Zendure Solarflow 800 Plus überzeugt mit hohem Wirkungsgrad & flexibler Erweiterung. Der ideale Speicher für kleine Balkonkraftwerke.
Zendure Solarflow 800 Plus vereint einen 1,92-kWh-Akku, zwei PV-Laderegler (MPPTs) und einen netzgekoppelten Wechselrichter in einem kompakten Gehäuse. Solarmodule werden direkt angeschlossen; der Strom fließt bedarfsgerecht in Haushalt und/oder Akku. Mit nur zwei MPPTs zielt das System auf kleine Balkonkraftwerke mit zwei PV-Panels ab. Neben der Speicherung von überschüssigem PV-Strom kann Solarflow 800 Plus auch über das Netz geladen werden – auch parallel zur PV-Ladung. Das macht ihn flexibler als rein solargebundene Speicher. Für kleine Haushalte, Mietwohnungen und klassische Zwei-Modul-Anlagen ist das Konzept stimmig: kompakte Maße, passende Kapazität, einfache Installation und umfangreiches Energiemanagement.
Bilder: Zendure Solarflow 800 Plus
Unschlagbare Preis-Leistung für Zwei-Modul-Balkonkraftwerke: Der Solarflow 800 Plus punktet im Test mit ausgereifter Hardware und Software, sehr hohem AC-zu-AC-Wirkungsgrad und flexibler Erweiterbarkeit – eine absolute Empfehlung in seiner Klasse.
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Die Zendure-App zeigt den Energiefluss zwischen PV, Akku, Haushalt und Netz sowie die Leistungen der beiden MPPT-Eingänge. Die grundlegende Bedienlogik ist nachvollziehbar, die wichtigsten Einstellungen sind sinnvoll gruppiert und schnell erreichbar.
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Zendure Solarflow 800 Plus lässt sich mit Home Assistant ohne Cloudanbindung lokal steuern.
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Zendure Solarflow 800 Plus lässt sich mit Home Assistant ohne Cloudanbindung lokal steuern.
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Design, Verarbeitung, Anschlüsse
Zendure Solarflow 800 Plus gehört in puncto Verarbeitung, Optik und Haptik zu den überzeugendsten bisher getesteten Balkonkraftwerk-Speichern. Das Metallgehäuse wirkt hochwertig, die Bauteile sitzen sauber und die Anschlüsse sind logisch angeordnet. Sichtbare Spaltmaßprobleme, wackelige Abdeckungen oder improvisiert wirkende Kabelführungen gibt es nicht.
Mit 393 × 236 × 242 Millimetern bleibt das Gerät trotz integriertem 1,92-kWh-Akku kompakt. Das Gewicht von 21,1 Kilogramm erlaubt noch ein Versetzen, für den häufigen Transport ist der Speicher aber nicht gedacht.
Ein kleines Statusfeld zeigt unter anderem Betriebszustand, Akkustand und WLAN-Verbindung an. Hinzu kommen ein Bedientaster, zwei MC4-kompatible PV-Eingänge, der AC-Netzanschluss, die WLAN-Antenne und der Anschluss für den Potenzialausgleich. Auf der Unterseite sitzt die Schnittstelle für stapelbare Erweiterungsakkus.
Das Gehäuse ist nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Für einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb empfiehlt sich dennoch ein geschützter und kühler Standort ohne stehende Nässe, dauerhafte direkte Beregnung oder starke Sonneneinstrahlung.
Technik: 1,92 kWh, 48 V, zwei MPPTs
Zendure setzt wie üblich auf die bewährte LiFePO₄-Akku-Technik. Technisch basiert das Speichersystem auf einer 15S-Architektur mit 15 in Reihe geschalteten Zellen (15 x 3,2 V = 48,0 V Nennspannung). Die höhere Spannungsebene reduziert bei gleicher Ausgangsleistung die fließenden Ströme gegenüber älteren Niedervolt-Systemen spürbar. Das minimiert ohmsche Leitungsverluste und entlastet die Elektronik thermisch. Die Lösung bietet zwei unabhängige MPPT-Eingänge mit je 750 W, insgesamt also 1.500 W PV-Eingang. Die Eingangsspannung beträgt 14–55 V, pro Eingang 18 A bzw. 22,5 A Kurzschlussstrom. Maximal speist Zendure Solarflow 800 Plus BKW-typische 800 Watt ins Stromnetz, das Laden aus dem Stromnetz kann bis zu 1.000 W erfolgen.
