
Foto: THIBAULT CAMUS/AFP
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Foto: Jean-Christophe Bott/Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dp
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In einem Luxushotel am Genfer See bekommt Donald Trump ein spezielles Wellness-Programm. Der Präsident soll nach seinem Iran-Deal wieder ins Team Westen geholt werden. Die Ukraine darf ein wenig Hoffnung schöpfen.

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Willst du in meiner Mannschaft spielen?

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In einem Luxushotel am Genfer See bekommt Donald Trump ein spezielles Wellness-Programm. Der Präsident soll nach seinem Iran-Deal wieder ins Team Westen geholt werden. Die Ukraine darf ein wenig Hoffnung schöpfen.
16. Juni 2026
| Lesezeit: 7 Min.
Es ist viel zu bedenken und noch mehr zu klären gewesen vor diesem Gipfeltreffen, von dem wieder einmal so viel abhängt. In den Regierungszentralen der G-7-Staaten, auch im Kanzleramt, musste das wenige analysiert werden, was über den von US-Präsident Donald Trump verkündeten „Friedensdeal“ mit Iran bekannt war. Die Konsequenzen mussten geprüft und Vorbereitungen für eine mögliche Militärmission in der Straße von Hormus getroffen werden. Aber was war das schon verglichen mit der Frage, die sich gleichermaßen dringend stellte: Was schenkt man einem, der schon alles hat, aber immer noch mehr will?
Das Team von Friedrich Merz hatte angekündigt, der Bundeskanzler werde Trump anlässlich seines 80. Geburtstag am vergangenen Sonntag beim Gipfel ein Geschenk überreichen. Beim festlichen Diner am ersten Gipfelabend am Montag empfindet der in Begleitung seiner Frau Charlotte erschienene Merz den Rahmen offenbar nicht als passend, was mit dem Geschenk zu tun gehabt haben könnte – einem T-Shirt.
Keiner weiß genau, was in dem Abkommen mit Iran steht
Am Dienstagmorgen fasst sich der Kanzler dann vor Beginn der ersten Arbeitssitzung am weißen runden Tisch ein Herz

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Foto: Michael Kappeler/Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa
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Dann hält er es doch grinsend in die Kameras, bevor er es zusammenknüllt.

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Er überreicht dem etwas verwirrt wirkenden Präsidenten ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft, beflockt mit der Nummer 47 und dem Namen Trump. „After all, we’re on the same team“, schreibt Merz später auf X. Erst wirkt der 47. Präsident der Vereinigten Staaten zwar, als wolle er das Shirt gar nicht haben.

Foto: Michael Kappeler/Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa
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Dann hält er es doch grinsend in die Kameras, bevor er es zusammenknüllt.
So läuft das bei diesem Gipfel in Évian-les-Bains am Genfer See. Ja, es geht um Frieden in der Ukraine. Das ist das Thema der ersten Arbeitssitzung, zu der auch der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij angereist ist. Und ja, es geht um die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus und darum, was Trumps Krieg nun eigentlich gebracht hat. Das weiß keiner so genau, obwohl Merz dem US-Präsidenten und Iran zu „diesem diplomatischen Durchbruch“ vor seiner Abreise nach Frankreich schon mal gratuliert hatte. Vor allem aber geht es darum, Trump bei Laune und so gut es eben geht in der eigenen Mannschaft zu halten.
Wie schwierig der Umgang mit diesem amerikanischen Präsidenten tatsächlich ist, zeigt vielleicht nichts besser als die Beziehung, die der Gastgeber des Gipfels, Emmanuel Macron, mit Trump unterhält. Es ist eine langjährige und betont männliche, eine zuweilen grotesk machohafte, jedenfalls keine banale.
Sie kennen einander seit bald zehn Jahren: 2017 waren beide zum ersten Mal zu Präsidenten geworden. All die anderen Staats- und Regierungschefs aus dem aktuellen Gremium der G7 waren da noch nicht in Amt und Würden.

Foto: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/AFP
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Foto: Matthieu Alexandre/AP
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Kaum war Macron im Frühjahr 2017 gewählt, lud er Trump zur Militärparade am 14. Juli nach Paris ein, auf die Champs-Élysées.
Im Nachhinein lässt sich die Geste wohl einfach deuten: Schau her, wir sind auf Augenhöhe.

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Kaum war Macron im Frühjahr 2017 gewählt, lud er Trump zur Militärparade am 14. Juli nach Paris ein, auf die Champs-Élysées.

