Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij als erster ausländischer Staatschef bei Burnham
Russland meldet Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen
Schwere Luftangriffe auf Kiew, ein Todesopfer in Charkiw
Russische Raketen fordern Todesopfer und viele Verletzte
150 000 Menschen in Tschernihiw nach russischem Angriff ohne Strom
Russland: Viele Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Busse
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Busse sind nach russischen Angaben insgesamt 25 Menschen verletzt worden. In der Grenzstadt Schebekino sei eine Drohne in einen Linienbus eingeschlagen, teilte der amtierende Gouverneur der westrussischen Region Belgorod, Alexander Schuwajew, mit. 19 Menschen seien verletzt worden, sechs davon schwer.
Eine zweite Attacke wird aus den von russischen Truppen besetzten Gebieten in der Ukraine gemeldet. In der Stadt Horliwka unweit von Donezk habe eine ukrainische Drohne fünf Personen verletzt, als sie in einen Bus eingeschlagen sei, teilte Horliwkas Bürgermeister Iwan Prichodjko mit.
Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe gegen den Aggressor Russland zuletzt massiv ausgeweitet. Ziel ist es, die russischen Truppen an der Front vom Nachschub abzuschneiden. Dabei werden aber auch immer wieder zivile Ziele getroffen. Das verstößt gegen das Kriegsrecht. Die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen ist freilich schwierig, weil das russische Militär eigene Fahrzeuge teilweise als zivil tarnt – auch dies ist ein Verstoß gegen das Kriegsrecht.
Selenskij als erster ausländischer Staatschef bei Burnham
Großbritanniens neuer Premier Andy Burnham empfängt den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij im Schatten eines Flugzeugträgers. Er setzt damit ein deutliches Zeichen. Die Wahl des Besuchers sei kein Zufall gewesen, sagte Burnham bei dem Treffen in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth, wo er den Ukrainer auf einem Marinestützpunkt im Schatten des Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth begrüßte. Man wolle die klare Botschaft senden, dass Großbritannien zu 100 Prozent an der Seite der Ukraine stehe. Er werde jede einzelne Zusage seines Landes vollständig einhalten, versprach der sozialdemokratische Politiker.
Burnham setzt damit die Linie seiner Vorgänger fort, die sich unabhängig von der Parteizugehörigkeit jeweils als engste westliche Verbündete des ukrainischen Präsidenten positioniert hatten. Selenskij betonte, die Beziehung beider Länder sei „stärker denn je“.
Der britische Premier verkündete zudem, man räume der Ukraine das Recht ein, ein in Großbritannien entwickeltes System zum Schutz von Drohnen vor Störsendern im eigenen Land zu produzieren. Das als „Stone Cloak“ bezeichnete System sei von der Größe eines Tablet-Computers und verhindere, dass Drohnen abgefangen werden, sagte Burnham. Tausende Geräte wurden nach Angaben der britischen Regierung bereits an die Ukraine geliefert.
Anschließend geht es für Selenskij zu einem weiteren Verbündeten, mit dem die Beziehung bisweilen nicht ganz so herzlich und harmonisch ist. Er reist nach Washington zur Trauerfeier des kürzlich gestorbenen US-Senators Lindsey Graham. Kurz vor dessen Tod hatte Selenskij in Kiew noch mit ihm über ein neues Sanktionspaket gegen Russland gesprochen. Die Initiative richtet sich unter anderem gegen Länder, die russische Energieträger importieren und damit helfen, den Krieg gegen die Ukraine zu finanzieren. Das Paket steckt schon lange im Senat fest. Neben den Sanktionen sind für Selenskij vor dem kommenden Winter vor allem neue Lieferungen von Patriot-Flugabwehrraketen relevant.
Russland beschießt Schiffe in Mykolajiw
Die russische Armee hat Schiffe im ukrainischen Schwarzmeerhafen Mykolajiw mit Drohnen angegriffen. Dabei sei ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden, teilte die ukrainische Seehafenverwaltung mit. Es handele sich um Schiffe, die seit Beginn der russischen Invasion 2022 in Mykolajiw festgesteckt hätten.
Das russische Verteidigungsministerium in Moskau sprach dagegen von zwei Schiffen, die für Lieferungen an die ukrainische Armee eingesetzt worden seien. Sie seien „im Moment des Entladens von Militärgütern“ getroffen worden, hieß es in einer Mitteilung. Für diese Angaben gab es keine Belege.
