Vor mehr als drei Monaten hat der Krieg in Iran begonnen, die Inflation im Land ist dadurch auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Der Verbraucherpreisindex in den städtischen Gebieten lag im Mai 77,2 Prozent über dem Vorjahreswert, wie die Staatsagentur Irna unter Berufung auf die Zentralbank berichtete. Die durchschnittliche Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate betrug 53,9 Prozent.
Das auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Bamdad-Institut in der iranischen Hauptstadt Teheran sprach von den höchsten registrierten Preissteigerungen seit dem Zweiten Weltkrieg.
Auch im Vergleich zum Vormonat hat die Teuerung zugenommen. Restaurant- und Hotelpreise etwa stiegen dem Bericht zufolge im Vergleich zum April um 88 Prozent. Jeweils rund 20 Prozent mehr mussten Iranerinnen und Iraner für Gesundheit, Verkehr, Telekommunikation und Dienstleistungen im Haushalt ausgeben.
Bewohner der Metropolen berichten unterdessen über noch viel größere Preissprünge bei Lebensmitteln und in Cafés, die sich während des Kriegs seit Ende Februar teils mehr als verdoppelt haben. Viele Menschen haben sich folglich eingeschränkt und kaufen nur noch das Nötigste. Auch Irans Währung Rial hat gegenüber dem Euro weiter an Wert verloren.
Ende 2025 hatten die astronomischen Ausmaße der Inflation für Demonstrationen in Teheran gesorgt. Die Landeswährung war im Dezember innerhalb weniger Stunden auf ein neues Rekordtief gefallen. Der Absturz lähmte den Handel und stürzte Märkte und Händler in völlige Verwirrung. Was als wirtschaftlicher Protest begann, artete schnell in politische Parolen aus. Die Demonstranten riefen Slogans gegen die Regierung, darunter »Tod dem Diktator«.

vor 14 Stunden
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