Unschlagbare Preis-Leistung für Zwei-Modul-Balkonkraftwerke: Der Solarflow 800 Plus punktet im Test mit ausgereifter Hardware und Software, sehr hohem AC-zu-AC-Wirkungsgrad und flexibler Erweiterbarkeit – eine absolute Empfehlung in seiner Klasse. heise bestenlisten
Akkusystem, AB2000L und Erweiterung
Der interne Akku mit 1,92 kWh wird in der App als AB2000L angezeigt. Gegenüber der älteren 15S2P-Architektur (AB2000/AB2000X) mit 30 20-Ah-Zellen kommen beim AB2000L insgesamt 15 40-Ah-Zellen. Der Vorteil: halbierte Anzahl interner Verbindungen und Fehlerquellen, vereinfachtes Zellbalancing, flachere Bauform, hohe thermische Stabilität. Der Speicher bietet IP65-Schutz und eine automatische Heizfunktion für kalte Standorte. Die AB2000X (1,92 kWh, Heizung, Aerosol-Brandschutz) bleibt kompatibel. Bis zu fünf Erweiterungsakkus sind stapelbar und ermöglichen eine Gesamtkapazität bis 11,52 kWh.
Garantie und Lebensdauer
Zendure gewährt auf den Solarflow 800 Plus zehn Jahre Herstellergarantie, sofern der Kauf über Zendure oder einen autorisierten Fachhändler erfolgt. Der verbaute LiFePO₄-Akku ist laut Hersteller für mindestens 6.000 vollständige Ladezyklen ausgelegt, bevor die Restkapazität auf 80 Prozent sinkt – eine deutliche Steigerung gegenüber der Vorgängergeneration mit nur 3.000 Zyklen. Bei einem Vollzyklus pro Tag ergibt sich rechnerisch eine Nutzungsdauer von mehr als 16 Jahren. Im realen Betrieb verlängert sich dieser Zeitraum durch die Einstellung akkuschonender SoC-Grenzen in der Regel noch weiter.
Installation und Einrichtung
Die Installation ist wie üblich schnell erledigt. Solarmodule an MPPT-Eingänge und AC-Kabel an Steckdose anschließen. Die Erstkonfiguration gelingt über die Zendure-App per Bluetooth, anschließend wird das System mit dem heimischen WLAN-Router per 2,4-GHz-Netz verbunden und danach dem Home Energy Management System (HEMS) zugeordnet. Die App zeigt Energiefluss, MPPT-Leistung an und bietet verschiedene Betriebsmodi. Zur Verfügung stehen unter anderem Auto-Modus, Zenki, Expert-Modus und Zeitpläne. Der Auto-Modus richtet Laden und Entladen nach einem verbundenen Smart Meter wie einem Shelly Pro 3EM aus. Zenki ergänzt Prognose- und Optimierungsfunktionen. Im Expert-Modus lassen sich SoC-Grenzen, Leistungen und Zeitfenster gezielt vorgeben.
Frei wählbares SoC-Fenster und automatische Kalibrierung
Die obere und untere Ladegrenze kann in der App angepasst werden. Im Alltag lässt sich der Akku beispielsweise etwa zwischen 10 und 90 Prozent betreiben. Das reduziert die genutzte Entladetiefe und kann die Batterie langfristig schonen.
Für die Kapazitätsmessungen wurde dagegen das Fenster von 100 bis 5 Prozent (minimal wählbare Entladetiefe) verwendet, um die tatsächlich nutzbare Energie möglichst vollständig zu erfassen.
Auch bei einer täglichen Obergrenze von beispielsweise 90 Prozent lädt das System den Akku zur Kalibrierung in regelmäßigen Abständen automatisch auf 100 Prozent. Dabei aktualisiert das Batteriemanagement die SoC-Anzeige und gleicht die Zellspannungen ab; anschließend gelten wieder die festgelegten Ladegrenzen. Nutzer müssen die Ladeobergrenze somit nicht regelmäßig manuell verändern, damit SoC-Anzeige und nutzbare Kapazität dauerhaft plausibel bleiben.