Die ukrainischen Schwarzmeerhäfen Odessa, Tschornomorsk und Piwdennyj waren in den bald viereinhalb Jahren Krieg fast immer für den internationalen Schiffsverkehr erreichbar. Sie kam erst in den vergangenen Tagen wegen verstärkter russischer Angriffe wieder zum Erliegen. Russland und die Ukraine haben ihre Angriffe im und um das Schwarze Meer sowie das Asowsche Meer in den vergangenen Wochen verstärkt. Beide Seiten griffen dabei zahlreiche Schiffe an, darunter Öltanker und Frachter.
Russland meldet Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen
Bei einem ukrainischen Luftangriff auf die südrussische Stadt Rostow am Don wurden nach Angaben des Gouverneurs Juri Sljussar fünf Zivilisten getötet. Zunächst war von zwei Toten die Rede, dann wurden drei weitere Leichen in den Trümmern entdeckt. Weitere fünf Menschen seien verletzt worden, schrieb Sljussar auf Telegram. Die Attacke galt dem nahegelegenen Hafen der Stadt, über dem nach Augenzeugenberichten eine Rauchwolke aufstieg.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte einen Angriff auf Ölverladeeinrichtungen im Hafen von Rostow. Als weitere Ziele nannte er Ölanlagen im Gebiet Jaroslawl nordöstlich von Moskau und in der russischen Teilrepublik Udmurtien, die etwa 1300 Kilometer von der Ukraine entfernt vor dem Ural liegt. „Wir tragen den Krieg nach Russland zurück, damit letztlich ein gerechter Frieden eine Chance hat“, schrieb Selenskij auf der Plattform X.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien insgesamt 276 ukrainische Kampfdrohnen über verschiedenen Landesteilen abgefangen worden. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, deuten aber auf einen großangelegten ukrainischen Angriff hin. Zahlreiche russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken. Drohneneinschläge wurden auch aus der russischen Großstadt Belgorod dicht an der Grenze zur Ukraine gemeldet. Es habe zwölf Verletzte gegeben, darunter zwei Kinder.
Frachter nach russischem Angriff vor Odessa gesunken
Vor der Küste der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist nach Angaben der dortigen Behörden ein internationaler Frachter eine Woche nach einem russischen Beschuss gesunken. Das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrende Schiff Golden Leo erlitt laut der Hafenbehörde am 19. Juli bei einem russischen Angriff schwere Schäden. Dabei kamen demnach neun Besatzungsmitglieder ums Leben, acht wurden gerettet. Das mit Mais beladene Schiff befand sich auf dem Weg nach Rumänien. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
Tote und Verletzte bei Angriff auf Supermarkt
Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Supermarkt in der ukrainischen Stadt Tschernihiw nördlich von Kiew sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Eines der Todesopfer sei ein 10-Jähriger, teilte der örtliche Militärverwalter Dmytro Bryschynskij auf Telegram mit. Weitere 13 Besucher des Supermarkts seien bei dem Einschlag der Kampfdrohne verletzt worden.
Rumänischer Kampfjet schießt Drohne ab
Ein F-16-Kampfjet hat nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums eine Drohne abgeschossen, die den Luftraum des Landes verletzt hatte. Dies ist der dritte derartige Vorfall innerhalb von drei Tagen. Die Drohne sei in einer Entfernung von zwölf Kilometern nordöstlich der Stadt Sulina über eigenen Hoheitsgewässern abgeschossen worden, teilte das Ministerium mit. Zur Herkunft der Drohnen machten die Behörden bisher keine Angaben. Eine am Freitag abgeschossene Drohne vom Typ Schahed gewesen, teilte die rumänische Staatsanwaltschaft nach einer Untersuchung der Trümmer fest. Diesen ursprünglich iranischen Drohnentyp verwendet in der weiteren Region nur Russland.
Schwere Luftangriffe auf Kiew, ein Todesopfer in Charkiw
Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut massiv mit Angriffen aus der Luft überzogen. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw wurde eine 40 Jahre alte Frau bei einer Attacke getötet, wie der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mitteilte. Verletzt wurden demnach neun Menschen, darunter auch ein zehnjähriger Junge.
In der Hauptstadt Kiew wurden Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge mindestens drei Menschen verletzt. Der ukrainische Zivilschutz teilte am Morgen mit, dass es Feuer in drei Stadtteilen infolge russischen Beschusses gegeben habe, die alle gelöscht worden seien. Demnach brannten ein Lagerhaus, elf Fahrzeuge, ein vierstöckiges Gebäude und ein Nichtwohngebäude. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte Angriffe auf Kiew. Es habe Rüstungsfabriken attackiert, teilte es mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Russland habe das Nachbarland in der Nacht mit acht Raketen und Marschflugkörpern sowie 136 Drohnen attackiert, gab der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bekannt. Insgesamt habe Moskaus Militär in dieser Woche fast 1700 Drohnen, mehr als 1630 Gleitbomben und 95 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt, wobei es sich bei mehr als der Hälfte um ballistische Raketen handele, teilte Selenskij mit. Er warf Russland ballistischen Terror vor.
