen sei Panik ausgebrochen, sagte Hurwitz dem »Guardian« . Die Musiker des Orchesters hätten verzweifelt versucht, Bekannte zu erreichen, die als Ersatz hätten einspringen können. Aber: Fehlanzeige.

»Also dachte ich mir einfach: Na ja, wir haben hier 2500 Leute«, sagte Hurwitz laut »Guardian«. Er trat, so zeigen es auch Videos, auf die Bühne und fragte das Publikum, ob nicht ein Pianist vor Ort sei und einspringen könne. »Ja, es war ein Risiko«, so Hurwitz: Deswegen habe er nachgehakt, als sich jemand gemeldet habe. »Ich wollte sichergehen, dass niemand einfach nur übermäßig selbstbewusst war. Ich habe ein paar Folgefragen gestellt, wie: Bist du dir sicher? Kannst du wirklich vom Blatt spielen? Kannst du Tonarten spielen, die du noch nie zuvor gespielt hast?«

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Der 21 Jahre alte Student Sterling Nasa, selbst Pianist und Organist, hielt sich nach eigener Aussage aber erst mal zurück. »Ich war zunächst etwas zögerlich«, zitiert ihn der »Guardian«. Doch dann durfte er auf die Bühne. »Diese Erfahrung verdanke ich zu einem großen Teil meiner Freundin Scarlett, die sozusagen für mich die Hand gehoben hat. Aber letztlich habe ich das nötige Selbstvertrauen gefunden, und es war eine sehr gute Entscheidung, mich freiwillig zu melden.«

Nasa, ein Bewunderer von Hurwitz’ Musik, saß also plötzlich am Keyboard. Und die erste Bewährungsprobe wartete auf ihn: Die Aufführung des Stücks »Start a Fire« von John Legend sah ein technisch anspruchsvolles Solo vor. »Als es näher rückte, dachte ich: Oh nein, wie soll er das Solo nur meistern?«, erzählte Hurwitz später. Und auch Nasa hatte nach eigener Aussage Respekt. Aber er fand eine Lösung: »Ich habe mir ein wenig kreative Freiheit genommen und einfach beschlossen zu improvisieren, was sich meiner Meinung nach als gute Wahl herausstellte.« Das funktionierte – und das Publikum spendete Nasa einen Sonderapplaus.

»Er improvisierte einfach«, sagte Komponist Hurwitz: »Das ist eine ganz andere Fähigkeit als das Vom-Blatt-Spielen. In der Lage zu sein, ein wirklich cooles Solo in der richtigen Tonart, in der richtigen Tonleiter, spontan und ohne Probe zu spielen – das war bemerkenswert.« Nach dem Auftritt habe er Nasa gesagt, wie überwältigt und dankbar er sei.

Und auch Nasa zeigte sich dankbar. »Es war ein echter Segen, ein Werk spielen zu dürfen, das ich so sehr bewundere«, sagte er.

Ob Hurwitz den Student der Internationalen Beziehungen nun doch von einer Musikkarriere überzeugen wird? »Ich weiß nicht, wofür er sich am meisten begeistert«, sagte Hurwitz. »Vielleicht mag er Internationale Beziehungen ein bisschen mehr als Musik. Aber genau darum geht es in ›La La Land‹. Man muss das tun, was man am meisten liebt.«

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