Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt. Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet seien für den Fall, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache – diesmal aus der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.
Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht. Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.
Austausch von Kriegsgefangenen
Nach längerer Pause verhandeln Moskau und Kyjiw inzwischen wieder über einen Weg zur Beendigung des Kriegs. Russland fordert dabei für ein Ende der seit mehr als vier Jahre andauernden Kampfhandlungen den Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dieser Region. Kyjiw lehnt diese Forderung ab.
Innerhalb der vergangenen Tage gab es trotzdem Bewegung: Ukraine und Russland haben zum zweiten Mal mehrere Hundert Kriegsgefangene ausgetauscht. »Weitere 300 Verteidiger kehren aus der russischen Gefangenschaft zurück«, schrieb der Selenskyj bei Telegram . Russland habe außerdem zwei ukrainische Zivilisten übergeben. Die zwischen 26 und 60 Jahren alten Militärs sind demnach teilweise seit 2022 in Kriegsgefangenschaft gewesen.

vor 4 Stunden
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