Mittwoch: Österreichs Datenschutzstrafe für Post, PayPal-Fokus auf Trendwende

vor 16 Stunden 3

Welcher Partei stehen Sie nahe? Österreichs Post schätzte das für 2,2 Millionen Leute und verkaufte die Angaben. Nach einem siebenjährigen Verfahren steht die Strafe fest. Das als Datenhändler tätige Postunternehmen muss 13 Millionen Euro zahlen. Derweil trägt der Umbau PayPals offenbar erste Früchte. Der Umsatz und die Marge pro Transaktion steigen. Trotz sinkender Gewinne und schwachem Ausblick steigt die Aktie. Denn der neue PayPal-Chef zeigt sich offen für eine Übernahme, wenn das Angebot passt. Offen zeigen sich auch viele Nutzer gegenüber den KI-Angeboten von Suchmaschinen. Eine neue Studie zeigt, wie Googles KI-Suche das Suchverhalten verändert und welchen Einfluss selbst kleine Änderungen an der Bedienoberfläche haben können – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Wegen illegalen Datenhandels muss die Österreichische Post 13 Millionen Euro Verwaltungsstrafe, aber nur 100.000 Euro Verwaltungskosten, bezahlen. Das hat der österreichische Verwaltungsgerichtshof rechtskräftig erkannt. Das Höchstgericht musste sich bereits zum dritten Mal mit demselben Fall befassen, jetzt hat es selbst entschieden. Denn die Österreichische Post ist ein Datenhändler. Von Mai 2018 bis Februar 2019 verkaufte sie auch die geschätzte, angebliche Affinität zu politischen Parteien von 2,2 Millionen Österreichern. Weil diese dem nicht zugestimmt hatten, untersagte die Datenschutzbehörde 2019 die Datenverarbeitung und verhängte eine Geldstrafe über die Post. Dagegen ergriff die Post Rechtsmittel, doch jetzt ist das Verfahren beendet: Millionenstrafe für österreichische Post wegen Datenschacher.

Um Milliarden statt Millionen geht es bei PayPal. Der erste Quartalsbericht des Zahlungsdienstes nach dem milliardenschweren Übernahmeangebot des Zahlungsabwicklers Stripe und des Private-Equity-Unternehmens Advent zeigt einen steigenden Umsatz und eine leicht erhöhte Marge pro Transaktion. Zwar gehen die Gewinne etwas zurück und auch der Ausblick ist verhalten, aber die Aktie zieht trotzdem etwas an. Das dürfte auch daran liegen, dass der neue PayPal-Chef eine Übernahme nicht grundsätzlich ausschließt. Laut dem seit März in diesem Amt tätigen Enrique Lores werde sein Unternehmen alle Möglichkeiten prüfen, die für Anleger vorteilhaft sein könnten. Doch zunächst konzentriert er sich darauf, die Profitabilität PayPals zu verbessern: PayPal schließt Übernahme nicht aus, aber fokussiert sich auf Trendwende.

Künstliche Intelligenz (KI) will PayPal erst später stärker nutzen, aber bereits jetzt verändert KI zunehmend, wie Menschen im Internet nach Informationen suchen. Einerseits etablieren sich KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude als neue Anlaufstellen für Webrecherche, Produktvergleiche und Kaufentscheidungen. Andererseits wird KI zunehmend in bestehende Suchangebote integriert, allen voran bei der Google-Suche mit den AI Overviews und dem AI Mode. Eine neue Studie dokumentiert diese doppelte Entwicklung und zeigt anhand von US-Nutzungsdaten, wie sie die Wege verändert, auf denen Nutzer im Netz Informationen finden. Demnach steigen sowohl der Anteil der KI-generierten Google-Zusammenfassungen als auch die Nutzung des dialogischen KI-Modus deutlich: Googles KI-Suche verändert das Suchverhalten.

Die für diese KI-Nutzung benötigten Rechenzentren erhalten in den USA Rückenwind. „Die Umweltschutzbehörde ist stolz, die Agenda des Präsidenten (Donald Trump) voranzutreiben“, sagt der bei der United States Environmental Protection Agency (EPA) für Luft und Strahlung zuständige Aaron Szabo. Denn er hat eine Gesetzeslücke gefunden, die fossile Kraftwerke von Schadstoffgrenzwerten befreit, solange sie nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen sind (sogenannte Inselanlagen). Große Privatkraftwerke sind im Zuge des KI-Booms, der riesige Rechenzentren mit enormem Strombedarf erfordert, in Mode gekommen. Diese Inselanlage dürfen laut EPA bundesrechtlich so viel Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffdioxid (NO2) ausstoßen, wie sie wollen: Keine US-Grenzwerte für fossile Kraftwerke, die nur Datenzentren versorgen.

Bei der Ankündigung neuer Rechenzentren sind häufig Angaben wie Megawatt oder Gigawatt zu lesen statt Peta- oder Exaflops. Es geht also um elektrische Leistung (Watt) statt um Rechenleistung in Operationen pro Sekunde. Das hat handfeste Gründe. So werden viele Rechenzentren erst Jahre nach ihrem Bau komplett bestückt. Und im Laufe ihrer mehrjährigen Nutzungszeit halten mehrere neue Generationen von Servern Einzug. Dadurch kann sich die Rechenleistung bei gleichbleibender Leistungsaufnahme vervielfachen. Abgesehen davon gibt es keine Standards, mit denen sich die Rechenleistung beliebiger Computer für unterschiedliche Zwecke sinnvoll vergleichen lässt. Was der Anschlusswert von Rechenzentren verrät, diskutieren wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: Leistungsvergleich von Rechenzentren.

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(fds)

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