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Im Nachhinein lässt sich die Geste wohl einfach deuten: Schau her, wir sind auf Augenhöhe.
Das war natürlich vermessen von Macron. Aber damals begann das, was die Angelsachsen einen pissing contest nennen würden. Trump hält den jungen Macron für die Personifizierung des alten Europas, das ihn bremst, das ihm bei seinen eigensinnigen Unternehmungen nicht hilft. Und da die französische Verfassung Macron ähnlich viel Macht zumisst wie ihm selbst die amerikanische, hält er ihn zumindest für ein passabel mächtiges Gegenüber.
Doch keinen anderen europäischen Staats- oder Regierungschef überzieht er mit mehr billigem Spott als ihn, „my special friend Emmanuälllle“. Er äfft ihn gerne nach, mit Akzent. Einmal sagte Trump: „Macron irrt sich immer, bei allem.“ Und Macron? Behält immer die Contenance, zur Not auch einmal hinter einer blau verspiegelten Sonnenbrille.
Dieser Gipfel in Évian ist ein kleines Adieu, wenigstens auf der ganz großen Bühne. In weniger als einem Jahr tritt Macron ab, was Trump bei keiner Gelegenheit zu erwähnen vergisst. Macron spiele keine Rolle mehr, sagt er dann. Und so ließ Macron Trump bei dessen Ankunft im Hôtel Royal von Évian einfach allein auf dem roten Teppich stehen – wie bestellt und nicht abgeholt.
Foto: Pool/Getty Images
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Geplant war, dass er ihn begrüßen würde, die Autotür aufhalten. Alle französischen Nachrichtensender übertrugen die Szene live. Doch da stand nur der Chef von Macrons Protokollabteilung, den nicht einmal die Franzosen kennen. Ein Affront? Oder war Macron nur mal wieder verspätet, wie er das immer ist? Vor Trumps Ankunft unterhielt sich Macron mit Inácio Lula da Silva, dem brasilianischen Präsidenten. Das kann schon ausufern. Aber in diesem Fall?
Nun, wenn man weiß, wie sehr sich das Élysée in den vergangenen Wochen zerrissen hat, damit der Amerikaner den Gipfel nicht schwänzt, konnte es kein Versehen sein, keine Nachlässigkeit. Trump hatte vor seiner Abreise nach Europa den Franzosen mit Strafzöllen gedroht, wenn sie ihre Taxe auf Webfirmen und Onlinedienste nicht aufgäben: 100 Prozent auf Wein und Champagner!
Macron sagte darauf im französischen Fernsehen, es stehe den USA nicht zu, sich über europäisches oder französisches Recht zu stellen. „Ich werde ein respektvolles, aber bestimmtes Gespräch mit ihm führen.“ Auf Augenhöhe. Ihr Auftritt vor den Medien war dann so kühl, wie man das in all den Jahren nicht erlebt hat: Trump schaute Macron nicht einmal gönnerhaft lächelnd an, als sie einander die Hand drückten.
Lässt sich also nicht einmal der Schein wahren? Am Dienstagmorgen, bei herrlichem Wetter und freier Sicht auf See und Berge, scheint es dann doch ganz gut zu gelingen. Als Merz sein Geschenk überreicht hat und alle Gipfelteilnehmer Platz genommen haben, hält Gastgeber Macron beide Daumen in die Höhe. Damit will er den Fotografen und Kameraleuten bedeuten, sie könnten gehen. Aber es kann natürlich auch als Zeichen des Optimismus gewertet werden. Jedenfalls soll jetzt über die Ukraine gesprochen werden, deren militärische Lage sich zuletzt deutlich verbessert hat. Hier könne sich „langsam ein Fenster für die Diplomatie öffnen“, hatte Merz vor der Abreise gesagt.
Selenskij erscheint zu der Sitzung ganz in Schwarz
Zunächst redet der Ukrainer. Dann erteilt Macron Merz das Wort. Der Kanzler betont, wie sehr sich die Lage verändert hat, wie sehr Kremlchef Wladimir Putin in der Defensive steckt. Das Ziel: Verhandlungen mit Russland, an denen neben den USA und der Ukraine auch Europa beteiligt ist. Selenskij hat Bilder mitgebracht vom Höhlenkloster in Kiew, wo nach einem russischen Angriff in der Hauptkathedrale ein Feuer ausgebrochen ist. Vom „schwerwiegendsten Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur bisher“ hatte Selenskij schon vor Ankunft in Évian gesprochen.
Das alles scheint bei Trump seine Wirkung nicht zu verfehlen. „Wir kommen jetzt zu einer gemeinsamen Lageanalyse“, so ist die Einschätzung im Team Merz. „Russland kann den Krieg nicht gewinnen und Russland steht unter Druck. Insofern haben wir eine Änderung in der Tonalität festgestellt“, heißt es. Man sei sich einig, dass die Unterstützung der Ukraine und der Druck auf Moskau verstärkt werden müssten.
„Russland sollte eine Einigung erzielen“, sagt Trump nach der Sitzung, und auf europäischer Seite keimt Hoffnung, dass der Präsident Abschied genommen hat, mit Putin einfach einen amerikanisch-russischen Deal schließen zu können. Anchorage, wo Trump Putin im August den roten Teppich ausgerollt hatte, sei passé, ist zu hören.

