Fußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg unterliegt Hamburger SV, Deniz Undav trifft bei Stuttgart-Remis

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Bundesliga kompakt Drei Elfmeter in Wolfsburg – und der VfL stürzt weiter ab

Beim VfL Wolfsburg stehen die Zeichen auf Abstieg, nach der Niederlage gegen den HSV liegen die Nerven blank. Und: Julian Nagelsmann sollte mal mit Deniz Undav sprechen. Das war die Bundesliga-Konferenz.

07.03.2026, 18.19 Uhr

Dem HSV gelang ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf, für Wolfsburg sieht es schlecht aus
Dem HSV gelang ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf, für Wolfsburg sieht es schlecht aus

Dem HSV gelang ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf, für Wolfsburg sieht es schlecht aus

Foto: Fabian Bimmer / REUTERS

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Sie leihen sich zum Klassenerhalt: Spricht die Fußball-Fachwelt über Luka Vušković, dann fallen schnell große Namen. Unter der Woche etwa waren Gerüchte aufgekommen, der FC Barcelona wolle das 19 Jahre alte Abwehrtalent von seinem Stammklub Tottenham Hotspur loseisen.

Noch aber spielt sich Vuškovićs Alltag in Norddeutschland ab. Als Leihspieler ist er elementar für die Hoffnungen des Hamburger SV, die Klasse zu halten: In Wolfsburg verwandelte Vušković (mit etwas Glück) den Elfmeter zum 1:1 (33. Minute), den Strafstoß hatte der Youngster selbst rausgeholt.

 Für einen Innenverteidiger ist Luka Vušković herausragend gefährlich

Fünf Saisontore: Für einen Innenverteidiger ist Luka Vušković herausragend gefährlich

Foto: Fabian Bimmer / REUTERS

Kein Innenverteidiger in der Fußball-Bundesliga ist so torgefährlich wie Vušković mit seinen fünf Saisontreffern. Und der junge Serbe hatte noch mehr zu bieten: Auch vor Jean-Luc Dompés Siegtor vom Punkt (58.) war Vušković elfmeterreif gefoult worden, VfL-Startelfdebütant Jonas Adjetey wusste sich nur noch per Ringkampfeinlage zu helfen. Und die Wolfsburger Schlussoffensive zerschellte an Vuškovićs 1,93 Metern: Sieben gewonnene Luftduelle markierten den Spitzenwert.

Die Ergebnisse: Viel los war an in dieser Bundesliga-Konferenz: Nicht nur verlor der VfL Wolfsburg auf Tabellenplatz 17 1:2 (1:1) gegen den HSV, auch Schlusslicht Heidenheim kommt dem rettenden Ufer nach einem 2:4 (0:2) gegen die TSG Hoffenheim nicht näher. RB Leipzig siegte 2:1 (0:1) gegen den FC Augsburg, der SC Freiburg trennte sich spektakulär 3:3 (2:2) von Bayer Leverkusen. Mainz glich im Heimspiel gegen Stuttgart in der Nachspielzeit zum 2:2 (1:0) aus.

VWs Werk und Teufels Beitrag: »Niemals, niemals absteigen!« lautete die lautstarke Parole, die der VfL Wolfsburg vor Spielbeginn auf Social Media teilte. Ein Schelm, wer in diesen Wortlaut eine doppelte Verneinung las. Zumindest Apathie konnte man Trainer Daniel Bauer nicht vorwerfen: Mit fünf Startelfveränderungen ging es in das Duell mit den Gästen aus Hamburg, nach einem hohen Bein von Daniel Elfadli nutzte Christian Eriksen einen Elfmeter gar zur Führung (22.). Umschwung? Aufbruchstimmung?

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Abbruchstimmung: Nichts dergleichen. Jenseits von Standardsituationen Eriksens hatten die Wölfe fast nichts zu bieten, die beste Gelegenheit setzte Dženan Pejčinović aus kurzer Distanz an den Pfosten (64.). So regierte nach 90 Minuten der Frust: Im Fanblock rauchte die Pyrotechnik, auf dem Platz die Köpfe. Dass der Wolf das Rudel liebt, ist bekannt, die Rudelbildung nach Abpfiff aber handelte VfL-Torhüter Marius Müller die Rote Karte ein. Der VfL spielt die schlechteste Saison seit dem Aufstieg 1997, dass Bauer kommende Woche beim Auswärtsspiel in Hoffenheim noch auf der Bank sitzt, gilt als ausgeschlossen.

