Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
G 7 will Druck auf Russland erhöhen
China dementiert Vorwürfe zu Ausbildung russischer Ukraine-Soldaten
Moskau meldet Attacken von 60 Drohnen – Ölraffinerie getroffen
G 7 will Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen – Selenskij schlägt Treffen mit Putin in den USA vor
EU startet Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine
Reparatur des Kiewer Höhlenklosters dauert mindestens zwei Jahre
Das Dach der Hauptkathedrale des berühmten ukrainischen Klosters brannte nach einem russischen Angriff lichterloh. Jetzt ziehen Experten eine erste Schadensbilanz. Demnach wird die Restaurierung der Mariä-Entschlafens-Kathedrale mindestens zwei Jahre dauern. Das sagte der Direktor des zuständigen Nationalreservats, Maxim Ostapenko, der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine. Das Dach der Hauptkathedrale wurde nach seinen Angaben bei dem Brand in der Nacht zum Sonntag zu mehr als 80 Prozent zerstört.
Neben der Kathedrale hätten noch 18 weitere Objekte des berühmten Klosters Schäden erlitten. Am schwersten seien die Hauptkirche und ein Wehrturm getroffen worden, so Ostapenko. Den Gesamtschaden bezifferte er mit mehr als 500 Millionen Hrywnja (umgerechnet rund 9,6 Millionen Euro).
Das im Jahr 1051 gegründete Kiewer Höhlenkloster steht seit 1990 auf der Welterbe-Liste der Unesco. Es gilt als Wiege des ostslawischen orthodoxen Christentums und als Wahrzeichen der Stadt. Wegen der erheblichen Schäden dürfen es Pilger und Touristen seit Sonntag nicht mehr besuchen.
Der russische Luftangriff auf Kiew war international scharf verurteilt worden. Die deutsche Unesco-Kommission wies darauf hin, dass das Höhlenkloster durch das Völkerrecht besonders geschützt sei. Für das Kloster gelte die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten von 1954, die auch von der Ukraine und Russland ratifiziert worden sei.
Großbritannien und Kanada verhängen neue Russland-Sanktionen
Mit neuen Sanktionen gegen Russland wollen Großbritannien und Kanada den Druck erhöhen. Wie die Regierungschefs der beiden Länder beim G-7-Gipfel im französischen Évian ankündigten, sollen unter anderem die russische Schattenflotte und Rüstungsindustrie mit neuen Sanktionen ins Visier genommen werden.
Kanadas Premier Mark Carney zufolge sollen 162 Menschen, Unternehmen und Schiffe neu auf die Sanktionsliste Ottawas kommen. Großbritannien verhängt 70 neue Sanktionen gegen Russlands Schattenflotte, Lieferketten im Rüstungsbereich und illegale Finanznetzwerke zur Umgehung von Sanktionen. Dabei soll die Beschaffung westlicher Technologie für das russische Militär unterbunden werden.
Die britische Marine hatte in dieser Woche einen aus Russland kommenden Öltanker im Ärmelkanal aufgebracht. Der Kapitän des Schiffes wurde inzwischen wegen des Verstoßes gegen Sanktionen angeklagt. Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine zu umgehen. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe.
Und auch die USA gehen demnächst vielleicht wieder schärfer gegen Russland vor. Präsident Donald Trump stellte eine Rückkehr zu Öl-Sanktionen in Aussicht, die gerade vorübergehend auf Eis liegen. Bald werde man in der Lage sein, das tun zu können, sagte der Republikaner vor Journalisten auf dem G-7-Gipfel. Er begründete es damit, dass Öl wieder fließe. Er legte sich aber nicht auf einen möglichen Zeitpunkt fest. Es ist unklar, ob Trump dann womöglich nur zum Status quo der Sanktionen zurückkehren will oder ob er darüber hinaus weitere Sanktionen anvisiert, die Russland schaden sollen.
