Großbritannien will mehr Kampfjets in den Nahen Osten verlegen. Premierminister Starmer bekräftige zugleich seine Entscheidung, die USA nicht direkt unterstützt zu haben.
Aktualisiert am 5. März 2026, 17:57 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, lgi
Großbritanniens Regierungschef Keir Starmer hat seine Entscheidung verteidigt, den USA im Irankrieg nicht direkt die Nutzung britischer Militärstützpunkte zu erlauben. Er stehe dazu, sagte er auf einer Pressekonferenz.
Mit dem Schritt hatte Starmer Kritik von US-Präsident Donald Trump auf sich gezogen. Dieser hatte ihn als "unkooperativ" bezeichnet und gesagt, der Labour-Politiker sei "kein Winston Churchill". Trump warf Starmer zudem vor, er habe das historisch enge Verhältnis beider Länder beschädigt. Auch innerhalb Großbritanniens war der Schritt von der Opposition und in den Medien stark kritisiert worden.
Die USA wollten britische Militärstützpunkte in England und auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean für ihre Militärschläge gegen den Iran nutzen. Mittlerweile dürfen sie das auch, denn Starmer hat seinen Kurs geändert. Die USA dürfen die genannten Orte für Angriffe auf iranische Raketen und deren Abschussrampen nutzen. Starmer bezeichnete das als "defensive Luftschläge". Er begründete seine Meinungsänderung damit, dass sich die Situation verändert habe. "Der Iran hat inzwischen Drohnen und Raketen auf zehn Länder abgefeuert, die ihn nicht angegriffen haben. Das sind Verbündete des Vereinigten Königreichs, in denen wir Tausende Briten und militärisches Personal haben", sagte der Premierminister.
Großbritannien verlegt vier weitere Kampfjets nach Katar
Trotz der Spannungen sieht Starmer die "besonderen Beziehungen" zu den USA nicht gefährdet. "Wir tauschen rund um die Uhr auf die übliche Weise geheimdienstliche Informationen aus", sagte er. Dies sei die gelebte "Special Relationship".
Starmer kündigte zudem an, dass Großbritannien vier weitere Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter nach Katar verlegen wird. Man reagiere damit auf entsprechende Bitten von Verbündeten in der Region. Diese zu schützen habe Priorität. Deswegen seien schon seit Jahresbeginn defensive Kapazitäten auf den britischen Stützpunkten in Zypern und Katar erhöht worden. Dazu gehörten etwa Kampfflugzeuge, Luftabwehrraketen, Radaranlagen und Anti-Drohnen-Systeme. Britische Kampfflugzeuge seien wie schon in den vergangenen Tagen auch vergangene Nacht wieder im Luftraum über Jordanien, Katar und anderen verbündeten Staaten im Einsatz gewesen, sagte Starmer.

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