Erst die Worte: Kein deutscher Fußballspieler ist in dieser Saison so torgefährlich wie Stuttgarts Deniz Undav. Trotzdem war der Angreifer für Julian Nagelsmann zuletzt wenig mehr als ein Fußnote, als der Bundestrainer in einem kontrovers diskutierten Kicker-Interview über seine Kaderpläne für die WM im Sommer sprach. »Ich habe mit ihm seit der Winterpause kein Gespräch gehabt«, gab Undav daraufhin Einblicke in die Funkstille zum DFB – und meinte: »Solange ich treffe, wird es schwer werden, an mir vorbeizukommen.«

Dann die Taten: Undavs Torquote schien für Nagelsmann zwar in der Vergangenheit nur von peripherer Bedeutung zu sein. Trotzdem kann der VfB-Stürmer sich auch an diesem Wochenende nichts vorwerfen: In Mainz bereitete Undav erst den Ausgleich durch Ermedin Demirović vor (76.) und vollendete Augenblicke später auch den Konter zum zwischenzeitlichen 2:1 (77.). Danny da Costas Kopfball-Abstauber in der Nachspielzeit (90.+1) verhinderte zwar einen Auswärtssieg und verpasste den Stuttgarter Champions-League-Ambitionen einen sanften Dämpfer, aber für die Defensive konnte man Undav wenigstens kaum verantwortlich machen.

Vor den Gunners kommt Grifo: Auf Leverkusen wartet eine Woche, die es in sich hat: Am Mittwoch kommt der FC Arsenal ins Rheinland, am Samstag folgt der FC Bayern in der Liga – ehe es Dienstag zum Champions-League-Rückspiel nach London geht. Zunächst aber hieß es: Breisgau calling. In Freiburg geriet Bayer durch Vincenzo Grifo in Rückstand (34.). Der Italiener schoss sich im Strafraum gegen den eigenen Fuß – der Ball segelte in hohem Bogen an Janis Blaswich vorbei ins Tor. Für Grifo war es bereits das 105. Tor im Freiburg-Trikot: Damit zog er mit Rekordtorschütze Nils Petersen gleich.

Ginter rettet den Nimbus: Die Schleusen waren damit offen. Zunächst glich Leverkusen durch Christian Kofane aus (37.), dann legte Yuito Suzuki (43.) wieder für Freiburg vor, ehe Alejandro Grimaldo (45. +3) seinem Ruf als Freistoßspezialist alle Ehre machte und zum 2:2 traf. Nach dem Treffer von Martin Terrier (53.) sah es dann lange Zeit nach der ersten Freiburger Heimniederlage seit dem 1. Spieltag aus. Dann nickte Weltmeister Matthias Ginter (86.) einen Flugkopfball zum 3:3-Endstand ein.

Der Baum-Effekt: In der Hinrunde war Augsburg gegen Leipzig unter der Leitung von Kult-Trainer Sandro Wagner noch 6:0 untergegangen. In der Folge avancierten die Fuggerstädter mit weniger Strahlkraft an der Seitenlinie, aber deutlich besseren Ergebnissen unter Manuel Baum zur drittbesten Rückrundenmannschaft. Für eine Revanche gegen Leipzig reichte es nun aber knapp nicht.

Elfmeter liegen nicht in der Familie: Nico Schlotterbeck verschuldete vergangene Woche im Topspiel zwischen Dortmund und Bayern einen Elfmeter – sein Bruder Keven verschoss nun einen (23.). Trotzdem ging Augsburg noch vor der Pause durch Robin Fellhauer in Führung (39.). Leipzig schlug auf den letzten Drücker zurück: Zunächst traf Super-Youngster Yan Diomande zum Ausgleich (76.).

Yan Diomande ist in dieser Saison wohl der spannendste Leipziger Einzelspieler

Yan Diomande ist in dieser Saison wohl der spannendste Leipziger Einzelspieler

Foto: Ronny Hartmann / AFP

In der Nachspielzeit dann der bittere Höhepunkt aus Augsburger Sicht: Keeper Finn Dahmen wehrte eine Hereingabe von David Raum so unglücklich ab, dass der Ball vom Innenverteidiger Arthur Chaves ins eigene Tor sprang (90.+2). Dahmen, der bei der letzten Ecke mit nach vorn ging, verpasste den Ausgleich kurz vor Schluss per Kopf nur knapp.

Zwei Welten im Ländle: Während sich CDU und Grüne vor den Landtagswahlen am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, könnte das Kräfteverhältnis zwischen den beiden baden-württembergischen Kontrahenten Hoffenheim und Heidenheim kaum klarer sein: Hoffenheim festigte mit dem 4:2-Sieg seinen Platz in den Champions-League-Rängen. Heidenheim hingegen bleibt Tabellenschlusslicht, liegt acht Punkte hinter Rang 16 – und kann gedanklich schon für die 2. Liga planen. Mann des Spiels war der Österreicher Alexander Prass, der mit einem Doppelpack (26., 45.+1) schon vor der Pause die Weichen stellte.

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