Geräte zur KI-gestützten Transkription und Zusammenfassung von Besprechungen und anderen Unterhaltungen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – etwa die von Plaud AI. Der Vorteil: Sie sind kompakt, unauffällig und dienen allein dem Zweck der Aufzeichnung; Bearbeitung und Sichtung erfolgen dann am Smartphone oder auf einem Server. Doch ist es überhaupt notwendig, fast 200 Euro allein für die Hardware zu zahlen, wenn ein Handy mit passender App oder eine Smart Watch das eigentlich gleich miterledigen könnten?
Hinzu kommt, dass die Geräte meistens ein kostenpflichtiges Abonnement verlangen, um sie sinnvoll nutzen zu können. Der britische Anbieter Granola.ai will nun mit einer Apple-Watch-App in diese Lücke stoßen.
Ein Klick auf die Watch
Granolas Software, die vorhandene Programme des Anbieters für macOS, Windows und iPhone ergänzt, läuft direkt auf der Computeruhr und zeigt Zusammenfassungen nach Abschluss einer Aufnahme auch gleich auf der Uhr an. Wer mehr mit den Inhalten anstellen möchte – etwa das gesamte Transkript ansehen – greift zur iPhone-App.
Die Bedienung der Watch-App ist einfach: Mit einem Knopf wird die Aufnahme gestartet und kann später pausiert oder fortgesetzt werden. Gut hörbare Töne sowie Vibrationen zeigen, dass die Transkription aktiv ist. Anschließend dauert es je nach Aufzeichnungslänge etwas, bis die Cloud-Verarbeitung abgeschlossen ist. Granola.ai verwendet intern offenbar Frontier-Modelle von OpenAI und Anthropic.
In unserem Kurztest klappte die Transkription sowohl auf Englisch als auch Deutsch fehlerfrei, und die Zusammenfassung war ebenfalls gelungen. Granola.ai fragt Nutzer zuvor, in welcher Branche sie tätig sind, was womöglich dabei hilft, das Modell entsprechend anzupassen. Diese Angabe ist allerdings nicht Pflicht. Mit der iPhone-App sind auch ausgehende Telefonate transkribierbar, solange man den Lautsprecher anlässt.
Störend im Betrieb fiel auf, dass die Watch-App bei der Aufnahme offen sein muss, man kann also etwa nicht auf eingehende Benachrichtigungen reagieren. Granola.ai nervt damit, dass man sich entweder mit Microsoft-ID oder Google-Konto anmelden muss. Das soll dazu dienen, berufliche Kalender in die Anwendung zu holen. Es ist allerdings nicht zwangsweise notwendig, den Kalender freizugeben. Logins mit Apple-Konten sind nicht vorgesehen; als dritten Weg kann man nur geschäftliche Konten (Single Sign On, SSO) nutzen.
Alternative: MacWhisper auf dem iPhone
Granola.ai sieht derzeit nicht vor, direkt auf dem iPhone Abos abzuschließen. Stattdessen schließt man es über die macOS- oder Windows-App ab. Die Transkriptionen scheinen keine zeitliche Beschränkung zu haben; allerdings reduziert die kostenlose Variante die Zeit, in der man die Notizen einsehen und durchsuchen kann. Uneingeschränkte Besprechungen samt History kosten 14 US-Dollar im Monat.
Als Alternative lohnt sich ein Blick auf die iPhone-Version von MacWhisper. Diese transkribiert ohne Cloud lokal auf dem Gerät und kann kostenlos verwendet werden, außer man möchte den enthaltenen Chatbot verwenden.
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(bsc)









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