G 7 will Druck auf Russland erhöhen
Die USA und führende europäische Staaten haben sich beim G-7-Gipfel nach Angaben aus der deutschen Delegation darauf verständigt, den Druck auf Russland weiter zu erhöhen, um zu neuen Verhandlungen über ein Ende des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu kommen. Alle G-7-Teilnehmer inklusive US-Präsident Donald Trump seien sich einig gewesen, dass sich die Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld deutlich verbessert habe, hieß es nach den Beratungen im französischen Évian aus deutschen Regierungskreisen. „Sie waren sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine erhöht werden muss und dass der Druck auf Russland erhöht werden muss.“
Neben Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij nahmen an den Beratungen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan teil. Die Europäer seien dabei sehr geschlossen aufgetreten, hieß es aus den Regierungskreisen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich optimistisch, dass in die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs neuer Schwung kommt. „Das Blatt wendet sich für die Ukraine“, erklärte sie nach einer Arbeitssitzung bei dem G-7-Gipfel führender westlicher Demokratien in Frankreich. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025. Während die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen. Es sei nun der Moment, die Unterstützung für die Ukraine noch einmal deutlich zu verstärken, schrieb von der Leyen in sozialen Medien.
Die USA waren bisher alleiniger Vermittler zwischen der Ukraine und Russland. Die Bemühungen Trumps und seiner Regierung um ein Ende des Krieges waren allerdings während des Krieges gegen Iran zum Erliegen gekommen. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen sie nun wieder in Gang bringen. Im Fall neuer Verhandlungen wollen die Europäer mit am Tisch sitzen.
Trump kündigt weiteres Treffen mit Selenskij bei G-7-Gipfel an
US-Präsident Donald Trump will sich auf dem G-7-Gipfel ein weiteres Mal mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij treffen. Ob es sich um ein Zweiergespräch handelt oder weitere Teilnehmer dabei sein werden, ließ Trump bei seiner Ankündigung offen. „Russland sollte eine Einigung erzielen“, sagte Trump zum Ukraine-Krieg.
„Russland sollte eine Einigung erzielen “
US-Präsident Donald TrumpSelenskij war bereits am Morgen bei einem Gespräch der G-7-Länder dabei gewesen. Selenskij hatte bei Telegram nach seiner Ankunft beim Gipfel mitgeteilt, dass für die Ukraine eine Stärkung der Flugabwehr das wichtigste Ziel sei. Es brauche zudem diplomatische Anstrengungen, damit Russland seinen Krieg beende.
Großbritannien: Neue Sanktionen gegen russische Schattenflotte
Großbritannien weitet seine Sanktionen gegen die russische Schattenflotte aus. Dutzende Schiffe werden der Regierung in London zufolge auf die Sanktionsliste gesetzt. Sie stünden im Verdacht, russisches Öl und Gas in Drittländer zu transportieren. Die Maßnahmen richteten sich auch gegen Finanzinstitute und einen Versicherer sowie die Yandex Bank, ein mit dem russischen Militärgeheimdienst verbundenes Netzwerk.
Insgesamt umfasse das Paket 70 neue Maßnahmen. „Diese Sanktionen zielen auf die Schiffe, das Geld und die Akteure ab, die die russische Kriegswirtschaft stützen und damit die europäische Sicherheit bedrohen“, erklärte Premierminister Keir Starmer. Er nimmt derzeit am G-7-Gipfel in Frankreich teil.
China dementiert Vorwürfe zu Ausbildung russischer Ukraine-Soldaten
China hat Aussagen der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas dementiert, wonach die Volksrepublik russische Soldaten für den Ukraine-Krieg ausgebildet hat. „Diese Behauptungen entbehren jeder faktischen Grundlage“, sagte Außenamtssprecher Lin Jian in Peking. Die Aussagen seien reine Verleumdung und Anschwärzung, erklärte er weiter.
Kallas hatte am Montag bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg gesagt, die EU habe Berichte verifiziert, wonach das chinesische Militär russische Militärangehörige für den Kampf in der Ukraine ausgebildet habe. Man prüfe nun sorgfältig die möglichen Auswirkungen.
