Irankrieg: Iran gibt Kuwait und Bahrain Mitschuld für US-Angriffe

vor 12 Stunden 1

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Lennart Jerke

Iran macht Golfstaaten für US-Angriffe verantwortlich

Die iranische Führung hat den Golfstaaten Kuwait und Bahrain eine Mitschuld für die neuerlichen Angriffe der USA gegeben. Das iranische Außenministerium sprach in einer Erklärung von der »direkten und unmissverständlichen Verantwortung« der beiden Länder für die Angriffe. Zugleich kritisierte es die »kolonialistische Nutzung des Territoriums und der Infrastruktur der Länder in der Region durch die USA«, die aus dem Gebiet heraus Angriffe auf den Iran starten.

Die Regierung in Teheran erklärte zudem, man habe in Reaktion auf die US-Angriffe Ziele in Kuwait und Bahrain angegriffen. Dabei wurde nach aktuellen Angaben in Kuwait ein Mensch getötet. Die USA hatten zuvor wiederum einen iranischen Tanker und die iranische Insel Keschm beschossen. Der Militärberater des iranischen obersten Führers Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, drohte mit weiteren iranischen Schlägen, wenn die USA weitere Angriffe starten sollten:

Jeder abgefeuerte Schuss und jeder Angriff wird mit einer Flut von Raketen und Drohnen beantwortet werden.

Mohsen Resai

Lennart Jerke

Hisbollah droht mit möglichen Gegenangriffen auf Tel Aviv und Haifa

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat während der laufenden Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel mit Vergeltungsschlägen gedroht. Sollte Israel erneut Beirut, dessen Vororte oder die Bekaa-Ebene im Libanon angreifen, drohten Angriffe auf Tel Aviv und Haifa in Israel, sagte der Hisbollah-Funktionär Mahmud Komati dem katarischen TV-Sender Al Arabi. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Montag mit Angriffen im Raum Beirut gedroht.

Derweil meldeten mehrere Medien einen israelischen Drohnenangriff auf ein Fahrzeug auf einer Autobahn nahe Beirut. Bisher gibt es keine Angaben zu möglichen Toten oder Verletzten.

Lennart Jerke

Israel meldet abgefangenes Flugobjekt aus dem Libanon

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein Flugobjekt abgefangen, das aus dem Libanon in den Luftraum Israels eingedrungen sein soll. Das Militär brachte den Vorfall zunächst nicht mit der libanesischen Hisbollah-Miliz in Verbindung, die ebenfalls keine Verantwortung übernahm. Es ist somit zunächst unklar, welchen Ursprungs und welcher Art das genannte Flugobjekt war. 

Sophia Reddig

Kuwait setzt Flüge nach Drohnenangriff mit Verletzten auf Flughafen aus 

Kuwait hat nach einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen des Landes den kommerziellen Flugverkehr ausgesetzt. Bei dem Angriff auf das Passagiergebäude des Kuwait International Airport seien ein Mensch getötet und mehrere Menschen verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Es habe im Passagierbereich an Terminal 1 auch schwere Sachschäden gegeben. Das Gesundheitsministerium meldet, dass es 63 Verletzte gegeben habe. 

Ministeriumssprecher Saud Abdulasis al-Otaibi sagte, »eine Reihe feindlicher Drohnen« habe das Passagiergebäude ins Visier genommen. Es sei schwerbeschädigt worden. Die Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, dass alle für heute geplanten Flüge ausgesetzt oder an andere Flughäfen umgeleitet worden seien. Der Flughafen war erst am 1. Juni nach kriegsbedingter Schließung wieder geöffnet worden.

Zuvor war die Lage zwischen den USA und dem Iran erneut eskaliert. Der Iran nahm Kuwait und Bahrain unter Beschuss. Das US-Militär teilte mit, es habe eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus angegriffen, um Vergeltung zu üben.

Ulrike Tschirner

US-Armee meldet Abwehr weiterer iranischer Drohnen

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen weiteren iranischen Angriff auf die US-Streitkräfte im Golfstaat Kuwait abgewehrt. Eine »Welle iranischer Drohnen« habe ihr Ziel verfehlt, teilte das zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Die US-Luftverteidigung habe mehrere Drohnen abgeschossen. Niemand sei verletzt worden, es gebe keine Schäden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. 

Zuvor hatte das US-Militär bereits einen größeren Angriff des Iran auf Ziele in Kuwait und dem Inselstaat Bahrain abgewehrt. In beiden Ländern befinden sich wichtige US-Militärstützpunkte.

Mounia Meiborg

Revolutionsgarde greift laut iranischen Medien fünfte US-Flotte an

Die iranische Revolutionsgarde hat iranischen Medienberichten zufolge das Hauptquartier der fünften US-Flotte sowie ​einen Luftwaffenstützpunkt in der Region ⁠mit Raketen und Drohnen angegriffen. »Die Gefährdung der ​Sicherheit in der Straße von Hormus wird das US-Militär teuer zu stehen ‌kommen«, zitierten ⁠iranische Medien die Revolutionsgarde. ​Zudem feuere die Marine der Revolutionsgarde Raketen auf ein Schiff namens Panaya ab. Das Containerschiff MSC Panaya befindet sich laut der Schiffstracking-Webseite VesselFinder derzeit im Persischen Golf und hat zuletzt in Bahrain geankert.

