„Der Aufbau der für KI erforderlichen Rechenkapazität ist das größte Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je in Angriff genommen hat“. John-David Lovelock, Analyst bei Gartner, bemüht den Superlativ, um die aktuelle Dynamik auf dem IT-Markt zu veranschaulichen. Die US-Marktforschungsfirma muss ihre bisherigen Prognose zur Ausgabenentwicklung zum wiederholten Mal nach oben korrigieren. Gartner geht nunmehr davon aus, dass die weltweiten IT-Ausgaben 2026 voraussichtlich auf 6,37 Billionen US-Dollar klettern werden – ein Plus 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April lag die prognostizierte Zuwachsrate noch 0,7 Prozentpunkte niedriger.
In den Augen des Marktanalysten ist die Dynamik in erster Linie dem boomenden Geschäften rund um KI-Infrastrukturen geschuldet. Angetrieben durch die Zunahme von KI-Workloads und die Nachfrage nach Hochleistungsrechnern würden Hyperscaler und Unternehmen rasch die Kapazitäten ihrer Rechenzentren der nächsten Generation erweitern, erklärt Lovelock. Folgerichtig sind es die Teilmärkte für Rechenzentrum-Systeme und Infrastructure-as-a-Service (IaaS), die bei weitem die höchste Wachstumsdynamik an Tag legen.
Ausgaben für Hardware steigen rasant
So sollen die Investitionen für Rechenzentren-Equipment 2026 nach plus 51,6 Prozent im vergangenen Jahr noch einmal um 62,5 Prozent auf 822 Milliarden Dollar anziehen. Im IaaS-Umfeld wird eine Ausgabensteigerung von fast dreißig Prozent auf 287 Milliarden Dollar erwartet – nach einem Plus von 25,3 Prozent im Vorjahr. Weiterer Profiteur des KI-Booms ist der Software-Bereich: Angetrieben von den Investitionen in KI-fähige Produkte sollen sich die Ausgabe hier um 15,5 Prozent auf fast 1,5 Billionen Dollar erhöhen.
Unterm Strich bestätigt Gartners revidierte Wachstumsprognose den derzeitigen Trend einer KI-getriebenen Marktexpansion. Die erwarteten Zuwachsraten für „KI-ferne“ Segment fallen naturgemäß deutlich moderater aus und mussten aufgrund veränderter Prioritäten gegenüber der April-Prognose zum Teil leicht nach unten angepasst werden. Schließlich belasten Inflation, Lieferengpässe, steigende Kosten für Hardware und Speicher die Technologiebudgets allgemein – trotz und zum Teil auch wegen des KI-Booms.
(fo)










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