Pawel Durow: Russland erlässt Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Durow

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Der FSB wirft Pawel Durow Beihilfe zu Terrorismus vor, weil sein Messenger verbotene Kanäle nicht lösche. Gegen ihn wurde ein internationaler Haftbefehl erlassen.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, Aktualisiert am 29. Juli 2026, 8:55 Uhr

Pawel Durow Telegram Russland Haftbefehl
Pawel Durow im Oktober 2025 in Abu Dhabi © Giuseppe Cacace/​AFP/​Getty Images

Russland hat Haftbefehl gegen Pawel Durow erlassen, den Gründer des Messengerdiensts Telegram. Nach Angaben des Inlandsgeheimdiensts FSB wird dem Techmilliardär und gebürtigen Russen Beihilfe zu Terrorismus vorgeworfen. Sie bestehe darin, dass Telegram Kanäle und Chatbots nicht lösche, die »aktiv von ukrainischen Geheimdiensten, terroristischen und extremistischen Organisationen« dazu genutzt würden, »Sabotage- und Terrorakte« in Russland vorzubereiten, teilte der FSB mit. 

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor habe mehr als 150.000 Anfragen an Telegram gestellt, bei denen es um die Löschung »verbotener Inhalte« gehe, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Anfragen seien jedoch ignoriert worden. Die russische Regierungszeitung Rossijskaja Gaseta berichtete Tass zufolge bereits im Februar unter Berufung auf den FSB, dass seit 2022 mehr als 153.000 Gesetzesverstöße in Russland verzeichnet seien, bei denen Telegram genutzt worden sei. 

FSB begründet Vorwurf mit Nutzung von Telegram bei Attentaten

Der Terrorvorwurf gegen Durow wird offenbar darauf bezogen, dass mehrere Angriffe, die in Russland als Terrorattacken eingestuft worden sind, teils über Telegram geplant worden seien. Das gelte etwa für den islamistisch motivierten Terrorangriff auf eine Konzerthalle bei Moskau im März 2024, bei dem mehr als 140 Menschen getötet wurden – aber auch für Attentate auf hochrangige Vertreter des russischen Militärs oder prominente antiukrainische Militärblogger und Propagandisten, hinter denen mutmaßlich ukrainische Geheimdienste stehen.

Gegen Durow wurde den FSB-Angaben zufolge ein internationaler Haftbefehl erlassen. Der Telegram-Gründer ist unter anderem in Dubai ansässig und ist Staatsbürger Frankreichs sowie der Vereinigten Arabischen Emirate. Durow hatte Russland 2014 verlassen und angegeben, nicht zurückkehren zu wollen, weil das Land »nicht kompatibel mit dem Internet-Business« sei. Berichten zufolge soll der Telegram-Gründer Russland jedoch bis 2021 Dutzende Male besucht haben. Ermittlungen gegen ihn liefen zuletzt wegen Vorwürfen mangelnder Moderation von Telegram-Inhalten auch in Frankreich. 

In seinem eigenen Telegramkanal reagierte Durow zunächst nicht auf die Vorwürfe. Der 2013 gegründete Messenger hat nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Nutzerinnen und Nutzer weltweit und ist sowohl in Russland als auch in der Ukraine stark verbreitet. Durow hatte vor Telegram auch das russische Facebook-Äquivalent Vkontakte gegründet, seine Anteile daran aber 2014 unter staatlichem Druck verkauft.

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