Ein EU-Beamter erklärte, es habe diese Trainingsaktivitäten an mehreren Orten in China gegeben und es seien mehrere Hundert russische Soldaten ausgebildet worden. Einige von ihnen seien später im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt worden.
China hat Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine bislang nicht verurteilt und gibt Moskau durch seine Haltung Rückendeckung. Der Volksrepublik wurde außerdem immer wieder vorgeworfen, die russische Militärindustrie durch die Lieferung wichtiger Güter, die für zivile, aber auch militärische Zwecke einsetzbar sind, zu unterstützen.
Moskau meldet Attacken von 60 Drohnen – Ölraffinerie getroffen
Russlands Flugabwehr hat in der Hauptstadt Moskau nach Darstellung von Bürgermeister Sergej Sobjanin etwa 60 ukrainische Drohnen abgeschossen. Eine Drohne habe ein Objekt auf dem Gelände einer Ölraffinerie in Moskau getroffen, teilte Sobjanin mit. Verletzt worden sei niemand. Einsatzkräfte seien dabei, herabgefallene Trümmer von abgeschossenen Drohnen zu beseitigen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij veröffentlichte auf Telegram ein Video von einem in Flammen stehenden Objekt einer Ölraffinerie. Er lobte Kiews Geheimdienste für „ihre effektive Arbeit“.
Auf den vier Flughäfen der russischen Hauptstadt gab es wegen des Drohnenalarms Einschränkungen im Flugverkehr. Zuerst stellten die Flughäfen Domodedowo und Schukowski ihre Arbeit vorübergehend ein, später stoppten auch die Airports Scheremetjewo und Wnukowo Starts und Landungen. In der Ferienzeit erleben Russen inzwischen fast täglich zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von insgesamt 172 Drohnen über verschiedenen Regionen. Angaben zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium nicht.
Die ukrainischen Drohnenangriffe zielten erneut auf die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie. Im Süden Russlands in der Region Krasnodar sei ein Öllager der Siedlung Poltawskaja getroffen worden und in Brand geraten, teilten die Behörden mit. Im Zuge des Angriffs wurde demnach auch eine Kreisstraße gesperrt. In sozialen Netzwerken kursierten bislang nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einer großen Rauchwolke.
Die Ukraine will mit den Angriffen auf die russische Ölindustrie den militärischen Nachschub stören und auch den Energieexport treffen, der Milliarden in die Kriegskasse des Landes spült. Die Attacken gegen Raffinerien und Treibstofflager haben vielerorts bereits zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin geführt. Zudem steigen die Preise fürs Tanken.
G 7 will Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen – Selenskij schlägt Treffen mit Putin in den USA vor
Die G-7-Staaten wollen nach der Einigung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs auch die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. An den Beratungen beim Gipfel der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G 7) im französischen Évian will auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij teilnehmen. G-7-Mitglieder sind neben Deutschland und Frankreich auch Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA und die EU. Frankreich hat in diesem Jahr den Vorsitz.
US-Präsident Donald Trump sagte am Abend bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten und Gipfel-Gastgeber Emmanuel Macron, er habe am Sonntag sehr gute Gespräche mit Selenskij und auch Kremlchef Wladimir Putin geführt. „Ich glaube, da können wir etwas erreichen. Wirklich.“ Er denke, dass beide dafür offen seien. Nach der Vereinbarung über Iran „werden wir uns darauf konzentrieren und sehen, ob wir das hinbekommen“.
Wie das in etwa aussehen könnte, skizzierte Selenskij bei einem Zwischenstopp in der moldauischen Hauptstadt Chișinău auf dem Weg zum G-7-Gipfel. Seinen Angaben nach sei zunächst geplant gewesen, Putin an den Genfersee einzuladen – Moskau habe dies aber abgelehnt.
Daher habe er – Selenskij – mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, ein solches Treffen in den USA zu organisieren. Wenn Trump Putin einen solchen Vorschlag machte, dürfte es diesem auch deutlich schwerer fallen, ihn zurückzuweisen, meinte Selenskij. „Wir werden sehen, was dabei herauskommt“, sagte er in einem Video. Selenskij nahm dabei offenbar Bezug auf ein Telefonat am Sonntag, als er Trump – ähnlich wie Putin – zu dessen 80. Geburtstag gratuliert hatte. Dabei kam auch der Ukraine-Krieg zur Sprache.
