Drei neue Forschungs-Hubs sollen die Kernfusion in Deutschland voranbringen

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Kernfusion soll in Zukunft unsere Energieversorgung sichern, und Deutschland will bei der Entwicklung vorn mit dabei sein. Dazu sollen drei neue Forschungseinrichtungen, sogenannte Hubs, aufgebaut werden. Jeder von ihnen beschäftigt sich mit einem anderen Teilbereich der Fusionsforschung. Alle drei sollen Forschung, Industrie und Infrastruktur enger zusammenführen.

Die Hubs Stride und Vega widmen sich den beiden Arten der Kernfusion: Stride beschäftigt sich mit der Fusion per magnetischem Einschluss in einem Stellarator. Deutschland sei wegen der Forschungsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald führend, teilte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit.

Stride wird am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching bei München angesiedelt sein. Ein weiterer Standort ist auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Gundremmingen geplant, wo auch das Demonstratorkraftwerk Stellaris entstehen soll. Das IPP wird zusammen mit den beiden Startups Proxima Fusion und Gauss Fusion die Koordination übernehmen.

Die Forscher dort werden sich unter anderem um die Auslegung und Integration relevanter Systeme wie Magnete, Plasmaheizung und die Steuerungstechnik kümmern. Ziel ist zudem, Infrastrukturplattformen, Fertigungskapazitäten und die Ausbildung für die entsprechenden Fachkräfte zu schaffen.

Fokus von Vega ist die lasergetriebene Trägheitsfusion. Die Koordination übernehmen die beiden Startups Marvel Fusion und Focused Energy, die beide auf diese Technik setzen. Standort wird das ehemalige Kernkraftwerk in Biblis. Hinzu kommt der „Fusion R&D Campus“ in Hamburg und Schleswig-Holstein. Auch hier wird es um Auslegung der Systeme gehen, in diesem Fall eben vor allem um die Laser und die Target-Technologien.

Der dritte Hub, Mat-Trix entsteht in Baden-Württemberg, am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Thema dort wird der Brennstoffkreislauf: Beide Formen der Kernfusion nutzen als Brennstoff das Wasserstoffisotop Tritium, das jedoch in der Natur nur sehr selten vorkommt. Damit es in ausreichendem Maß zur Verfügung steht, muss es in den Reaktoren erbrütet werden. Die dafür nötigen Technologien sollen am KIT erforscht werden.

Daneben werden sich die Wissenschaftler dort mit der Materialforschung beschäftigen: Damit Atomkerne fusionieren können, werden Temperaturen von 100 Millionen Grad Celsius benötigt. Hinzu kommt die Strahlung. Es werden Materialien benötigt, die diesen Bedingungen dauerhaft standhalten können.

„Bezahlbare Energie ist der Engpass des 21. Jahrhunderts. Die Verfügbarkeit günstiger sauberer Energie wird darüber entscheiden, wo Industrie entsteht“, sagte Thomas Forner, Chef und einer der Gründer von Focused Energy. „Fusion ist für uns deshalb keine Technologie für den kurzfristigen politischen Takt, sondern für die langfristige Sicherung sauberer, sicherer und bezahlbarer Energie.“

Wichtig ist jeweils die Förderung der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen an den Hubs. Gewünscht ist auch, dass die dort entwickelten Technologien in anderen Gebieten eingesetzt werden, etwa Hochleistungslaser.

Die Bundesregierung fördert den Aufbau der Hubs zunächst mit 125 Millionen Euro. Bis 2029 soll jeder von ihnen in sechs Phasen um geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte erweitert werden. Die Förderung läuft bis 2029 und ergänzt bereits vorhandene Fördermaßnahmen auf dem Gebiet.

(wpl)

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