Foto: HANDOUT/AFP
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Sollte Trump also tatsächlich wieder im Team des Westens spielen?

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Sollte Trump also tatsächlich wieder im Team des Westens spielen?
Zur Abwechslung vielleicht schon. Am Freitag wollen die USA und Iran in der Schweiz ein „Rahmenabkommen“ zur Beendigung des Krieges unterzeichnen. Davon, dass der Friede hält, hängt für Trump eine Menge ab, zumal vor den Zwischenwahlen in den USA im November. Den Applaus der G7 kann er gut brauchen und auch deren Hilfe.
Man sei bereit, einen Beitrag zur freien Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu leisten, hatten Merz, Macron, der Brite Keir Starmer und die Italienerin Giorgia Meloni vor Gipfelbeginn bekundet. Was aber zu fehlen scheint, sind Details. „Wir müssen wissen: Was steht in dem Abkommen drin? Wir müssen wissen: Gibt es ein allgemeines Einverständnis, dass dieses Minenräumen dort stattfindet?“, lässt Außenminister Johann Wadephul (CDU) via „ARD-Morgenmagazin“ von Deutschland aus wissen.
Dem Thema Nahost ist die zweite Arbeitssitzung am Dienstag gewidmet, zu der auch die Herrscher Ägyptens, Katars und der Emirate geladen sind. Europäer wie Araber würden nur zu gerne wissen, was die Amerikaner mit den Iranern tatsächlich ausgehandelt haben. Wichtig ist allen, dass die Straße von Hormus frei und vor allem auch gebührenfrei passierbar wird. Was im Rahmenabkommen dazu steht, ist offenbar vage. Und natürlich: Was passiert mit Irans Atomprogramm? „Sie werden keine Atomwaffen entwickeln oder kaufen“, sagt Trump dem Emir von Katar, „falls sie es doch tun, bricht die Hölle aus.“ Alle hängen folglich an Trumps Lippen, so hat der Präsident es gerne.
Und damit er auch ganz sicher bis zum Ende des Gipfels bleibt, richtet Macron am Mittwochabend ein Galadinner im Schloss Versailles bei Paris für ihn aus – und für Amerika natürlich, zum 250. Geburtstag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Mit einer Lichtshow im Schlossgarten, mit viel Feuerwerk, mit einem Besuch im Spiegelsaal auch: die höchstmögliche protokollarische Verneigung, wenigstens symbolisch.
Da kann Trump schlecht absagen. Und Macron wird ihn dann daran erinnern wollen, dass Frankreich und sein damaliger König, Ludwig XVI., den Amerikanern bei ihrer Befreiung halfen. In Versailles wurden 1783 die Verträge unterzeichnet, mit denen die Unabhängigkeit der USA besiegelt wurde. Eine Geschichtslektion, verziert mit Gold und Glamour. Zumindest der Rahmen, der sollte dem schwierigen Gast gefallen.
Dem Thema Nahost ist die zweite Arbeitssitzung am Dienstag gewidmet, zu der auch die Herrscher Ägyptens, Katars und der Emirate geladen sind. Europäer wie Araber würden nur zu gerne wissen, was die Amerikaner mit den Iranern tatsächlich ausgehandelt haben. Alle hängen folglich an Trumps Lippen, so hat der Präsident es gern.
Ein exklusiver Abend in Versailles – mit Feuerwerk und Besuch im Spiegelsaal
Und damit er auch ganz sicher bis zum Ende des Gipfels bleibt, richtet Macron am Mittwochabend ein Galadinner im Schloss Versailles bei Paris für ihn aus – und für Amerika natürlich, zum 250. Geburtstag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten. Mit einer Lichtshow im Schlossgarten, mit viel Feuerwerk, mit einem Besuch im Spiegelsaal auch: die höchstmögliche protokollarische Verneigung, wenigstens symbolisch.
Da kann Trump schlecht absagen. Und Macron wird ihn dann daran erinnern wollen, dass Frankreich und sein damaliger König, Ludwig XVI., den Amerikanern bei ihrer Befreiung halfen. In Versailles wurden 1783 die Verträge unterzeichnet, mit denen die Unabhängigkeit der USA besiegelt wurde. Eine Geschichtslektion, verziert mit Gold und Glamour. Und zumindest der Rahmen, der sollte dem schwierigen Gast gefallen.
Text: Daniel Brössler, Oliver Meiler
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Bildredaktion: Lorenz Mehrlich
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Digitales Storytelling: Christian Helten











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