Sie soll in Zukunft die gesamte Öffentlichkeitsarbeit des Heiligen Stuhls und der Vatikanstadt verantworten: Papst Leo XIV. hat die Journalistin Maria Montserrat Alvarado zur Leiterin des Dikasteriums für Kommunikation ernannt.
Die in Mexiko geborene Medienmanagerin soll am 1. November ihre Arbeit aufnehmen. Sie folgt auf Paolo Ruffini, 69, der das Amt seit 2018 innehatte.
Damit wird erstmals eine Frau zur Leiterin einer Vatikanbehörde ernannt, die keinem religiösen Orden angehört. Alvarado sei die erste Laiin, die zur Präfektin eines Dikasteriums des Heiligen Stuhls ernannt worden sei, schrieb das Nachrichtenportal »Vatican News«.
Das Dikasterium für Kommunikation beaufsichtigt unter anderem die Print-, Radio- und Fernsehangebote des Vatikans, die weltweit verbreitet werden. Zudem ist ihm der vatikanische Pressesaal zugeordnet.
Papst Leo XIV. auf dem Weg der Reform?
Alvarado ist derzeit Präsidentin des katholischen Medienunternehmens EWTN News. Sie wurde in Mexiko-Stadt geboren und studierte in den USA. »Vatican News« bezeichnete die Ernennung als Fortsetzung des von Leos Vorgänger Franziskus eingeleiteten Wegs der Reform und Erneuerung.
Franziskus hatte in den Monaten vor seinem Tod am 21. April vergangenen Jahres zwei Ordensfrauen auf wichtige Posten im Vatikan berufen und eine »chauvinistische Mentalität« in der katholischen Kirche kritisiert. Die Sozialwissenschaftlerin Schwester Raffaella Petrini wurde Präsidentin des Governatorats des Staats Vatikanstadt, die Psychologin Schwester Simona Brambilla übernahm die Leitung des Vatikandikasteriums für die katholischen Orden und Kongregationen weltweit.
Was Kommunikation und Wissensbeschaffung angeht, ist der Papst am Puls der Zeit: In seiner Ende Mai veröffentlichten Enzyklika »Magnifica humanitas« setzt sich Leo XIV. ausführlich mit den Gefahren und den Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz im Lichte der katholischen Soziallehre auseinander.
»Wichtige Mission«
Zwischen Vertretern des konservativen Medienkonsortiums EWTN und dem verstorbenen Papst Franziskus war es in der Vergangenheit zu Konflikten gekommen. Unter anderem hatten sich auf deren Plattformen antiliberale Papstkritiker wie der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller zu Wort gemeldet.
Zur EWTN-Gruppe gehören neben Fernseh- und Radiosendern auch die Nachrichtenagentur CNA und die Zeitung »National Catholic Register«.
Der Geschäftsführer von EWTN, Michael P. Warsaw, betonte, dass die designierte Kommunikationschefin Alvarado sich »das Vertrauen und den Respekt aller verdient hat, die das Privileg hatten, an ihrer Seite zu arbeiten«. Die »EWTN-Familie« unterstütze sie bei ihrer »wichtigen Mission im Dienst von Papst Leo XIV. und seinem Pontifikat«.

vor 17 Stunden
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