Bill Pulte: Donald Trump ernennt Immobilienmanager zum Geheimdienstkoordinator

vor 1 Tag 1

Nach dem Rückzug von Tulsi Gabbard soll Donald Trumps Vertrauter Bill Pulte die US-Geheimdienste koordinieren. Der Quereinsteiger gilt als »Kampfhund« des Präsidenten.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, Aktualisiert am 2. Juni 2026, 19:40 Uhr

7 Kommentare
Alt-Text für ein Testbild
Bill Pulte soll bis auf Weiteres die US-Geheimdienste koordinieren. © Mark Schiefelbein/​AP/​dpa

Donald Trump hat den Immobilienmanager Bill Pulte zum Nationalen Geheimdienstkoordinators ernannt. Das teilte der US-Präsident auf seiner Onlineplattform mit. Der in Spionagesachen unerfahrene 38-Jährige gilt als »Kampfhund« Trumps, weil er dessen politische Gegner wiederholt öffentlich angegriffen hatte.

Trump schrieb in seinem Onlinedienst, Pulte habe »umfassende Erfahrung im Umgang mit den sensibelsten Angelegenheiten in Amerika, der Sicherheit und Stabilität der Märkte«. Er solle die 18 US-Geheimdienste bis auf Weiteres leiten. Die bisherige Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard hatte ihren Rücktritt mit einer Krebserkrankung ihres Mannes begründet. Zudem waren Zweifel an ihrer Loyalität gegenüber Trump im Iran-Krieg laut geworden.

Trotz der arbeitsintensiven und einflussreichen Rolle als Geheimdienstkoordinator behält Pulte nach Angaben des Präsidenten seine bisherigen Posten. Der Erbe des Wohnungsbaukonzerns PulteGroup ist seit Trumps erneutem Amtsantritt vor gut 16 Monaten Vorsitzender der Bundesaufsicht für Immobilienkredite (Federal Housing Finance Agency, FHFA), die 2008 nach der Hypothekenkrise in den USA gegründet worden war. Zudem steht Pulte den staatlichen Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac vor. Dort verwaltet Pulte laut Trump Werte von mehr als zehn Billionen US-Dollar.

Demokraten kritisieren Personalie

Der Minderheitsführer der Partei im Senat, Chuck Schumer, teilte mit, Pulte könne angesichts weltweiter Bedrohungen »nicht damit beauftragt werden, unsere nationale Sicherheit zu schützen«. Der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, der Demokrat Mark Warner, nannte Pulte einen eifrigen Vollstrecker von Trumps Plan, »politische Vergeltung« an Widersachern zu üben.

Im Auftrag Trumps hatte Pulte unter anderem die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James des Betrugs mit Hypothekenanträgen beschuldigt, nachdem sie gegen Trump ermittelt hatte. Ähnliche Vorwürfe erhob Pulte gegen die Gouverneurin der US-Notenbank Fed, Lisa Cook, deren Entlassung Trump betrieb. Cook setzte sich gegen ihren Rauswurf juristisch zur Wehr, der Fall liegt derzeit beim Obersten US-Gericht.

Pulte ist auch wegen seiner Rolle bei den Hypothekenbanken umstritten. Im November hatte er bei Fannie Mae zahlreiche Ethik-Mitarbeiter gefeuert und dies mit dem Kampf gegen angeblich linke Gleichstellungsprogramme (DEI) begründet. Medienberichten zufolge untersuchten die internen Aufseher aber Vorwürfe gegen Pulte selbst.

Gesamten Artikel lesen