Angriffskrieg gegen Ukraine Moskau bestreitet bevorstehende Mobilmachung
Die Verluste im Krieg gegen die Ukraine sind hoch. Russische Männer fürchten die nächste Mobilmachung. Der Kreml begegnet den Ängsten nun mit einer nicht überprüfbaren Zahl.
29.07.2026, 01.26 Uhr
Gräber russischer Soldaten in Yefremov (Region Tula, März 2023)
Foto:Natalia Kolesnikova / AFP
In Russland sollen sich nach offiziellen Angaben im ersten Halbjahr erneut rund 200.000 Freiwillige für den Angriffskrieg gegen die Ukraine gemeldet haben. Diese Zahl nannte der Vizechef des nationalen Sicherheitsrates, Dmitrij Medwedew, bei einer Sitzung. Sie lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
In einem bei Telegram veröffentlichten Video wies er zugleich Behauptungen der ukrainischen Führung zurück, wonach Moskau wie nach Kriegsbeginn 2022 eine Mobilmachung plane (mehr hier ), um massive Verluste bei den Streitkräften auszugleichen.
Es handele sich um Lügen, Provokationen und Gerüchte, die der Feind gezielt verbreite, um die Lage in Russland vor der Parlamentswahl im September zu destabilisieren, sagte Ex-Kremlchef Medwedew.
Die Angst vor einer neuen Mobilmachung ist in Russland tatsächlich mit den Händen greifbar, viele Menschen glauben den offiziellen Beteuerungen nicht. Auch 2022 hatte der Kreml behauptet, es sei keine Zwangsrekrutierung geplant. Als sie doch kam, ergriffen Hunderttausende die Flucht.
»Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen: Es besteht keinerlei Notwendigkeit für eine Mobilmachung. Das ist eine Lüge des Feindes, der selbst unter einem Mangel an Personal leidet«, sagte Medwedew. Die personellen Erfordernisse der russischen Streitkräfte seien im ersten Halbjahr »vollkommen« erfüllt worden, sagte er. Russland lockt die Freiwilligen mit hohen Prämien und Einkommen. Viele Männer, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben, berichten aber auch von Druck, sich für den Kriegsdienst zu verpflichten.
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Unabhängige Beobachter in Kyjiw sehen in der Ukraine ebenfalls massive Personalprobleme an der Front. Dort fehlen Soldaten. Verbreitet sind zudem Desertationen, Widerstand gegen die teils gewaltsamen Rekrutierungen und Versuche, sich durch Bestechung vom Kriegsdienst freizukaufen.
Über die Lage im Krieg sprach der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj auch bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Selenskyj bezeichnete das Gespräch als gut; später teilte sein Präsidialamtschef Kyrylo Budanow mit, dass vereinbart worden sei, den Verhandlungsprozess auf allen Ebenen zu intensivieren, um einen gerechten Frieden zu erreichen. Details nannte er nicht.
Die Verhandlungen zwischen Kyjiw und Moskau unter US-Vermittlung waren nach dem Beginn von Trumps gegen Iran zum Erliegen gekommen.
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vor 20 Stunden
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