Das ist ein kleines, aber im Alltag sehr hilfreiches Detail. Es verbindet einen akkuschonenden Normalbetrieb mit der notwendigen regelmäßigen Vollkalibrierung.
HEMS, Shelly und D0-Smartmeter
Eine der größten Stärken des Solarflow 800 Plus ist die dynamische Regelung (Nulleinspeisung). Im Test funktionierte sie sowohl mit Shelly Pro 3EM als auch mit Zendures D0-Smartmeter schnell und stabil.
Das HEMS kennt über den Smart Meter den saldierten Stromfluss am Netzanschlusspunkt. Bei einem Überschuss erhöht es die Ladeleistung, bei Netzbezug gibt der Speicher entsprechend Energie in den Hausstromkreis ab.
Laständerungen wurden zügig erkannt und der Netzfluss schnell ausgeregelt. Der Wechsel zwischen Laden, Entladen, Bypass und Standby erfolgte ohne auffälliges Pendeln oder längere Fehlregelungen.
Eine vollkommen glatte Null-Watt-Linie ist wegen Messintervallen, Datenübertragung und Leistungsanpassung technisch nicht zu erwarten. Im praktischen Betrieb blieben die Ausschläge jedoch klein und kurz. Entscheidend ist, dass das System nach Laständerungen schnell wieder einen nahezu ausgeglichenen Netzfluss erreicht – und genau das gelang zuverlässig.
Bei einem saldierenden Stromzähler kann die einphasige Einspeisung bilanziell auch Verbraucher auf anderen Phasen ausgleichen. Die maximale Leistung von 800 Watt liegt zudem weit unter den relevanten Schieflastgrenzen.
Die Zendure-App erlaubt eine einfache Inbetriebnahme und Steuerung. Außerdem liefert sie aussagekräftige Statistiken zum Betriebsgeschehen. heise bestenlisten
Mehrere Zendure-Speicher im HEMS
Ein wichtiger Vorteil des Zendure-Ökosystems zeigt sich beim Betrieb mehrerer Zendure Speicher an demselben Smart Meter. Werden zwei voneinander unabhängige Speichersysteme an nur einem zentralen Smart Meter am Hausanschlusspunkt betrieben, kommt es schnell zu ungewollten Regelschwingungen: Beginnt ein Speicher beispielsweise AC-seitig aus dem Netz zu laden, registriert der zweite Speicher diesen Mehrverbrauch als Haushaltslast und reagiert prompt mit einer Entladung – die Geräte arbeiten somit gegeneinander.
Im Zendure-HEMS agieren der Solarflow 800 Plus und weitere Zendure-Speicher, in unserem Fall ein Solarflow 2400 AC, dagegen als koordiniertes Gesamtsystem. Das HEMS verwaltet alle Geräte zentral und verteilt die Lade- sowie Entladeleistungen dynamisch und überschneidungsfrei.
Damit eignet sich der Solarflow 800 Plus ideal als günstiger Einstieg in ein später erweiterbares Set-up: Reicht die Kapazität oder Leistung nicht mehr aus, lassen sich sowohl Erweiterungsakkus für den Solarflow 800 Plus als auch zusätzliche Zendure-Speicher einbinden, ohne dass konkurrierende Regelkreise entstehen.
PV-Ladung und unabhängige MPPTs
Im Test waren zwei Solarmodule mit je 500 Wp angeschlossen. Die unter den jeweiligen Wetterbedingungen verfügbare Leistung wurde problemlos aufgenommen.
Da beide Module im Testzeitraum unter ihrer nominellen Spitzenleistung blieben, konnte die beworbene maximale PV-Eingangsleistung von 1.500 Watt nicht vollständig geprüft werden. Für ein klassisches Balkonkraftwerk mit zwei leistungsstarken Modulen war der Aufbau dennoch praxisnah.
Beide MPPT-Eingänge arbeiteten unabhängig. Unterschiede zwischen den Modulen wurden getrennt erfasst, ohne dass der schwächere Eingang den stärkeren begrenzte.
