Roboter soll künftig bei der Apfelernte helfen

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Im Obstanbau ist vieles noch Handarbeit – vor allem die Ernte. Zwei Hochschulen aus Baden-Württemberg haben zusammen mit zwei Unternehmen einen Roboter entwickelt, der die Apfelernte übernehmen soll.

Getestet werde der Roboter auf dem Obsthof Bernhard, teilte die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit. Der Betrieb in Kressbronn am Bodensee hat auch schon früher an wissenschaftlichen Projekten teilgenommen: Seit 2022 läuft dort eine Agri-PV-Pilotanlage des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Der Roboter ist ein etwa mannshohes Fahrzeug, das sich auf breiten Raupenketten durch die Reihen der Obstbäume bewegt. Seinen Weg findet er mithilfe von GPS, mit Kameras erfasst er seine Umwelt und kann Hindernisse oder Menschen erkennen und ausweichen.

Künftig soll er dort bei der Ernte helfen. Doch soweit ist es noch nicht. Vorerst wird er zur Analyse des Obstes eingesetzt: Der Roboter fährt die Bäume ab und erfasst mit Kameras, wie viele Äpfel dran hängen und wie hoch die Ernte ausfallen wird. Eine Künstliche Intelligenz (KI) analysiert den Reifegrad der Früchte und kann vorhersagen, wann sie geerntet werden können.

Die Daten werden in einer App bereitgestellt. Darüber kann der Obstbauer den Roboter verfolgen sowie die von ihm gesammelten Daten abrufen, etwa Größe und Reifegrad der Äpfel. Dazu zeigt die App aktuelle Wetterdaten an.

An der Entwicklung des Roboters waren die DHBW in Ravensburg und die Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) sowie die Unternehmen InMach Intelligente Maschinen aus Ulm und vision&robotics beteiligt. Zu der Entwicklung gehörte auch die Erstellung eines digitalen Zwillings der Plantage, der es ermöglichte, die Entwicklung zu beschleunigen: So konnte etwa die Funktion der Sensoren unter verschiedenen Wetterbedingungen getestet werden.

In diesem Jahr wird der Roboter noch nicht bei der Ernte eingesetzt. Im kommenden Jahr solle der Roboter dafür bei Pilotkunden eingesetzt werden, sagte Jörg Eberhardt von der RWU der Schwäbischen Zeitung. Eine Serienversion könnte zwei Jahre später auf den Markt kommen.

Der Roboter soll aber nicht nur bei der Ernte zum Einsatz kommen. Er könnte auch andere Arbeiten auf der Obstplantage übernehmen, etwa den Schnitt im Winter.

Auch wenn ein solches System nicht ganz günstig sein wird – die Entwickler schätzen 120.000 bis 150.000 Euro –, dürfte ein Markt dafür existieren: In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft knapp 70.000 Hektar Obstanbaufläche. Auf einem knappen Viertel (etwa 32.700 Hektar, 23,8 Prozent) werden Äpfel angebaut. Erntehelfer zu finden, wird für die Landwirte immer schwieriger – Roboter könnten künftig die Arbeit übernehmen. Und sie arbeiten rund um die Uhr.

(wpl)

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