Lukaschenko ruft Russland und die Ukraine zu Kompromissen auf
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat Russland und die Ukraine zu mehr Kompromissbereitschaft für ein Ende des Krieges aufgefordert. In einem Interview des Senders Al Arabija sagte der enge Verbündete von Kremlchef Wladimir Putin, ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch. Zwar rückten russische Truppen weiter vor, zugleich litten aber beide Kriegsparteien unter einem Mangel an Soldaten. Lukaschenko erklärte zudem, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hatte angedeutet, dass neue russische Angriffe auch von belarussischem Gebiet aus erfolgen könnten. Belarus hatte Russland 2022 den Einmarsch in die Ukraine über sein Territorium gestattet und die Stationierung russischer Atomwaffen geduldet.
EU startet Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine
Die EU hat die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen. Vertreter beider Seiten starteten am Abend in Luxemburg offiziell die Aufnahme von Gesprächen zum ersten Themenblock, wie ein Sprecher des Rates der Mitgliedstaaten der Nachrichtenagentur dpa sagte. Zunächst geht es dabei um Themen wie das Justizsystem, den Grundwerteschutz und Sicherheit. Kandidatenländer müssen dabei unter anderem nachweisen, dass ihre Rechtssysteme, der Grenzschutz und die Polizei den EU-Standards entsprechen.
Der Schritt der Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts gilt nach einer zweijährigen Hängepartie wegen einer Blockade Ungarns als wichtiges Zeichen an die Ukraine, dass sich ihre Reformanstrengungen lohnen. Das von Russland angegriffene Land wird nun im Zuge der vermutlich jahrelangen Verhandlungen zeigen müssen, dass es reif für einen EU-Beitritt ist. Dafür sind auch noch zahlreiche weitere Reformen zum Beispiel im Bereich der Korruptionsbekämpfung erforderlich. Am späteren Abend sollten auch noch die Beitrittsverhandlungen mit Moldau begonnen werden. Das Nachbarland der Ukraine musste wegen der ungarischen Blockade ebenfalls zwei Jahre auf den Gesprächsbeginn warten.
Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich bereits im Juni 2024 formal begonnen worden. Die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts mit der von Russland angegriffenen Ukraine wurde dann allerdings von Ungarn mit einem Veto blockiert, erst nach der Abwahl des langjährigen russlandnahen Regierungschefs Viktor Orbán im April kam wieder Bewegung in den Prozess. Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar meldete Anfang Juni eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur Stärkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen Nachbarland. Magyar hatte eine solche Einigung zur Bedingung dafür gemacht, den EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine zuzustimmen.
Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht in dem Verhandlungsbeginn einen „historischen Zeitpunkt für Europa und auch für die Ukraine“. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Eröffnung der Verhandlungen über den ersten Themenblock am Rande des G-7-Gipfels als einen „gewaltigen Schritt nach vorn“. Die Ukraine habe bemerkenswerte Reformfortschritte absolviert, sagte sie.
Russischer Mittelstreckenbomber über Sibirien abgestürzt
Ein Mittelstreckenbomber der russischen Luftwaffe ist offiziellen Angaben nach bei einem Trainingsflug in Sibirien abgestürzt. Die Besatzung der Tu-22M3 habe sich per Schleudersitz retten können, teilte das Verteidigungsministerium russischen Nachrichtenagenturen zufolge mit. „Gefahr für Leib und Leben der Piloten besteht nicht. Am Boden gibt es keine Zerstörungen“, heißt es in der Mitteilung. Der Bomber war demnach ohne Raketen unterwegs.