Der Solarflow 800 Plus ist damit besonders für kleine Zwei-Modul-Anlagen geeignet. Die beiden Tracker reichen für unterschiedliche Ausrichtungen oder leichte Unterschiede bei Verschattung und Einstrahlung aus, ohne das System unnötig kompliziert zu machen.
Hybridladen aus PV und Netz
Zendure Solarflow 800 Plus erlaubt gleichzeitiges Laden über PV und AC. Letzteres ist aber nur bei Nutzung eines dynamischen Stromtarifs sinnvoll. Mit Smart Meter erkennt HEMS Überschüsse am Netzanschlusspunkt und lädt per AC oder lädt bei dynamischen Tarifen in günstigen Preisphasen – gesteuert über Zenki, Zeitpläne oder Home Assistant.
Zwei Hauptszenarien:
- AC-Überschuss aus weiterer PV-Anlage – Sind nur Westmodule angeschlossen, liefern diese morgens wenig. Eine Dach-PV oder weitere kleine PV kann Überschuss über AC in den Solarflow laden, der dann morgens Energie bereitstellt, während die Westmodule später direkt oder in den Akku einspeisen.
- Günstigen Netzstrom zeitversetzt nutzen – Auch ohne zusätzliche PV: Mit dynamischem Tarif kann der Speicher nachts oder früh günstig geladen werden, um teure Vormittagsphasen abzudecken, während der Nachmittags-Solarertrag den Rest füllt. AC- und DC-Ladung konkurrieren nicht – verfügbare PV bleibt nutzbar, fehlende Energie wird aus dem Netz ergänzt.
Der Solarflow 800 Plus ist damit deutlich mehr als ein reiner Modulspeicher: Er kann Solarstrom verschiedener Erzeuger, dynamische Tarife und Haushaltsverbrauch intelligent kombinieren und den Netzbezug über den gesamten Tag reduzieren.
Verhalten bei vollem Akku und Balancing
Während des Balancings reduziert das BMS die Batterieladeleistung, begrenzt aber nicht die gesamte PV-Aufnahme. Überschüssige PV wird parallel per Bypass in den Hausstromkreis oder ins Netz geleitet – bei 1.000 W PV und 200 W Akkuladung bleiben 800 W für den AC-Ausgang. Viele andere Speicher können das nicht und reduzieren die gesamte PV-Aufnahme auf die noch mögliche Ladeleistung, wodurch Ertrag verloren geht. Der Solarflow 800 Plus vermeidet das. Balancingphasen waren im Test sehr kurz, die Ladeobergrenze wurde zügig erreicht.
Mit zwei MPPTs ist der Zendure Solarflow 800 Plus für kleine BKWs mit zwei PV-Panel vorgesehen. Für diesen Einsatz bietet er ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. heise bestenlisten
Direkte PV-Nutzung und Bypass
Bei Haushaltsverbrauch während der PV-Erzeugung leitet der Speicher Strom direkt von den PV-Eingängen zum AC-Ausgang – ohne Akku-Zwischenspeicherung. Bei diesem Bypass entfallen die Zwischenspeicherung im Akku und die spätere erneute Entladung. Dadurch entstehen weniger Verluste als beim vollständigen AC-Lade- und Entladezyklus. Außerdem wird der Akku nicht mit einem zusätzlichen Teilzyklus belastet.
Das gleiche Prinzip greift bei erreichter Ladeobergrenze und während des Balancings: Was der Akku momentan nicht aufnehmen kann, bleibt für den Haushalt beziehungsweise die Netzeinspeisung verfügbar.
Nutzbare Kapazität
Für die Kapazitäts- und Wirkungsgradmessungen kamen drei Energiezähler gleichzeitig zum Einsatz: Tasmota-Refoss-P11, Shelly Plug PM Gen3, Shelly Plug S Gen3 in derselben Messkette für Lade- und Entladeenergie. Alle Entladetests liefen von 100 auf 5 Prozent SoC. Bei 1,92 kWh Nennkapazität entspricht dieses 95-Prozent-Fenster rechnerisch 1,824 kWh.
