Anduril arbeitet an autonomen Kampf-VTOL „Thunder“ für bodennahe Einsätze

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Das US-amerikanische Rüstungsunternehmen Anduril arbeitet an einem Kipprotor-Flugzeug mit der Bezeichnung „Thunder“, das für den Einsatz im bodennahen Bereich konzipiert worden ist, um Kampf- und Angriffsflugzeuge zu unterstützen. Anduril selbst bezeichnet das Kipprotor-Flugzeug als „autonomen Kampfhubschrauber der Klasse 5“. Das Fluggerät soll herkömmlichen, mit Soldaten besetzen Kampfhelikoptern in Bodennähe als „Loyal Wingmans“ beistehen. Denn diese Zone ist stark umkämpft, da dort Loitering Munition, Drohnen und kostengünstige Luftverteidigungssysteme zum Einsatz kommen. Damit gehört dieser Bereich zu den „tödlichsten Orten auf dem Schlachtfeld“, schreibt Anduril.

Thunder ist an einem klassischen VTOL-Fluggerät (Vertical Take-Off and Landing) angelehnt. Es kann also auf kleinem Raum senkrecht starten und landen. In der Luft werden die Rotoren gekippt und der Auftrieb der Tragflächen dazu genutzt, in einen schnellen Horizontalflug überzugehen. Das Kipprotorsystem stammt aus dem zivilen Luftfahrtbereich und wurde zusammen mit Archer Aviation, einem Hersteller von eVTOLs, entwickelt und angepasst.

Angetrieben wird das Kampf-VTOL von zwei Hybrid-Elektroantrieben mit Rotoren. Genaue technische Angaben zur Höchstgeschwindigkeit, Reichweite und Flugdauer macht Anduril zunächst nicht. Anduril sagt, dass der Antrieb seine Leistung im Flug selbst optimiert. Das geschieht bei den Optimum-Speed Tiltrotors (OSTR) durch eine variable Rotordrehzahl, je nachdem, welche Leistung gerade für welche Flugsituation benötigt wird. Zugleich sorgt die optimierte Rotordrehzahl für eine geringe Geräuschsignatur.

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Das Kipprotor-Konzept hat den Vorteil, dass längere Strecken bei geringerem Energieverbrauch überwunden werden können, als es mit Helikoptern möglich ist. Das sorgt für höhere Reichweiten und längere Einsatzzeiten. Zudem ist durch die Senkrechtstart- und Landefunktion ein landebahnunabhängiger Einsatz von abgelegenen Orten aus möglich. Auch die Selbstverlegung von „Thunder“ in Einsatzgebiete sei durch die Reichweite gegeben. Alternativ kann das Kampf-VTOL in einem Standard-Seecontainer auf dem See- oder Landweg in das Einsatzgebiet gebracht werden.

Die Flugeigenschaften von „Thunder“ werden im bodennahen Bereich benötigt, um die Überlebensfähigkeit bemannter Kampf- und Angriffsluftfahrzeuge als „Loyal Wingman“ abzusichern. Geschwindigkeit, Reichweite und das Tragen von Kampfmitteln seien hier entscheidend, um sich einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen.

Die autonomen Fähigkeiten und die im bodennahen Bereich notwendige schnelle Reaktionszeit verschafft „Thunder“ die vom Pentagon mit 20 Milliarden US-Dollar unterstützte Autonomie-Software Lattice unter Einbeziehung verschiedener Sensorik. So können etwa Formationsflüge, die Planung und Umsetzung von Missionen sowie die Luftunterstützung von Kampfflugzeugen und -helikoptern umgesetzt werden. Dabei können mehrere „Thunder“ ein bemanntes Luftfahrzeug bei einer militärischen Mission unterstützen. Anduril schreibt, dass das auch dann funktioniert, wenn GPS-Signale, Sichtverhältnisse und Kommunikationsverbindungen gestört oder gar nicht vorhanden sind.

Als Nutzlast stehen unterschiedliche Module für den Haupt- und Bugbereich zur Verfügung. Darunter fallen etwa Präzisionsmunition, Drohnenabwehrsysteme, Systeme für die elektronische Kampfführung, Fracht sowie diverse Raketen. Anduril spricht dabei von der Möglichkeit, zehn Luft-Boden-Raketen, sechzehn luftgestützte Effekte oder 76 70-mm-Raketen und zwölf Drohnenabwehrsysteme aufzunehmen.

Den Erstflug von „Thunder“ plant Anduril für 2027.

(olb)

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