Yannick von Eisenhart Rothe

Ukrainische Drohnen treffen Ziele in St. Petersburg vor Wirtschaftsgipfel
Die Ukraine hat mit Drohnen Ziele in der russischen Metropole St. Petersburg attackiert. Der lokale Gouverneur Alexander Beglow teilte mit, dass Infrastruktur beschädigt und Menschen verletzt worden seien. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, dass das ukrainische Militär ein Ölterminal in St. Petersburg attackiert habe.
In St. Petersburg soll heute das Internationale Wirtschaftsforum (Spief) beginnen. Daran nehmen erstmals seit Russlands Angriff auf die Ukraine auch wieder deutsche Unternehmer teil. Gastgeber des Wirtschaftsforums ist der russische Präsident Wladimir Putin.

Wenig Bewegung an der Front
Trotz andauernder Gefechte haben ukrainische und russische Truppen im Vergleich zum Vortag kein neues Gelände eingenommen. Diese Beobachtung teilte das Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht mit. Demnach kämpften die Truppen Russlands und der Ukraine an mehreren Orten weiter, besonders bei den strategisch wichtigen Städten wie Slowjansk und Kostjantyniwka. Dennoch blieb die Frontlinie offenbar bestehen.
Derweil beeinflusst laut ISW bereits der Beginn des Sommers den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Besonders die höheren Temperaturen haben demnach Auswirkungen auf den Einsatz von Drohnen. In der Region Dnipropetrowsk vergrößere sich dadurch die sogenannte Killzone, in der besonders viele Drohnen am Himmel unterwegs sind. Der Grund: Die Batterien der Drohnen halten bei warmem Wetter länger.
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Russischer Verwaltungschef meldet sieben Tote nach Angriff in Donezk
Bei einem Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk sind laut dem von Russland eingesetzten Verwaltungschef Denis Puschilin sieben Menschen getötet worden. Elf weitere wurden den Angaben zufolge verletzt. Puschilin teilte auf Telegram mit, die Drohne habe einen Linienbus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs war.
Russland will Drohnen abgeschossen haben
Russland hat in der Nacht den Abschuss mehrerer Drohnen gemeldet – sowohl in der Nähe der Hauptstadt Moskau als auch in der nordwestlichen Region Leningrad. Die Flugabwehr habe vor der Hauptstadt 13 Drohnen abgefangen, sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin.
Etwa 30 weitere Drohnen seien in der Region St. Petersburg abgeschossen worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram mit. Die Flugabwehr sei weiter im Einsatz.

Ausgabe von Kraftstoff wird im russisch besetzen Luhansk limitiert
Im besetzten ukrainischen Gebiet Luhansk wird der Verkauf von Kraftstoff gedeckelt. Bei den Spritmarken, die in Europa Super oder Normal entsprechen, sowie Diesel werde die Abgabe auf höchstens 20 Liter pro Person beschränkt, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Besatzungsbehörden. Begründet wurde der Schritt demnach mit den derzeitigen Vorräten und einer gestiegenen Kraftstoffnachfrage in den vergangenen Tagen. Es handele sich um vorübergehende Beschränkungen.
Auf der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim war bereits am Wochenende eine vorübergehende Begrenzung für die Ausgabe von Benzin eingeführt worden. Die russische Regierung untersagte außerdem erstmals und zunächst bis Ende November die Ausfuhr von Kerosin. Ziel sei es, eine stabile Lage auf dem Binnenmarkt für Treibstoffe zu gewährleisten.

Selenskyj warnt vor weiterem russischen Großangriff
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einer erneuten Angriffswelle Russlands gewarnt. »Unseren Geheimdienstinformationen zufolge könnte es heute Nacht zu einem weiteren groß angelegten Angriff kommen«, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er fordert die Bevölkerung eindringlich auf, auf Luftalarme zu achten.
Mit den aktuellen Vorräten für die Luftverteidigung könne man leider einen »signifikanten Anteil der Raketen« nicht aufhalten, teilte er mit. Alle Partner und ganz Europa müssten weiter daran arbeiten, dass die Ukraine für ihre Luftverteidigung notwendige Systeme und andere Ressourcen bekomme, sagte der Präsident.
In der Nacht zu heute hatten die russischen Streitkräfte die Ukraine mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen überzogen und dabei vor allem die Hauptstadt Kyjiw sowie die Großstadt Dnipro ins Visier genommen. 23 Menschen wurden getötet, in Dnipro starben nach Behördenangaben 16 Menschen, in Kyjiw sieben. Insgesamt seien 130 Menschen verletzt worden, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft.
Friedrich Merz dringt auf EU-Verhandlungen mit der Ukraine
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Start der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine gefordert. Beim Empfang des ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar in Berlin sagte Merz, bilaterale Streitfragen dürften das europäische Vorhaben nicht aufhalten. Ziel sei es, »die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen«. Und weiter:
„Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine. Das darf aber nicht zulasten der europäischen Unterstützung gehen. “
Bundeskanzler Friedrich MerzMagyar zeigte sich bei der gemeinsamen Pressekonferenz optimistisch, dass die Frage der Minderheitenrechte gelöst und ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern aufgeschlagen werden könne. Wenn die technischen Verhandlungen über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine noch in dieser Woche abgeschlossen würden, sei er bereit, sich Anfang nächster Woche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu treffen.
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Ukrainische Behörden weiten Evakuierungszone in Charkiw aus
Wegen russischer Angriffe sind mehr als 7.000 Menschen in der Region Charkiw aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Angesichts der Sicherheitslage und der systematischen Angriffe Russlands werde die Zone der verpflichtenden Evakuierung ausgeweitet, teilte Regionalgouverneur Oleg Synegubow mit. Die Bewohnerinnen und Bewohner mehrerer Ortschaften waren betroffen.

