Doordash darf in den USA per Flugdrohne liefern

vor 1 Stunde 1

Der Lieferdienst Doordash darf in den USA kommerzielle Drohnenflüge für Lieferungen von Speisen, Lebensmitteln und andern Bestellungen durchführen. Es ist das achte Unternehmen, das die als „Part 135‟ bekannte Genehmigung der US-Luftverkehrsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) erhalten hat. Für die bisherigen Testflüge hat Doordash Flugdrohnen der Alphabet-Tochter Wing eingesetzt. Jetzt entwickelt es ein eigenes Fluggerät.

Es soll die Anforderungen des Lieferdienstes bestmöglich erfüllen. Mit dem unbemannten Luftfahrzeug alleine ist es aber nicht getan. „Das größere Problem ist die Infrastruktur und Integration am Boden: Echtzeit-Inventarisierung, universelle Übergabesysteme für Durchfahrtsbedienungen, Dächer oder Hintertüren von Geschäften‟, schreibt Doordash in seiner Pressemitteilung. „Diese Infrastrukturschicht ist, was Drohnenlieferungen im großen Maßstab für Händler ermöglicht. Wir bauen das komplette System, nicht nur das Luftfahrzeug.‟

Doordash nennt sein Flugdrohnenprogramm Doordash Air. Es soll eines Tages allen Unternehmen, die über Doordash Bestellungen abwickeln, offenstehen, von großen Ketten bis zu einzelnen Gewerbetreibenden. Einen Zeitpunkt für den Beginn des kommerziellen Betriebs nennt der Lieferdienst nicht. Automatisierung soll Lieferkosten deutlich senken.

Laut Mitteilung plant Doordash Drohnenflüge vor allem für Lieferungen in mittlerer Entfernung, von zirka vier bis rund acht Kilometern. Diese Lieferfahrten sind für Doordashs Roboter Dot zu weit und bei menschlichen Lieferfahrern wenig beliebt. Letztere bleiben lieber in Gebieten mit vielen Restaurants und Geschäften des täglichen Bedarfs, um nach einer Zustellung möglichst bald die nächste Fuhre übernehmen zu können. Stellen sie hingegen mehrere Kilometer weit weg zu, müssen sie die Strecke leer zurückfahren, bevor sie einen neuen Auftrag annehmen können.

Ganz werden Flugdrohnen die menschlichen Gig-Arbeiter nicht ersetzen können: Manche Bestellungen sind für die Fluggeräte zu schwer oder zu groß, und Stiegen in Mehrparteienhäusern werden sie auf absehbare Zeit auch nicht überwinden können.

Doordash ist in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland unter dieser Marke tätig. In Australien und Neuseeland hat es Lieferung per Flugdrohne bereits getestet. Unter anderem im deutschen Sprachraum ist der Lieferdienst durch seine finnische Tochter Wolt tätig, in weiteren Märkten durch die britische Zweigstelle Deliveroo.

(ds)

Gesamten Artikel lesen