Zahl der Toten nach neuen russischen Angriffen steigt
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht mindestens elf Menschen getötet worden. Allein in Charkiw starben nach ukrainischen Angaben neun Menschen, als ein fünfstöckiger Wohnblock vollständig zerstört wurde. Ein weiterer Mensch sei in der Region Dnipropetrowsk getötet worden, ein 24-jähriger Mann in der Region Sumy bei einem Drohnenangriff auf sein Auto.
Laut Bürgermeister Ihor Terechow wurden in Charkiw zehn Menschen verletzt, darunter zwei Jungen im Alter von sechs und elf Jahren und eine 17-Jährige. In der Stadt Tschuhujiw in der Region Charkiw wurden laut ukrainischen Angaben bei einem weiteren Drohnenangriff zwei Menschen verletzt, in Kyjiw drei.
Die russische Seite teilte mit, das Militär habe "massive Hochpräzisionsschläge" gegen militärische Ziele ausgeführt, und meldete den Abschuss von mehr als 120 ukrainischen Drohnen.
Ukrainische Truppen befreien Teile von Huljajpole und Umland
In der Region Saporischschja haben ukrainische Soldaten ein großes Gebiet mit etlichen Orten zwischen Huljajpole und Pokrowske zurückerobert. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Das ISW übernimmt die Einschätzung eines renommierten Militärbeobachters, wonach die Kleinstadt Huljajpole doch nicht besetzt ist – demnach gibt es mehrere ukrainische Stellungen im Ortskern. Drei Orte unmittelbar nördlich und nordwestlich der Stadt – Warwariwka, Pryluky und Olenokostjantyniwka – sind demnach aber besetzt worden.
Weitere Aufnahmen zeigen, dass ukrainische Truppen die Angreifer auch im Stadtzentrum von Kupjansk in der Region Charkiw zurückgedrängt haben. Unterdessen rückten russische Soldaten nördlich der Industriestadt Pokrowsk im Ortskern von Rodynske vor.
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Mindestens acht Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen
Russland hat die Ukraine mit einer neuen Angriffswelle überzogen. Nach offiziellen ukrainischen Angaben wurden dabei mindestens acht Menschen getötet. Den Behörden zufolge wurden in der ostukrainischen Großstadt Charkiw sieben Menschen getötet, darunter ein 13-jähriges Mädchen und ein Junge. Rettungskräfte bargen ihre Leichen aus den Trümmern eines Wohnblocks.
15 weitere Menschen wurden verletzt, darunter zwei Jungen im Alter von sechs und elf Jahren und eine 17-jährige Teenagerin. Ein weiterer Mensch wurde demnach in der Region Dnipropetrowsk getötet. In der südukrainischen Region Saporischschja wurde ein Kleinkind bei einem russischen Drohnenangriff verletzt.
In der gesamten Ukraine wurde vergangene Nacht Luftalarm ausgelöst. In Polen ließ die Luftwaffe mehrere Kampfflugzeuge zum Schutz des Luftraums in an die Ukraine angrenzenden Regionen aufsteigen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte nach den russischen Angriffen die Verbündeten seines Landes zu weiterer Hilfe in Form von Luftabwehr und Waffen auf. Russland habe in der Nacht mit 480 Drohnen und 29 Raketen angegriffen und dabei auch den Energiesektor und die Eisenbahn-Infrastruktur ins Visier genommen, schrieb Selenskyj auf Telegram.

USA erwägen Aufhebung von Sanktionen gegen russisches Öl
Wegen der angespannten Lage auf dem Ölmarkt könnten die USA weitere Sanktionen gegen den Handel mit russischem Öl lockern. Das sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox News. Es befänden sich Hunderte Millionen Barrel sanktioniertes Rohöl auf See, sagte Bessent. Eine Aufhebung der Sanktionen könnte das Ölangebot erweitern. "Wir prüfen das", fügte er hinzu.
Am Vortag hatte die Regierung in Washington eine Ausnahmeregelung erlassen, mit der Indien kurzzeitig russisches Rohöl kaufen darf. Vor dem Hintergrund des Irankriegs ist der Preis für US-Öl der Sorte WTI am Freitag um zwölf Prozent gestiegen.