Ukraine meldet weitere Tote nach russischen Angriffen
Die Zahl der Toten nach den russischen Angriffen in der Nacht ist laut Behörden auf 18 gestiegen. In Dnipro seien zuletzt die Leichen einer Frau und eines achtjährigen Jungen aus den Trümmern geborgen worden, teilte der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, mit.
Insgesamt wurden in Dnipro zwölf Menschen getötet, darunter drei Kinder. 37 Menschen wurden verletzt. Unter eingestürzten Häuserblöcken werden weitere Opfer vermutet.
Auch in Kyjiw stieg die Zahl der Toten. Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, dass ein Verletzter im Krankenhaus gestorben sei. Später bezifferte er die Anzahl der Opfer in Kyjiw auf 6 Tote und 66 Verletzte.
Zahl der Toten nach jüngsten Angriffen in der Ukraine steigt
Bei schweren russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Ukraine sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Allein in der Hauptstadt Kyjiw gab es nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens vier Tote. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte die russische Armee mehr als 650 Drohnen und zahlreiche Raketen ein.
Nach den Angriffen drängte Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut auf US-Unterstützung bei der Luftverteidigung. Die Unterstützung aus den USA sei »absolut notwendig«, sagte Selenskyj. Zudem brauche Europa »eine eigene Raketenabwehr, damit dieser Krieg endlich beendet werden kann«.

ISW registriert zurückgehende Gebietsgewinne Russlands
Ukrainische Truppen sind nahe Pokrowsk in der Region Donezk vorangekommen. Das schreibt das Institute for the Study of War (ISW) in seinem täglichen Lagebericht. Demnach haben ukrainische Kräfte Positionen nordöstlich der Stadt Rodynske eingenommen oder gehalten.
Russland hat laut ISW indes zwischen Dezember und Mai deutlich weniger Gebiet eingenommen oder infiltriert als im gleichen Zeitraum zwischen 2024 und 2025. Das Institut hält es für wahrscheinlich, dass der Rückgang russischer Gebietseinnahmen in diesem Jahr mit umfassenden Veränderungen im Kriegsgebiet zu tun hat. Dazu zählten etwa ukrainische Verteidigungsschläge am Boden sowie die Blockade von Russlands Zugriff auf Starlink-Terminals in der Ukraine im Februar.
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Zahl der Verletzten nach russischen Angriffen steigt
Bei den nächtlichen Angriffen auf Kyjiw sind mehr Menschen verletzt worden als zunächst angenommen. Nach jüngsten Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko gibt es mindestens 51 Verletzte, 35 davon befinden sich demnach in Krankenhäusern. Mindestens ein Mensch wurde nach Angaben vom frühen Morgen bei den Angriffen getötet.

Russland meldet Brand in Raffinerie
In der russischen Ölraffinerie Ilsky in der südlichen Region Krasnodar ist nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen. Das teilten örtliche Behörden über Telegram mit. Nach vorläufigen Angaben gab es demnach keine Verletzten. Die Raffinerie in Ilsky hat eine jährliche Kapazität von 6,6 Millionen Tonnen Öl oder 133.000 Barrel pro Tag und dient vor allem russischen Exporten.
Mehrere Tote bei russischem Angriff auf Dnipro
Auch andere Städte und Regionen in der Ukraine sind in der Nacht von Russland angegriffen worden. In der Stadt Dnipro im Südosten der Ukraine wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Die meisten davon würden im Krankenhaus behandelt. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Auch aus Saporischschja wurden Angriffe gemeldet.
Laut ukrainischer Luftwaffe setzte Russland bei den Angriffen auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. In Kyjiw waren zudem Drohnen zum Einsatz gekommen.
Mindestens 14 Verletzte und ein Toter nach heftigen russischen Luftangriffen auf Kyjiw
Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw ist am frühen Morgen Ziel schwerer russischer Angriffe mit Raketen und Drohnen gewesen. Mindestens 14 Menschen sollen laut Behörden verletzt und eine Person getötet worden sein. Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge entstanden mehrere Brände durch herunterfallende Trümmerteile von Raketen, auch ein neunstöckiges Wohnhaus ist demnach betroffen. Mehrere Nachrichtenagenturen meldeten heftige Explosionen in Kyjiw. Kurzzeitig fiel auch der Strom aus. Viele Einwohner suchten in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern Schutz.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte noch gestern Abend erneut vor einem möglichen groß angelegten russischen Angriff gewarnt. »Die Geheimdienstwarnungen vor russischen Angriffen bleiben bestehen. Ein massiver Angriff ist möglich, sie haben einen solchen vorbereitet«, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.
Russland hatte in der vergangenen Woche Angriffe auf Kyjiw angekündigt. Ausländer wurden mehrfach aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Russland bezeichnete die bevorstehenden Angriffe als Reaktion auf einen Drohnenangriff auf ein Wohnheim in der von Russland kontrollierten Region Luhansk in der Ukraine, bei dem 21 Menschen getötet worden seien. Die Ukraine bestreitet jedoch, für den Angriff verantwortlich zu sein.
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vor 15 Stunden
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