G7-Gipfel: Trump spricht mit G7-Staatschefs über Iran-Abkommen

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Im französischen Evian kommen die G7-Staatschefs zum ersten Gipfel seit Beginn des Irankriegs zusammen. Eine Vereinbarung über dessen Ende gehört zu den zentralen Themen.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Aktualisiert am 15. Juni 2026, 19:28 Uhr

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Donald Trump G7 Iran Abkommen
US-Präsident Donald Trump mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron beim G7-Gipfel in Evian © Ludovic Marin/​AFP/​Getty Images

Beim Gipfel der G7-Staats- und Regierungschefs im französischen Evian gehört die Frage nach der Zukunft der Straße von Hormus zu den zentralen Themen. Das erste physische Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran folgt nur wenige Stunden auf die Ankündigung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges.

Die bisher bekannten Inhalte der Vereinbarung lassen allerdings mehrere Fragen offen – etwa danach, wie schnell und zu welchen Konditionen der Schifffahrtsweg wieder geöffnet wird. »Jetzt gilt es, das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen«, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kurz vor seinem Abflug nach Evian. Dabei bekräftigte er die Absichten der Bundesregierung, sich an einer Militärmission zur Absicherung der Straße von Hormus zu beteiligen, »sobald die Voraussetzungen dafür gegeben sind«.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor laut seinem Vizepräsidenten JD Vance die Vereinbarung mit dem Iran noch vor seiner Ankunft in Evian elektronisch unterzeichnet. Formell soll das Abkommen am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden und die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran bilden. Dabei geht es unter anderem über die Zukunft des iranischen Atomprogramms.

G7 diskutieren auch über Ukraine-Verhandlungen

Ein zweites Kernthema des dreitägigen Gipfels ist der Krieg in der Ukraine. EU-Ratschef António Costa sagte vor Beginn des Treffens, der Gipfel könne wegweisend bei den Bemühungen um ein Ende der russischen Angriffe sein. »Die Geschlossenheit und Entschlossenheit der G7« seien dafür entscheidend, sagte Costa. Hintergrund sind Diskussionen zwischen mehreren europäischen Ländern über die Rolle Europas bei einem möglichen Verhandlungsprozess.

Seit vergangenem Jahr kam es auf Druck und unter Vermittlung der US-Regierung zu mehreren weitgehend ergebnislosen Treffen ukrainischer und russischer Delegationen miteinander sowie mit US-Gesandten. Nach Beginn des Irankrieges haben die USA aus dem Gesprächsprozess, der faktisch eingefroren ist, weitgehend zurückgezogen. Trump sagte, er habe am Sonntag sowohl mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin sowie dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen. Beide Staatschefs seien »offen« für eine Verhandlungslösung, sagte Trump: »Vielleicht können wir etwas machen«.

Details nannte Trump nicht. Putin hatte zuletzt angesichts von Aufrufen Selenskyjs, einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen, auf frühere Forderungen verwiesen, die vor allem den Rückzug ukrainischer Truppen aus von Russland beanspruchten Gebieten umfassen. Die Ukraine lehnt das mit Rückendeckung ihrer europäischen Unterstützerländer ab. 

Die Außenminister der G7-Staaten hatten sich Ende 2025 hinter die Forderung nach einem Waffenstillstand entlang der Frontlinie gestellt, darunter auch US-Außenminister Marco Rubio. Trump hatte die Forderung kurz nach Beginn seiner Amtszeit erhoben, sie aber nach mehreren Gesprächen mit Putin fallen gelassen und sich zeitweise offen für russische Gebietsforderungen gezeigt. 

Selenskyj wird am Dienstag als Gast beim G7-Gipfel erwartet. Bundeskanzler Merz sagte vor Beginn der Gespräche, er sehe ein »Fenster für Diplomatie«. Der französische Präsident Macron teilte mit, er wolle sich am Rande des Gipfels separat mit Trump treffen und ihn davon überzeugen, die Hilfen für die Ukraine und den Druck auf Russland zu erhöhen. Zudem bekräftigte er, dass auch Vertreter europäischer Länder an den Gesprächen über ein Kriegsende beteiligt sein müssten.

Regierungschefs weiterer Staaten bei einzelnen Themen erwartet

Zu weiteren Themen des Gipfels gehören der Abbau globaler Ungleichgewichte, der Schutz Minderjähriger im digitalen Raum und die Lieferketten für seltene Erden. Selenskyj ist dabei nicht der einzige erwartete Gast, dessen Land nicht zu den G7 gehört. Zu einzelnen Teilen des Programms sind auch Staats- und Regierungschefs Brasiliens, Südkoreas, Ägyptens, Indiens und Kenias eingeladen.

Der Gruppe der G7 gehören die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada an. Erstmals tagte das Format in dieser Zusammensatzung 1976. Zwischen 1998 und 2014 gehörte auch Russland zu der Staatengruppe, wurde jedoch nach der Annexion der Krim ausgeschlossen.

Das geopolitische und wirtschaftliche Gewicht der G7-Staaten hat im Vergleich zu früheren Zeiten abgenommen: Mitte der Siebzigerjahre repräsentierten die sieben Länder ein Siebtel der Weltbevölkerung und fast zwei Drittel der weltweiten Wirtschaftsleistung. Heute lebt weniger ein Zehntel der Weltbevölkerung in den beteiligten Staaten, die inzwischen etwa 45 Prozent der Weltwirtschaftsleistung generieren.

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