EU-Kommission kritisiert Äußerungen von Selenskyj im Streit zwischen Ukraine und Ungarn
Die EU-Kommission hat eine offenbar an Ungarns Regierungschef Viktor Orbán gerichtete Drohung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als "unakzeptabel" verurteilt.
Bei einer Rede über die Wiederinbetriebnahme der umstrittenen Druschba-Pipeline am Donnerstag hatte sich Selenskyj auch zum EU-Darlehen für die Ukraine geäußert, das von Ungarn blockiert wird. "Wir hoffen, dass nicht eine einzige Person innerhalb der EU die 90 Milliarden blockieren wird. Anderenfalls werden wir die Adresse dieser Person an unsere Streitkräfte, an unsere Jungs weitergeben", sagte Selenskyj. Sie würden dann "mit ihm in ihrer eigenen Sprache" sprechen.
Die EU-Kommission kritisierte diese Drohung scharf, diese Art der Sprache sei inakzeptabel. "Es darf keine Drohungen gegen EU-Mitgliedsstaaten geben", sagte ein Sprecher der EU-Kommission. "Unser Ziel ist, alle dazu zu bringen, sich ein wenig zu beruhigen, die Rhetorik zu mäßigen", fügte der Sprecher hinzu.

Wolodymyr Selenskyj besucht Region Donezk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Stadt in der ostukrainischen Region Donezk nahe der Front besucht. In einem von ihm veröffentlichten Video ist er in der Stadt Druschkiwka zu sehen. Die Stadt liegt etwa 15 Kilometer von der Front entfernt.
"Die Russen geben den Krieg nicht auf und bereiten hier in der Region Donezk eine Offensive für den Frühling vor", schrieb Selenskyj bei X. Es sei wichtig, dass die ukrainischen Positionen dort stark seien.
Ukraine und Russland tauschen 300 Kriegsgefangene
Russland und die Ukraine haben nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums am Freitag jeweils 300 Kriegsgefangene ausgetauscht. Am Vortag hatten beide Seiten bereits jeweils 200 Soldaten freigelassen, sodass insgesamt jeweils 500 Kriegsgefangene in ihre Heimat zurückkehrten.
Der Austausch war nach Angaben beider Seiten bei Verhandlungen mit den USA in Genf im vergangenen Monat vereinbart worden. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate vermittelten. Gefangenenaustausche gehören zu den wenigen Bereichen, in denen Russland und die Ukraine noch kooperieren.
Pistorius will Ukraine nicht vernachlässigen
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat angesichts des Krieges in Nahost davor gewarnt, den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu vernachlässigen. Es dürfe nicht dazu führen, "dass wir den Fokus auf den Krieg in Europa verlieren, nämlich den Krieg, den Putin gegen die Ukraine führt", sagte der SPD-Politiker. Mit Blick auf die weltweite Knappheit an Luftverteidigungssystemen und Munition sagte er:
„"Wir müssen unsere Kräfte jetzt vernünftig verteilen, und nicht alle müssen überall alles machen."“
Verteidigungsminister Boris PistoriusDer deutsche Schwerpunkt liege auf der Ukraine, der Ostflanke und dem Atlantik, während andere europäische Partner andere Schwerpunkte setzten. Dies werde derzeit unter den Verbündeten abgestimmt. Gleichzeitig dürften die Länder in der Golfregion nicht alleingelassen werden. Pistorius sagte, er sei in engem Austausch mit seinen Kollegen dort, um Unterstützung mit Material oder auch mit Logistik abzustimmen. Deutschland will aber keine Marineschiffe in die Region entsenden.
Ukrainische Soldaten vertreiben Angreifer östlich von Kostjantyniwka
Die russische Armee ist bei ihrem Versuch, sich der Stadt Kostjantyniwka zu nähern, zurückgedrängt worden. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor.
Geolokalisierte Aufnahmen zeigen demnach, dass ukrainische Soldaten die Angreifer auf Feldern östlich der Stadt und in einem Vorort im Südosten der Stadt zurückgedrängt haben.
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Orbán stoppt Lieferungen an die Ukraine durch Ungarn
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat Ungarn im Streit um Lieferungen russischen Öls Geiselnahme und Diebstahl vorgeworfen. Sieben Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank seien in Budapest festgenommen und deren Geldtransporte beschlagnahmt worden, sagte Sybiha.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán kündigte wenige Stunden später im staatlichen Rundfunk an, wichtige Transporte für die Ukraine in Ungarn zu stoppen. Außerdem werde man den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union blockieren.
"Wenn dies die 'Gewalt' ist, die Herr Orbán heute angekündigt hat, dann ist es die Gewalt einer kriminellen Bande. Das ist Staatsterrorismus und Schutzgelderpressung", teilte Sybiha mit. Dem Außenminister zufolge wollten die Bankmitarbeiter Bargeld aus Österreich in die Ukraine transportieren. Nach Angaben der Oschadbank zeigten GPS-Daten die Fahrzeuge in der Nähe eines Gebäudes der ungarischen Sicherheitsdienste in Budapest an. Darin befänden sich 40 Millionen Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold.
Hintergrund des Streits ist die Unterbrechung der Öllieferungen über die Druschba-Pipeline, die über ukrainisches Territorium führt. Die Regierung in Kyjiw begründet den Stopp mit Schäden durch einen russischen Angriff im Januar, die Reparatur dauere an. Ungarn und die ebenfalls von den russischen Lieferungen abhängige Slowakei werfen der Ukraine dagegen vor, den Ölhahn aus politischen Gründen zugedreht zu haben.