Die erste Entladung erfolgte mit der maximalen AC-Ausgangsleistung von 800 Watt auf. Der zweite Test lief mit rund 200 Watt und bildet eine typische nächtliche Grundlast ab. In beiden Szenarien erreicht Zendure Solarflow 800 Plus einen Mittelwert von 1,76 kWh (800 Watt) und 1,78 kWh.
| Laden 1, 5 → 100 % | 2,04 kWh | 2,06 kWh | 2,06 kWh | 2,05 kWh |
| Laden 2, 5 → 100 % | 2,06 kWh | 2,09 kWh | 2,09 kWh | 2,08 kWh |
Damit liefert der Solarflow 800 Plus bei niedriger Grundlast mindestens ebenso viel nutzbare Energie wie nahe seiner maximalen Ausgangsleistung. Der kleine Unterschied liegt innerhalb der Mess- und Rundungsgenauigkeit und belegt keine grundsätzlich höhere Effizienz bei 200 Watt.
Die Kapazitätsausnutzung ist in beiden Tests ausgezeichnet. Vom rechnerisch verfügbaren SoC-Fenster kommen jeweils mehr als 96 Prozent als nutzbare AC-Energie am Ausgang an.
| Entladeleistung | 200 Watt | 800 Watt |
| Entladeenergie: Zendure Solarflow 800 Plus (Mittelwert) | 1,78 kWh | 1,76 kWh |
Laden: Mittelwert aus zwei Durchläufen
Aus allen sechs Einzelmessungen ergibt sich ein mittlerer AC-Ladebedarf von exakt 2,067 kWh, gerundet 2,07 kWh. Die beiden vollständigen Ladevorgänge liegen nur rund 0,03 kWh auseinander. Auch die drei parallel eingesetzten Messgeräte lieferten eng beieinanderliegende Werte. Die Messwerte sind damit konsistent und plausibel.
Roundtrip-Wirkungsgrad
Für den Roundtrip-Wirkungsgrad dient der Mittelwert zweier vollständiger AC-Ladungen von 5 auf 100 Prozent als gemeinsame Grundlage. Dadurch beeinflussen kleine Schwankungen eines einzelnen Ladevorgangs nicht den Vergleich zwischen den beiden Entladeleistungen.
Beim Entladetest mit rund 800 Watt wurden im Mittel 1,757 kWh abgegeben. Bezogen auf den mittleren Ladebedarf von 2,067 kWh ergibt sich ein AC-zu-AC-Wirkungsgrad von 85,0 Prozent. Beim Entladetest mit rund 200 Watt wurden durchschnittlich 1,78 kWh abgegeben. Daraus folgen 86,1 Prozent.
Besonders positiv ist die geringe Lastabhängigkeit. Der über viele Stunden aktive Betrieb mit rund 200 Watt führt zu keinem erkennbaren Effizienzeinbruch gegenüber dem Test mit 800 mit der maximalen Ausgangsleistung von 800 Watt.
| ca. 800 W Entladung | 2,07 kWh | 1,76 kWh | 85,0 % |
| ca. 200 W Entladung | 2,07 kWh | 1,78 kWh | 86,1 % |
App, Home Assistant, lokales MQTT und Automationen
Das Software-Ökosystem gehört zu den größten Stärken des Solarflow 800 Plus. Im Vergleich zu vielen anderen Speichern am Markt wirkt die Kombination aus Zendure-App, HEMS, der Home-Assistant-Integration und dem lokalen MQTT-Modus besonders ausgereift und flexibel.
Die Home-Assistant-Integration (zendure-ha) stellt alle Parameter als Entitäten bereit. Auslesbar sind: PV-Eingangsleistung (gesamt und pro MPPT), AC-Lade-/Einspeiseleistung, Batteriestrom, Zellspannungen, Temperaturen, Betriebszustand, SoC, kumulierte Energiezähler, Firmware-Versionen. Steuerbar sind: Betriebsmodus, Ladeleistung (0–1.000 W stufenlos), Einspeiseleistung (0–800 W), SoC-Grenzen, Wechselrichter-Maximalleistung, Netzrückspeisung, Smart-Modus, Gehäusebeleuchtung.