Später seien bei Angriffen auf die Städte Charkiw im Osten und Saporischschja im Süden zwei Menschen getötet und weitere verletzt worden, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. Russland warf der Ukraine einen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Stadt Horliwka in der ostukrainischen Region Donezk vor, bei dem vier Menschen ums Leben gekommen seien.
Russischer Angriff: Tote und Verletzte in Saporischschja
Bei einem russischen Angriff auf die Großstadt Saporischschja im Süden der Ukraine soll nach ukrainischen Angaben mindestens eine Frau getötet worden sein. Mindestens elf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Gouverneur Iwan Fedorow mit. Unter den Verletzten sind demnach auch drei Kinder im Alter von drei, fünf und sieben Jahren.
Fedorow veröffentlichte auf Telegram Fotos, die massive Zerstörungen von Häusern in Saporischschja zeigen sollen. Von russischer Seite äußerte sich bislang niemand zu den gemeldeten Angriffen.
Gouverneur: Acht Tote bei Angriff in russisch besetzter Region
Bei einem nächtlichen Angriff auf Ferienlager im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Saporischschja sind nach russischen Angaben acht Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien zwei Kinder, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Insgesamt seien 14 Opfer – Tote und Verletzte – bekannt, darunter drei Kinder. Ob es sich bei dem von russischer Seite gemeldeten Angriff um eine gezielte Attacke auf Ferienlager handelte, ist nicht bekannt. Die Ukraine äußerte sich nicht und Darstellungen der Kriegsparteien sind oft nicht unabhängig überprüfbar.
Tote nach russischem Drohnenschlag auf Sumy
Bei russischen Drohnenangriffen sind in der nordostukrainischen Stadt Sumy nach Angaben örtlicher Behörden drei Menschen getötet worden. Bei dem nächtlichen Angriff seien zudem mindestens zwei weitere Menschen verletzt worden, teilte der Leiter der städtischen Militärverwaltung über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine Tankstelle, das Dach eines Mehrfamilienwohnhauses und ein nicht genanntes Infrastrukturobjekt seien beschädigt worden. Russische Truppen sind etwa 20 Kilometer von Sumy entfernt.
Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij die ukrainische Bevölkerung vor einem neuen massiven russischen Raketenschlag gewarnt. „Dieser Schlag kann bereits heute stattfinden. Nach vorläufigen Informationen soll er innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen“, sagte der Staatschef in einer am Abend veröffentlichten Videoansprache. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarme nicht zu ignorieren.
Rumänischer Kampfjet schießt erneut Drohne ab
Ein F-16-Kampfjet hat nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministeriums eine weitere Drohne im nationalen Luftraum abgeschossen. Der Vorfall habe sich in einem unbewohnten Gebiet nahe der Grenze zur Ukraine ereignet, teilte das Ministerium mit.
Damit hat das Nato-Land zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen eine Drohne abgeschossen, nachdem bereits zuvor der rumänische Luftraum mehrmals verletzt worden war. Die erste Drohne stammte rumänischen Ermittlern zufolge aus Russland.
Österreich: „Turbo-Beitritt auf Antrag“ für Ukraine in EU geht nicht
Österreich hat sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodimir Selenskij. „Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte“, sagte Bauer der Welt am Sonntag. „Ein Turbo-Beitritt auf Antrag – das geht natürlich nicht.“
Man habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig zu bedenken, führte sie aus. „Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur würde die EU maßgeblich verändern.“ Zudem warnte sie vor einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ bei der Aufnahme. „Alle Beitrittskandidaten – auch die Ukraine – müssen dieselben Regeln befolgen und sich einen Beitritt durch Leistung verdienen.“
US-Beamter: Trump will Selenskij am Dienstag empfangen
US-Präsident Donald Trump will kommenden Dienstag Regierungskreisen zufolge den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij im Weißen Haus empfangen. Ein entsprechender Besuch sei geplant, teilte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Weitere Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Selenskij hatte in einer Mitteilung eine anstehende Reise in die USA bestätigt. Details nannte er nicht.












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