KI verändert zunehmend, wie Menschen im Internet nach Informationen suchen. Einerseits etablieren sich KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Claude als neue Anlaufstellen für Webrecherche, Produktvergleiche und Kaufentscheidungen. Andererseits wird KI zunehmend in bestehende Suchangebote integriert, allen voran bei der Google-Suche mit den AI Overviews und dem AI Mode. Eine neue Studie von Similarweb dokumentiert diese doppelte Entwicklung und zeigt anhand von US-Nutzungsdaten, wie sie die Wege verändert, auf denen Nutzer im Netz Informationen finden.
Besonders deutlich wird das bei der Google-Suche. Der Anteil der Suchanfragen, bei denen die Suchmaschine KI-generierte Zusammenfassungen einblendet, stieg laut Similarweb innerhalb eines Jahres von etwas über 15 auf knapp 45 Prozent. Auch der dialogische AI Mode wird deutlich häufiger genutzt: Seine monatlichen Besuche nahmen seit Juni 2025 von etwas mehr als 120 Millionen auf etwa 280 Millionen im Mai 2026 zu. Similarweb wertet beide Entwicklungen als Hinweis darauf, dass Google AI Overviews als Einstiegspunkt in eine interaktivere, dialogorientierte Suche nutzt, die die klassische Trefferliste zunehmend verdrängt.
AI Overviews erscheinen laut Similarweb immer häufiger in Google-Suchen. Auch die Besuche des AI Mode legten deutlich zu.
(Bild: Similarweb)
Diese Entwicklung geht mit einer Veränderung der Suchanfragen einher. Laut Similarweb stieg die durchschnittliche Länge einer Google-Suche zwischen Mai 2025 und Mai 2026 von rund 3,3 auf etwa 3,5 Wörter. Besonders deutlich wuchs der Anteil längerer Anfragen mit mehr als fünf Wörtern: von 13,6 auf 16,1 Prozent. Gleichzeitig gingen Ein- und Zweiwortsuchen zurück. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Google-Suchen zunehmend von knappen Stichworten zu längeren, natürlich formulierten Fragen verschieben.
ChatGPT: Mehr Quellenverweise und Weiterleitungen
Eine weitere Entwicklung betrifft die Herkunft der Antworten. Bei ChatGPT stieg der Anteil der Antworten mit Quellenverweisen laut Similarweb zwischen Juni 2025 und Mai 2026 von gut einem auf knapp sieben Prozent. Damit erhöhte sich der Anteil auf mehr als das Fünffache. Das deutet darauf hin, dass ChatGPT bei seinen Antworten häufiger aktuelle Webinformationen einbezieht.
Der Anteil der ChatGPT-Antworten mit Quellenverweisen stieg binnen eines Jahres von gut einem auf knapp sieben Prozent.
(Bild: Similarweb)
Ob Quellenverweise in einem KI-Chatbot Nutzer tatsächlich auf externe Websites führen, hängt auch davon ab, wie prominent sie dargestellt werden. Mit einem Such-Update Anfang Mai hob ChatGPT Links zu externen Websites als deutlich sichtbare blaue Verweise direkt im Antworttext hervor. Laut Similarweb nahm die Zahl der von ChatGPT auf externe Websites vermittelten Besuche danach deutlich zu und erreichte zeitweise fast das Doppelte des Ausgangsniveaus. Zugleich führte ChatGPT Nutzer häufiger zunächst auf die Startseite einer Website statt direkt zu einzelnen Unterseiten. Nach dem Such-Update Anfang Mai stieg der Anteil der Homepage-Besuche von rund 25 auf knapp 60 Prozent.
Nach einem ChatGPT-Update Anfang Mai stiegen laut Similarweb die Website-Weiterleitungen deutlich.
(Bild: Similarweb)
Für Webseitenbetreiber zeigt sich daran, wie stark die Gestaltung von Quellenverweisen den Besucherstrom beeinflussen kann. Das Grundproblem bleibt jedoch bestehen: Liefern KI-Dienste die gesuchte Information bereits direkt, müssen Nutzer die ursprünglichen Quellen nicht mehr aufrufen. Den Urhebern der Inhalte entgehen dadurch Leser und Einnahmen.
(tobe)










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