Zendure Solarflow 800 Plus unterstützt drei klar voneinander getrennte Betriebsarten:
- HEMS über App – Herstellereigene Verwaltung mit Nulleinspeisung, Zenki und Koordination mehrerer Speicher.
- Home-Assistant-Integration mit Power Manager – Nach Anmeldung mit Zendure-Konto werden alle Entitäten automatisch angelegt. Der integrierte Power Manager übernimmt dynamische Energieflusssteuerung, wenn eine Smart-Meter-Entität übergeben wird. Bei mehreren Zendure-Geräten verteilt er Lade-/Entladeleistung intelligent – verhindert gegenseitiges Regelschwingen. Die Kommunikation ist cloudbasiert, benötigt also eine Internetverbindung.
- Lokaler MQTT-Modus – vollständig cloudunabhängig: Gerät aus HEMS lösen, mit lokalem MQTT-Broker verbinden. Daten und Befehle nur lokal – Regelungslogik muss über eigene Automationen in Home Assistant umgesetzt werden. Ersteinrichtung und Firmware-Updates weiterhin über App.
Zusätzlich unterstützt ZenSDK (https://github.com/Zendure/zenSDK) direkten Statusabruf, Datenströme, Fernsteuerung und externe MQTT-Clients – im Test nicht praktisch erprobt, erweitert aber die lokale Einbindung.
Zendure Solarflow 800 Plus lässt sich mit Home Assistant ohne Cloudanbindung lokal steuern. heise bestenlisten
Temperatur, Geräusch, Standby, Winterbetrieb
Der Solarflow 800 Plus arbeitet passiv gekühlt und besitzt keinen Lüfter. Im Test war das Gerät geräuschlos. Unter hoher Lade- oder Entladeleistung werden die Kühlrippen deutlich warm. Das ist bei passiver Kühlung nicht ungewöhnlich. Der Standby-Verbrauch wurde nicht separat vermessen. Ein niedriger Messwert am AC-Anschluss würde den gesamten Eigenbedarf ohnehin nicht vollständig abbilden, weil BMS, Funkmodule und Steuerung einen Teil ihrer Energie aus dem Akku beziehen können. Auf eine quantitative Bewertung wird deshalb verzichtet.
Ein Wintertest war im sommerlichen Testzeitraum nicht möglich. Die Akkuheizung und der spezifizierte Temperaturbereich werden daher als technische Ausstattung genannt, wurden aber nicht praktisch bewertet.
Kein Notstromausgang
Der Solarflow 800 Plus besitzt keine Schuko-Steckdose und keinen separaten Insel- oder Notstromausgang. Bei einem Stromausfall schaltet der netzgekoppelte Wechselrichter ab.
Der gespeicherte Strom kann dann nicht direkt für Kühlschrank, Router oder andere Verbraucher genutzt werden. Der Solarflow 800 Plus dient ausschließlich der Eigenverbrauchsoptimierung und ersetzt keine Powerstation oder Notstromlösung.
Für wen eignet sich der Solarflow 800 Plus?
Klare Empfehlung für kleine Balkonkraftwerke mit zwei Modulen – zwei unabhängige MPPTs passen genau zu diesem Aufbau. Besonders geeignet für Haushalte mit Abend- oder Nachtgrundlast von ca. 100–300 W – die gemessene 1,76–1,78 kWh reichen für knapp 9 Stunden bei 200 W. Berufstätige profitieren, wenn tagsüber wenig Strom verbraucht wird – Überschuss wird gespeichert und abends genutzt. Für große Haushaltslasten bleibt die 800-W-Ausgangsleistung begrenzend – Verbraucher wie Wasserkocher, Herd oder Waschmaschine können nicht vollständig versorgt werden.
Einordnung: Solarflow 800 Plus vs. 800 Pro 2
Beide Lösungen setzen auf 48-Volt-Batteriearchitektur mit 1,92-kWh-Akku. Der 800 Plus ist für klassische Zwei-Modul-Balkonkraftwerke ausgelegt – zwei MPPTs, 1.500 W PV-Eingang, 800 W AC-Ausgang, während der Solarflow 800 Pro 2 dagegen vier MPPTs mit zusammen bis zu 2.640 Watt PV-Eingangsleistung und einen separaten Off-Grid-Ausgang mit 1.000 VA bietet. Die Lösung richtet sich damit an Nutzer mit drei oder vier Modulen, größeren PV-Anlagen oder dem Wunsch nach einer Notstromsteckdose.
