Mehr als zehntausend deutsche Patente sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten in chinesischen Besitz gegangen. China hingegen schirmt den eigenen Markt ab.
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, iyf Aktualisiert am 2. Juni 2026, 10:48 Uhr
China hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten Tausende in Deutschland entwickelte Patente übernommen. Insgesamt waren es mehr als 11.300, geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hervor. Um die Jahrtausendwende seien dagegen fast keine deutschen Patente in chinesischem Besitz gewesen.
Insgesamt gehört den Angaben nach bereits fast jede dritte in Deutschland entwickelte Erfindung einem ausländischen Eigentümer. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die Schweiz.
Besonders hoch ist die Patentabwanderung im Maschinenbau. Dort sei die Zahl der Patentanmeldungen von 3.300 im Jahr 2000 auf 4.300 im Jahr 2022 gestiegen. »Doch ausgerechnet hier greift China mit am stärksten zu«, teilte das Institut mit. Ein Beispiel sei der Augsburger Industrierobotik-Hersteller Kuka, den der chinesische Midea-Konzern 2016 übernommen hatte.
»Das ist ein Ungleichgewicht«
»Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb«, sagte Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft. Allerdings nutze China Übernahmen im Westen geostrategisch, während der eigene Markt für ausländische Investoren durch Negativlisten, Sicherheitsüberprüfungen und Protektionismus weitgehend verschlossen bleibe. »Das ist ein Ungleichgewicht«, kritisierte Koppel. Europa müsse genauer prüfen, wohin strategisch relevante Technologien abwandern.
Zwischen 2000 und 2022 haben deutsche Erfinder der Studie zufolge mehr als 650.000 transnationale Patente angemeldet. Das sind Patente, die in mehreren Ländern geschützt sind und als international wichtige Innovationen gelten. Mit 189.000 gehören davon 29 Prozent inzwischen Eigentümern im Ausland.
Deutsche Patentanmeldungen nehmen ab
Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank demnach von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Deutschland zu wenig in Forschung und Entwicklung investiere. Im Jahr 2000 lag die Bundesrepublik im Vergleich bei den Investitionen weltweit auf Platz drei und hatte doppelt so hohe Ausgaben wie China. Bis 2021 sank Deutschland auf Platz sechs ab. China habe seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seither verzwanzigfacht.
Weil Patentanmeldungen erst nach einer gesetzlichen Frist von 18 Monaten offengelegt werden, ist 2022 das jüngste Jahr, für das vollständige Daten vorliegen.

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