Putin-Kritiker: Russischer Satiriker Semyon Skrepetsky in Polen erschossen

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Skrepetsky wurde polnischen Medien zufolge in Biała Podlaska getötet. Kurz zuvor hatte der russische Künstler in Berlin eine Putin-kritische Performance inszeniert.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 16. Juni 2026, 4:25 Uhr

 Die polnische Polizei ermittelt nach tödlichen Schüssen auf einen russischen Künstler.
Die polnische Polizei ermittelt nach tödlichen Schüssen auf einen russischen Künstler. © Doris Heimann/​picture alliance/​dpa

Der russische Künstler Semyon Skrepetsky – auch bekannt als Simon Skrepetski – ist in der polnischen Stadt Biała Podlaska mit mehreren Schüssen getötet worden. Das berichteten mehrere polnische Lokalmedien übereinstimmend. Die örtliche Polizei teilte mit, ein 44-jähriger russischer Staatsbürger sei auf einem Parkplatz vor einem Wohnhaus erschossen wurden. Weitere Angaben zur Identität des Toten machte die Polizei nicht.

Dem Hergang nach sehe es nach einer geplanten Tötung aus, sagte ein Polizeisprecher. »Wir kennen aber das Motiv des Täters bisher nicht«, sagte er. Gefasst werden konnte der Schütze demnach zunächst nicht.

Dem Fernsehsender wPolsce24 zufolge wurde Skrepetsky mehrere Male von Schüssen aus kurzer Distanz getroffen. Dem Bericht zufolge sperrte die Polizei nach dem Vorfall umliegende Straßen sowie Ausgangsstraßen aus der Stadt ab und stellte Schulen und Kindertagesstätten unter Bewachung. Die Polizei soll demnach von zwei Tätern ausgehen. Ein Tatverdächtiger sei nahe dem belarussischen Konsulat in Biała Podlaska festgenommen worden, berichtete wPolsce24. Biała Podlaska liegt etwa 35 Kilometer vor der Grenze zu Belarus entfernt.

Semyon Skrepetsky, mit bürgerlichem Namen Robert Kuzowkow, stammt aus der Altai-Region in Sibirien. Er war für satirische Porträts des russischen Staatschefs Wladimir Putin, des belarussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko, des Tschetschenen-Anführers Ramsan Kadyrow und des verstorbenen russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny bekannt. Auch die ukrainische Regierung soll Skrepetsky kritisiert haben. Der Künstler hatte Russland 2021 verlassen und lebte seither in Polen.

Drei Tage vor seinem Tod hatte Skrepetsky in Berlin noch eine Performance inszeniert. Mit einem seiner Gemälde marschierte er in Unter den Linden zur russischen Botschaft. Das ikonenartige Gemälde zeigte den russischen Diktator Joseph Stalin mit Wladimir Putin als Baby. Skrepetsky hatte ein Video der Performance auf Facebook geteilt. Darin ist unter anderem zu sehen, wie er eine russische Flagge in einen Mülleimer steckt.

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