„Sehr wenige werden das tun“: Logitech hält nicht viel von Wechselakku in Mäusen

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Kabellose Mäuse von Logitech bekommen nur in Europa einen vom Nutzer wechselbaren Akku. In allen anderen Märkten will der Hersteller weiterhin Geräte mit fest verbautem Akku verkaufen.

Das kündigte Logitechs Gaming-Chef Robin Piispanen im Gespräch mit dem US-Magazin The Verge an. Hintergrund ist die EU-Batterieverordnung: Sie schreibt ab dem 18. Februar 2027 vor, dass Nutzer die Akkus vieler Elektronikgeräte selbst wechseln können müssen. Logitech erfüllt diese Vorgabe mit einer eigenen Produktvariante für den europäischen Markt, statt sein Design weltweit umzustellen.

Aus Sicht des Logitech-Managers ist die europäische Variante nicht automatisch das bessere Produkt. Logitech verbaue üblicherweise leichte Akkus im Softpack-Format, also flache Zellen in weicher Hülle, die über ein sehr dünnes Kabel angeschlossen sind. Diese Bauform sei für Laien nicht sicher zu handhaben, deshalb wolle das Unternehmen sie nicht zum Selbstwechsel freigeben.

Für Europa wechselt Logitech deshalb auf Hardpack-Akkus in einem starren Gehäuse, das sich weniger leicht durchbohren lässt. Beschädigte Lithium-Akkus können in Brand geraten. Der Sicherheitsgewinn ist laut Piispanen aber nicht umsonst zu haben: Die robustere Bauform kostet mehr und bringt zusätzliches Gewicht mit sich. Gerade bei Gaming-Mäusen ist niedriges Gewicht ein zentrales Verkaufsargument.

Zertifizierte Ersatzakkus will Logitech in Europa ebenfalls anbieten. Dass viele Käufer von der Akkuwechselmöglichkeit Gebrauch machen, erwartet Piispanen nicht. „Sehr wenige Leute werden das tun“, sagt er The Verge.

Logitech habe die Zahlen durchgerechnet und erwarte nur wenige Wechsel. Wechselakkus ergeben aus Piispanens Sicht eher bei teuren Geräten wie Notebooks oder Smartphones Sinn. Funkmäuse für 50 bis 100 US-Dollar dagegen würden von Käufern schlicht ersetzt, sobald sie verschlissen sind.

Mit der getrennten Strategie für Europa und den Rest der Welt folgt Logitech dem Beispiel von Nintendo. Der Spielehersteller bringt eine Switch-2-Version mit austauschbarem Akku ausschließlich für den europäischen Markt heraus, um die Batterieverordnung zu erfüllen. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass diese Geräte auch außerhalb Europas angeboten werden sollen.

Weiter reicht Logitechs Reparaturfreundlichkeit vorerst nicht: Verschleißteile wie die Gummigriffe an den Gehäuseseiten oder die Maustaster verkauft das Unternehmen laut The Verge nicht einzeln, obwohl es Anfang 2025 angekündigt hatte, Reparaturen zu erleichtern. Piispanen begründet das damit, dass Nutzer beim Öffnen einer Maus mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas beschädigen würden. Er wolle kein Ersatzteil verkaufen, an dem Kunden dann scheitern.

Die Batterieverordnung ist nur ein Teil eines größeren Regelwerks, mit dem die EU das Recht auf Reparatur stärken will. Dazu gehören auch Ökodesign-Vorgaben, die Hersteller dazu verpflichten, Ersatzteile für Werkstätten und teils auch für Endkunden vorzuhalten.

(dahe)

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