Wer zwei Module direkt anschließen und einen kompakten, günstigen All-in-One-Speicher nutzen möchte, ist mit dem Solarflow 800 Plus sehr gut bedient. Wer mehr PV-Leistung, vier Tracker oder Notstrom benötigt, schaut eher auf den Solarflow 800 Pro 2 oder Solarflow 2400 Pro (Bestenliste).
Preis
Der Zendure Solarflow 800 Plus ist mit einem aktuellen Preis von 365 Euro als günstiger Einstieg in Zendures Ökosystem positioniert. Mit integriertem 1,92-kWh-Akku, zwei MPPTs, AC-Lademöglichkeit und umfangreichem Softwarepaket bietet er ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis mit aktuell 190 € pro kWh – damit zählt er zu den günstigsten Speichern für Balkonkraftwerke.
Fazit
Der Zendure Solarflow 800 Plus ist ein sehr guter All-in-One-Speicher für klassische Zwei-Modul-Balkonkraftwerke. Er kombiniert hochwertige, kompakte Hardware mit 1,92 kWh Kapazität, zwei unabhängigen MPPTs, 800 W AC-Leistung, Netzladung und einer der ausgereiftesten Softwarelösungen seiner Klasse. Die Einrichtung ist nahezu selbsterklärend – die App ermöglicht eine einfache Inbetriebnahme, zeigt Energieflüsse übersichtlich an und macht die Auswertung einfach.
Die nutzbare Kapazität ist mit ca. 1,78 kWh ausgezeichnet – bezogen auf das SoC-Fenster 100–5 % kommen 96–98 % der rechnerisch verfügbaren Energie AC-seitig an. Auch der Roundtrip-Wirkungsgrad überzeugt: AC-Ladebedarf 2,07 kWh, bei 800 W Entladung 85,0 %, bei 200 W 86,1 %, im Mittel 85,6 % – ein exzellentes Ergebnis.
Besonders stark ist das Alltagsverhalten: DIe Smart-Meter-Regelung gleicht Netzfluss schnell aus, PV und AC können gleichzeitig laden, überschüssige PV bleibt auch bei vollem Akku oder während Balancings nutzbar. Die Ladeobergrenze von 100 % wird zügig erreicht, ohne unnötig langes Balancen. Flexible SoC-Grenzen (z. B. 10–90 %) ermöglichen akkuschonenden Betrieb, eine automatische Vollkalibrierung sorgt regelmäßig für korrekte SoC-Anzeige und sauberes Zellbalancing.
Mit App, HEMS, Home Assistant, ZenSDK und lokalem MQTT lässt sich der Solarflow 800 Plus außergewöhnlich umfassend automatisieren und individuell steuern. Mehrere Zendure-Speicher können gemeinsam am selben Smart Meter im HEMS arbeiten oder lokal über eigenen MQTT-Broker gesteuert werden.
Einschränkungen: Die Ausgangsleistung ist auf BKW-typische 800 Watt begrenzt und eine Notstromsteckdose hat die Lösung nicht zu bieten. Für größere PV-Set-ups und Off-Grid-Anforderungen bietet der Solarflow 2400 Pro (Bestenliste) mehr.
Für ein klassisches Balkonkraftwerk mit zwei Modulen ist der Solarflow 800 Plus eine klare Kaufempfehlung. Für den Speicher sprechen eine hochwertige, ausgereifte Hardware, ein sehr guter Wirkungsgrad, eine schnelle Smart-Meter-Regelung, umfangreiche lokale Automatisierungs- und Steuerungsmöglichkeiten sowie der mit 190 € pro kWh günstige Einstieg. Dank nahezu selbsterklärender Einrichtung und Bedienung ist die Lösung für Einsteiger wie für erfahrene Smart-Home-Nutzer geeignet: Anfänger kommen mit der Zendure-App schnell ans Ziel, Profis schöpfen das Potenzial über Home Assistant, MQTT und eigene Automationen vollständig aus.










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