Laut iranischen Medien sind die Angriffe eine ​Reaktion auf US-Angriffe gegen einen Kommunikationsturm südlich der Insel Keschm sowie gegen einen iranischen Tanker nahe der Meerenge.

Mounia Meiborg

Netanjahu verspricht von Hisbollah angegriffenem Norden Israels Hilfen

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat dem Norden seines Landes, der immer wieder von der libanesischen Hisbollah-Miliz angegriffen wird, Milliardenhilfen versprochen. Die Regierung habe beschlossen, 13 Milliarden Schekel (knapp vier Milliarden Euro) »für die Sicherung und Entwicklung des an den Libanon grenzenden Nordens« bereitzustellen, teilte der Ministerpräsident mit. Es handele sich um einen »Megaplan« für den Landesteil, der unter den Angriffen der proiranischen Hisbollah leide.

Zusammen mit bereits zuvor bewilligten sieben Milliarden Schekel stünden nun »insgesamt 20 Milliarden Schekel für die Gemeinden im Norden zur Verfügung«, erklärte Netanjahu. Er war innenpolitisch zuletzt auch durch Vorwürfe unter Druck geraten, den Norden des Landes nicht ausreichend zu schützen. Mit dem nun bewilligten Geld sollen nach Regierungsangaben unter anderem 1.800 neue Schutzräume geschaffen und 500 bereits bestehende Schutzräume renoviert werden. Damit sollten die Bewohner besser vor Raketen- und Drohnenangriffen geschützt werden.

Mathias Peer

USA greifen erneut Ziele im Iran an

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran angegriffen. Dabei sei eine Bodenkontrollstation des iranischen Militärs auf der Insel Keschm getroffen worden, meldete das für die Region zuständige US-Zentralkommando. Es habe sich um Selbstverteidigungsschläge gehandelt, hieß es. Bei dem Einsatz seien keine US-Soldaten verletzt worden.

Zudem seien mehrere ballistische Raketen und Drohnen aus dem Iran abgewehrt worden, meldete das US-Militär. Die Raketen seien vom Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuert worden, hätten ihre Ziele aber verfehlt. Die US-Streitkräfte blieben »wachsam und bereit, sich während des laufenden Waffenstillstands gegen unberechtigte iranische Aggressionen zu verteidigen«, hieß es in einer Stellungnahme des US-Militärs.

Ulrike Tschirner

Kuwait meldet Drohnen- und Raketenangriffe

Der Golfstaat Kuwait ist mit Raketen und Drohnen angegriffen worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilten die Streitkräfte des Landes in der Nacht auf der Plattform X mit. Die Flugabwehr sei im Einsatz. Es gebe Explosionsgeräusche, weil Geschosse abgefangen würden. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe gab es zunächst keine Angaben.

Seit Beginn des Irankriegs Ende Februar feuerten die iranischen Streitkräfte regelmäßig Raketen oder Drohnen auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. 

 Trotz der eigentlich seit Anfang April geltenden Waffenruhe gab es zuletzt vereinzelt solche iranischen Angriffe. Der Iran bezeichnete sie als Vergeltung für Angriffe des US-Militärs. Kurz vor den Angriffen auf Kuwait hatten die USA im Persischen Golf einen Öltanker mit einer Rakete angegriffen, der einen iranischen Hafen ansteuerte. 

Mounia Meiborg

USA verhängen Sanktionen gegen iranische Kryptounternehmen

Die USA ​haben Sanktionen gegen die größte iranische Kryptowährungsbörse Nobitex, deren Führungsebene sowie gegen drei weitere Kryptowährungsbörsen verhängt. Das US-Finanzministerium warf Nobitex vor, der Regierung ​in Teheran sowie sanktionierten staatlichen Institutionen ⁠bei der Umgehung westlicher Strafmaßnahmen ​geholfen zu haben. Damit seien auch terroristische Aktivitäten unterstützt worden, heißt es in der Mitteilung des US-Finanzministeriums. Während ​sich die iranische Wirtschaft im freien Fall befinde, nutze das Regime digitale Vermögenswerte für seine eigenen korrupten Zwecke, teilte US-Finanzminister Scott Bessent mit. Dazu gehöre die Umgehung von Sanktionen und der Transfer von ⁠Vermögen ins ​Ausland. 

Ulrike Tschirner

US-Armee setzt Tanker vor iranischer Insel außer Gefecht

Das US-Militär hat im Persischen Golf einen unbeladenen Öltanker mit einer Rakete angegriffen. Das Schiff habe versucht, einen iranischen Hafen anzulaufen, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Es sei in internationalen Gewässern vor der Insel Charg getroffen und außer Gefecht gesetzt worden. Die Insel spielt eine wichtige Rolle für den Export iranischen Öls. 