USA erlauben Indien zeitlich begrenzten Kauf von russischem Öl
Die USA gestatten es indischen Raffinerieunternehmen, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen. Sein Ministerium erteile dafür eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung, um sicherzustellen, dass weiterhin Öl auf den Weltmarkt gelange, teilte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mit. Grund dafür ist der Krieg im Nahen Osten, der die globalen Energiemärkte im Moment stark beeinträchtigt.
Russland dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohölverkauf steigern können. Die US-Regierung spielte diesen Aspekt herunter. "Diese bewusst kurzfristige Maßnahme wird der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil verschaffen", behauptete Bessent, da sie nur Transaktionen mit Öl genehmige, das bereits auf Tanker geladen, aber nicht ausgeliefert worden sei. Der Finanzminister sprach von einer "Überbrückungsmaßnahme", die den Druck mindern werde, der durch das Verhalten des Iran entstehe.
Russland meldet Verletzte nach ukrainischem Angriff auf die Krim
Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist laut örtlichen Behörden Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei von einer abgeschossenen Drohne schwer beschädigt worden, teilte Verwaltungschef Michail Raswoschajew auf Telegram mit.
Die Drohne sei mit Metallkugeln und Sprengstoff gefüllt gewesen, schrieb Raswoschajew. Es gebe mindestens neun Verletzte. Sechs der Verletzten, darunter drei Kinder, seien mit Schnittwunden in Krankenhäuser gebracht worden. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Wolodymyr Selenskyj sagt den USA Unterstützung bei Drohnenabwehr zu
Die Ukraine will ihre Partner bei der Abwehr iranischer Drohnen unterstützen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, er habe eine US-Anfrage nach Unterstützung bei der Abwehr iranischer Drohnen im Nahen Osten erhalten. Er habe deshalb die Lieferung von Ausrüstung und die Beratung durch ukrainische Experten angeordnet. Details nannte der Präsident nicht.
In einem Beitrag in den sozialen Medien fügte er hinzu: "Die Ukraine unterstützt Partner, die zu unserer Sicherheit und zum Schutz unserer Bevölkerung beitragen."

Weitere Gefangenenaustausche von Selenskyj angekündigt
In seiner abendlichen Videobotschaft hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angekündigt, dass bald weitere ukrainische Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft freigelassen werden. "Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Tagen eine Fortsetzung der Austausche geben wird", sagte er.
Gleichzeitig lobte er den Austausch von jeweils 200 Kriegsgefangenen, der heute stattgefunden hatte. Dieser war ein Ergebnis der Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine, die unter Vermittlung der USA stattfanden. Wie es mit diesen Verhandlungen weitergehen wird, sei laut Selenskyj wegen des Irankriegs derzeit ungewiss.
IAEA verabschiedet trotz US-Widerstands Resolution zur Ukraine
Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA hat trotz des Widerstands der USA eine Resolution verabschiedet, in der er seine "Besorgnis" über die "wiederholten und verstärkten Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine" darlegt. Die von Kanada und den Niederlanden eingebrachte Resolution sei mit 20 Ja-Stimmen, vier Nein-Stimmen und zehn Enthaltungen angenommen worden.
Neben China, Russland und dem Niger stimmten auch die USA gegen die Resolution. Die USA bezeichneten sie als "unnötig". Es war das erste Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022, dass eine Resolution ohne die Zustimmung der USA verabschiedet wurde.

vor 1 Stunde
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