Den offiziellen Angaben nach stürzte die Maschine beim Landeversuch nahe der Ortschaft Kamenka im Baikalgebiet Irkutsk ab. Die Tupolew Tu-22M3 gehört zu den strategischen Luftstreitkräften Russlands und kann theoretisch auch Raketen mit Atomsprengköpfen abfeuern. Moskau setzt die Bomber in seinem Krieg gegen die Ukraine ein, um aus großer Entfernung Marschflugkörper auf das Nachbarland abzuschießen. Die Ukraine hat daher bereits mehrfach versucht, Exemplare dieses Flugzeugs zu zerstören – und war dabei eigenen Angaben nach auch schon erfolgreich.
Nach Expertenschätzungen gibt es noch etwa 60 Flugzeuge des Typs in Russland – jeder einzelne Verlust wiegt daher schwer. Offiziell gibt es allerdings keine genauen Angaben zur Anzahl.
Frankreich: Angriff auf Kiewer Kloster kommt Angriff auf Notre-Dame gleich
Frankreich und Deutschland haben die jüngsten Angriffe Russlands auf die Ukraine verurteilt. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot verglich den Angriff auf das Kiewer Höhlenkloster Petscherska Lawra mit einem Bombardement der Pariser Kathedrale Notre-Dame. „Dies ist ein Unesco-Weltkulturerbe, was für uns in Frankreich so wäre, als ob Notre-Dame oder Saint-Denis bombardiert worden wären, was völlig inakzeptabel ist“, sagte Barrot bei seiner Ankunft zu einem Treffen der EU-Außenminister. Mit Saint-Denis spielte der Minister auf die Kathedrale in dem gleichnamigen bei Paris gelegenen Ort an.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) verurteilte die Tat in Kiew als „verabscheuungswürdigen Terrorakt“. Der Angriff auf das Kloster markiere einen neuen Tiefpunkt in Russlands Versuchen, die ukrainische Kultur zu zerstören. Der Angriff werde Deutschlands „unerschütterliche Unterstützung für die Freiheit der Ukraine nur noch stärken“.
EU beschließt neue Russland-Sanktionen
Die Europäische Union hat neue Russland-Sanktionen beschlossen. Insgesamt wurden 34 Personen und 47 Einrichtungen, die den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützen, auf die Sanktionsliste gesetzt, wie der EU-Rat mitteilt. Die Strafmaßnahmen richten sich insbesondere gegen den russischen Militär- und Industriekomplex sowie gegen die sogenannte Schattenflotte von Öl- und Gastankern. Zudem sind Akteure betroffen, die mit russischen Aktivitäten zur politischen Einflussnahme in Verbindung stehen.
Die neuen Strafmaßnahmen wurden verabschiedet, während die Mitgliedstaaten parallel über ein umfassenderes 21. Sanktionspaket beraten, wie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas mitteilte.
Nach Angriff auf Kiew: Ukrainischer Geheimdienst zeigt Fotos von russischen Drohnenresten auf Klostergelände
Nach dem Luftangriff auf Kiew, bei dem auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten war, hat sich die Ukraine mit neuen Erkenntnissen zu Wort gemeldet. Der ukrainische Geheimdienst SBU teilte am Nachmittag mit, es seien auf dem Klostergelände Reste einer russischen Kamikaze-Drohne vom Typ Geran, einem Nachbau der iranischen Shahed-Drohne, gefunden worden. Der Geheimdienst veröffentlichte auch Fotos dazu.
Russland hatte zuvor den Brand am Höhlenkloster auf die ukrainische Flugabwehr geschoben. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, dass eine Rakete der ukrainischen Flugabwehr in das Heiligtum gekracht sei.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij kletterte selbst auf das Dach der massiv beschädigten Kathedrale, um sich mit Geistlichen und Regierungsvertretern ein Bild von den Schäden zu machen, wie auf einem von ihm veröffentlichten Video zu sehen war. Russland habe den Stadtteil mit dem Kloster absichtlich mit zwei Drohnen angegriffen. Selenskij drohte Moskau mit einer „gerechten Antwort“ Kiews. Zu den Behauptungen aus Russland äußerte er sich nicht.
Nach Regierungsangaben wird die Kirche wieder instand gesetzt. Der Brand wurde inzwischen gelöscht.












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