Die USA blockieren seit Mitte April Schiffe, die in iranische Häfen einlaufen oder diese verlassen. Das Militär hat seither bereits sechs Handelsschiffe angegriffen und 122 umgeleitet.

Das nun getroffene Schiff fuhr unter der Flagge Botswanas. Die Besatzung habe wiederholt Warnungen ignoriert und sei den Anweisungen der US-Streitkräfte über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg nicht nachgekommen, teilte Centcom mit. Deshalb habe ein US-Flugzeug eine Rakete in den Maschinenraum des Schiffes geschossen und verhindert, dass der Tanker den Iran erreicht. Auf einem Video soll der Einschlag des Geschosses zu sehen sein.  

Claudia Thaler

Trump weist Berichte über Gesprächsabbruch zurück

US-Präsident Donald Trump hat Berichte iranischer Medien über einen Abbruch der indirekten Gespräche mit den Vereinigten Staaten bestritten. Trump bezeichnete Berichte iranischer Nachrichtenagenturen als »falsch und irreführend«.

»Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute«, sagte der US-Präsident. »Wohin sie führen, weiß man nie.« Aber er habe dem Iran mit Blick auf die Revolution 1979 gesagt: 

»Es ist an der Zeit, dass ihr auf die eine oder andere Weise einen Deal abschließt. Ihr macht das schon seit 47 Jahren, und das darf nicht länger so weitergehen.«

Donald Trump

Maxim Nägele

Iran plant Trauerfeier für Ali Chamenei 

Drei Monate nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei hat sich der Iran zu Plänen für ein dreitägiges Staatsbegräbnis geäußert. Die Beerdigung sei für den Beginn des islamischen Trauermonats Muharram geplant, sagte der stellvertretende Teheraner Bürgermeister Amin Tawakolisadeh iranischen Medien zufolge. Der Trauermonat beginnt Mitte Juni.

Die Trauerfeiern sollen demnach in der iranischen Hauptstadt Teheran, der Pilgerstadt Ghom und Chameneis Heimatort Maschhad stattfinden. Im zentralen religiösen Zentrum Maschhads, dem Imam-Resa-Mausoleum, soll der ehemalige Religionsführer beigesetzt werden. In Teheran bereiten sich die Behörden auf Versammlungen von bis zu 20 Millionen Menschen vor. Chamenei war am 28. Februar, dem ersten Tag des Irankrieges bei einem US-israelischen Luftangriff getötet worden. 

Luis Kumpfmüller

Rubio knüpft Abkommen mit dem Iran bei Anhörung vor dem Kongress an Bedingungen

Die USA stehen nach Angaben von Außenminister Marco Rubio in Gesprächen mit dem Iran. In einer Anhörung vor dem Auswärtigen Ausschuss des US-Senats knüpfte Rubio ein mögliches Abkommen an mehrere Bedingungen. Die iranische Führung müsse die Straße von Hormus öffnen: »Der Iran muss sehr deutlich ankündigen, dass die Straße von Hormus jetzt offen ist.« Zugleich müsse sich der Iran auf konkrete Verhandlungen über den Verbleib seines angereicherten Urans festlegen. Eine Lockerung der Sanktionen werde es für die Wiederöffnung der Straße von Hormus allein nicht geben. Es war Rubios erster öffentlicher Auftritt im Kongress, seit Israel und die USA am 28. Februar den Iran angegriffen haben.

Die Angaben Rubios scheinen der Darstellung iranischer Medien zu widersprechen, die zuvor ein Ende der indirekten Verhandlungen vermeldet hatten. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche zwischen Teheran und Washington statt, hatte die der Revolutionsgarde nahestehende Agentur Fars gemeldet. Die Agentur Tasnim nannte als Grund für den Abbruch den andauernden Vormarsch der israelischen Armee im Libanon. Zuletzt hatte die israelische Armee dort weitere Gebiete besetzt, die jenseits der sogenannten gelben Linie liegen – einer von Israels Armee selbst gezogenen Demarkationslinie. Der Iran macht ein Ende des militärischen Vorgehens im Libanon zur Bedingung für ein umfassenderes Abkommen mit den USA. 

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums hat die israelische Armee seit Anfang März mehr als 3.400 Menschen getötet und über 1,2 Millionen Menschen vertrieben. Israel begründet seinen Vormarsch mit Angriffen der Hisbollah auf den Norden des Landes. Die Angriffe der israelischen Armee stellen einen Bruch der Waffenruhe dar.

Der iranische Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf hatte am Montagabend auf X geschrieben, sollte »die israelische Aggression gegen den Libanon« andauern, werde der Iran »nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten«. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump auf Truth Social behauptet, die Gespräche mit Teheran würden in »schnellem Tempo« fortgeführt. 

Jona Spreter

Libanon und Israel setzen Gespräche in Washington fort

Vertreter aus Israel und dem Libanon sind im US-Außenministerium zu einer Gesprächsrunde auf Botschafterebene zusammengekommen. Es ist die vierte dieser Runden seit Verkündung der Feuerpause Mitte April. Bei der letzten Runde Mitte Mai hatten sich beide Seiten auf eine Verlängerung der Waffenruhe um 45 Tage verständigt.

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